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Neues Bauland direkt am Naturschutzgebiet

Neues Bauland direkt am Naturschutzgebiet

Das 630-Seelen-Dorf Wawern darf endlich wachsen. Nach zehnjähriger Planungsphase hat der Gemeinderat die finale Hürde für das Neubaugebiet Beneförstchen genommen. Ab Frühjahr 2013 werden 35 Bauplätze erschlossen.

Wawern. So mancher nennt Wawern ein Schmuckkästchen. Das liegt an der Denkmalzone im Ortskern und den sanierten Altbauten im Dorf. Nun sollen nach langen Planungen auch neue Häuser dazukommen.
Der Weg zum Neubaugebiet Beneförstchen/Hochwald II am Wawerner Sportplatz war aber steinig, denn rings um die Gemeinde liegen Wasser- und Naturschutzgebiete. Doch der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung den Weg geebnet für das laut Ortsbürgermeister Franz Zebe einzig mögliche Neubaugebiet.
Insgesamt werden 35 Baustellen erschlossen. Erst nach fast zehn Jahren Planungsarbeit hat die Gemeinde alle Bedenken von Behörden, Kammern oder Verbänden ausgeräumt. Obwohl das Baugebiet im Vergleich zu anderen in der Verbandsgemeinde Konz (siehe Extra) klein ist, war die Planung wegen der Schutzgebiete kompliziert.
Am Jahresende wird laut Zebe der Auftrag für die Erschließung des Neubaugebiets vergeben. Anfang 2013 sollen die Erdarbeiten starten. Insgesamt sind dafür mehr als zwei Millionen Euro eingeplant. Die Gemeinde will fast 1,8 Millionen Euro an Investitionskrediten aufnehmen.
Weil die Kosten hoch sind und Wawern dann Kredite von 2,5 Millionen Euro abzahlen muss, hatte die Kreisverwaltung gefordert, dass die Gemeinde vor der Erschließung für mindestens ein Drittel der Grundstücke Interessenten nachweist (der TV berichtete). Laut Zebe ist das kein Problem. Er habe zurzeit 17 Interessenten.
Gebiet passt zu Landesvorgaben


Das Neubaugebiet stehe auch nicht im Widerspruch zum Entwicklungsprogramm LEP IV des Landes Rheinland-Pfalz, meint Zebe. Mit dem Programm will das Land verhindern, dass Kommunen inflationär Bauland erschließen und dabei ihre Ortskerne vernachlässigen. "Wir haben gerade gar keine Leerstände in Wawern", betont der Ortschef. "Ich werde ständig nach alter Bausubstanz gefragt."
Fremdenzimmer fehlen


Das einzige, was fehle, seien Fremdenzimmer und ein Dorfgasthaus. Um den Ort attraktiver für Besucher zu machen und so Anreize für Gastwirte zu bieten, hat der Gemeinderat veranlasst, dass im Herbst der geplante Mehrgenerationen-Fitnesspark mit acht Stationen aufgebaut wird (der TV berichtete). Der Park kostet etwa 13 000 Euro, die EU bezuschusst das Projekt mit 5270 Euro. Laut Zebe ist ein solcher Park einzigartig im Kreis Trier-Saarburg. Zusammen mit dem neuen Wanderweg im Moorgebiet Wawerner Bruch, der Ende April eingeweiht wurde, könne der Park Touristen und sportbegeisterte Senioren anlocken.
Ein weiteres Projekt ist der Ausbau des Hirschkornhauses hinter der ehemaligen Synagoge für 54 000 Euro. Dort entsteht noch in diesem Jahr ein Dorfgemeinschaftsraum. Für dieses Projekt erhält die Gemeinde insgesamt fast 33 000 Euro Fördergeld - von der EU knapp 25 000 Euro, von der Stiftung des Kreises Trier-Saarburg 5000 Euro und von der Stiftung der Sparkasse Trier 3000 Euro.
Extra

In der Verbandsgemeinde Konz gibt es laut der Verbandsgemeindeverwaltung drei erschlossene Neubaugebiete mit freien Grundstücken: Pellingen: Im Neubaugebiet Höthkopf sind 20 von 30 Grundstücken verkauft. Konz-Roscheid: Von rund 90 Grundstücken des Baugebiets Roscheid V sind noch 18 Grundstücke für Einfamilienhäuser und zwei Grundstücke für Mehrfamilienhäuser frei. Konz-Kommlingen: Nur noch fünf von 20 Bauplätzen sind im Baugebiet Hirschengartswild in Konz-Kommlingen frei. Neue Baugebiete entstehen auch in anderen Orten - zurzeit sind sie noch in der Planungs- oder in der Erschließungsphase: Nittel: In dem Obermoselort hat die Erschließung von 100 Baugrundstücken sowie einer Fläche für einen Supermarkt und ein Seniorenzentrum für 4,5 Millionen Euro Mitte Juni begonnen. Konz-Könen: Nach den Sommerferien werden noch Details in den Bebauungsplan eingearbeitet. Das Neubaugebiet Pferdsgarten kostet die Stadt Konz voraussichtlich 7,5 Millionen Euro. Insgesamt soll Platz für 88 Baugrundstücke am Könener Saarufer geschaffen werden. Temmels: Die Gemeinde will etwa 40 Baugrundstücke im Neubaugebiet "Auf der Klaus" erschließen. Die 250 000 Euro, die dafür im aktuellen Haushaltsplan eingetragen sind, hat die Kommunalaufsicht aber nicht freigegeben. cmk