Neues Bauland in Sicht

SERRIG. Mit der Erschließung des Neubaugebiets "Erl II" soll die Gemeinde Serrig in absehbarer Zeit weiter wachsen. Nachdem sich die Ratsherren in ihrer jüngsten Sitzung über das Aussehen der künftigen Siedlung einig geworden sind, soll spätestens Ende Oktober ein Vorentwurf auf dem Tisch liegen.

Die nächste Runde in der Entwicklung der Gemeinde Serrig ist eingeläutet - im wörtlichen Sinn. Denn wie üblich begann die jüngste Gemeinderatssitzung, deren Themenschwerpunkt das geplante Neubaugebiet "Erl II" war, unter Verwendung einer Messingglocke, auf die Ortsbürgermeister Franz-Josef Neises auch dann zurückgreift, wenn die Diskussionen zu heiß werden. Beim jüngsten Treffen des Rates kam die Glocke allerdings nur einmal zum Einsatz.Bis zu 30 Baustellen sollen entstehen

Nach den Vorstellungen der Gemeinderatsmitglieder und entsprechend einer Entwurfsskizze des beauftragten Trierer Stadtplanungsbüros sollen auf einem Gelände zwischen einem Wirtschaftsweg im Norden und einem Bachlauf im Süden 25 bis 30 Baustellen entstehen. Der Anschluss an das vorhandene Gemeindestraßennetz ist unter anderem über die Saarsteinstraße vorgesehen. Von ihr sollen zwei in Nord-Süd-Richtung parallel zueinander verlaufende Erschließungsstraßen abzweigen, die innerhalb der Bebauung durch einen weiteren Verkehrsweg miteinander verbunden sind. Eine weitere Zufahrtsmöglichkeit soll über das bereits vorhandene südlich gelegene Baugebiet geschaffen werden. Die Grundstücksgrößen im Baugebiet "Erl II" sollen nach dem aktuellen Planungsstand zwischen 650 und 990 Quadratmetern variieren. Der Idee eines Ratsmitglieds, "ein paar kleinere Grundstücke" mit einer Größe von maximal 450 bis 500 Quadratmetern vorzuhalten, begegnete Hans-Peter Stolz vom Planungsbüro Stolz & Kintzinger mit Ablehnung. Zwar sei im Hinblick auf die Baulandnachfrage generell ein "deutlicher Trend" von größeren hin zu kleineren Grundstücksflächen zu erkennen. Allerdings: "Die ‚geschlossene' Bauweise hat viele Nachteile", wie Stolz im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund berichtete. Beispielsweise sei der "soziale Aspekt" nicht zu unterschätzen. Konkret heißt das: "Durch die Nähe zum Nachbarn wird ein Kontakt mit diesem regelrecht ‚erzwungen'", erläuterte der Stadtplaner. Das könne zumindest in Einzelfällen unter Umständen zu Spannungen führen. Außerdem seien Einschränkungen bei der "Bebaubarkeit" zu erwarten. Auch Ortschef Franz-Josef Neises erteilte einer "zu geringen Grundstücksgröße" eine Absage. Die Begründung: "Bei einer zu dichten Bebauung geht der dörfliche Charakter verloren." Außer neuen Häusern soll in der geplanten Siedlung ein Spielplatz entstehen. Einen Schutzstreifen, der vor der Einwirkung von Schädlingsbekämpfungsmitteln, die in den östlich des Baugebiets gelegenen Weinbergen zum Einsatz kommen, soll es nicht geben. "Normalerweise reicht es, Hecken an den Grundstücksgrenzen anzupflanzen, die eventuell abdriftende Spritzmittel auffangen", erläuterte Stadtplaner Stolz. Darüber hinaus ist vorgesehen, Streuobstwiesen, die im nördlichen Teil von "Erl II" liegen, als landespflegerische Ausgleichsflächen von einer Bebauung freizuhalten. Nachdem nun die groben "Gesichtszüge" des geplanten Serriger Baugebiets feststehen, soll laut Hans-Peter Stolz voraussichtlich Ende Oktober ein Vorentwurf fertig sein.