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Neues Bauland, schönere Dorfmitte

Neues Bauland, schönere Dorfmitte

Die Gemeinde Mandern will im nächsten Jahr große Projekte anpacken. Die nötigen Investitionen in Millionenhöhe belasten zwar zunächst den Haushalt. Den Ort werden sie aber nach Meinung der Ratsmitglieder entscheidend voranbringen.

Mandern Rund zwei Millionen Euro - diese Zahl springt beim Betrachten des Manderner Haushaltsplans ins Auge. Kredite in dieser Höhe benötigt die Ortsgemeinde bis 2018, um insbesondere drei größere Projekte im Dorf anzupacken. Der dickste Brocken ist die Erschließung von 19 Baugrundstücken gleich hinter Grundschule und Kindergarten. Für das Baugebiet Schneiders Pfädchen sind etwa 988 000 Euro eingeplant. 400 000 Euro kalkuliert die Gemeinde ein, um leer stehende Häuser im Ortskern zu kaufen. In Zusammenarbeit mit einem privaten Investor sollen an deren Stelle an Haupt- und Brunnenstraße neue Wohnungen entstehen, in denen Senioren altersgerecht leben können (ausführlicher Bericht folgt).
Die Schulstraße wurde letztmals in den 1970er Jahren erneuert. Die Fahrbahn zeigt tiefe Risse, deshalb soll sie ausgebaut werden. 400 000 Euro sind für 2018 in den Haushalt eingestellt. Laut Ortsbürgermeister Tim Kohley (CDU) wird das Projekt aber vermutlich "etwas nach hinten geschoben", solange die Straße als Zufahrt zum Baugebiet dient.
2017 fließen kleinere Beträge für eine Industriespülmaschine in der Siebenbornhalle (4150 Euro) und für eine Gastherme im Sportlerheim (5000 Euro). 30 000 Euro werden gebraucht, um das defekte Gemeindefahrzeug kurzfristig zu ersetzen. Im nächsten Jahr sind 15 000 Euro vorgesehen, um die fällige Dachsanierung an der Siebenbornhalle anzuschieben. 40 000 Euro sind für eine Sanierung der Brücke nahe der Wanderhütte bestimmt, 50 000 Euro für die schon lange angestrebte Gestaltung des Platzes vor der Friedhofshalle.
All das gibt es nicht umsonst. Die Ortsgemeinde muss dafür Kredite aufnehmen. 2017 wären es rund 202 000 Euro, im nächsten Jahr 1,83 Millionen Euro. "Man darf sich davon aber nicht erschrecken lassen", erklärte Christian Mühlen von der Finanzabteilung der Verbandsgemeinde (VG) Kell. Er stellte den Manderner Ratsmitgliedern die wichtigsten Inhalte des Doppelhaushalts vor. Aus den drei Großprojekten fließe schließlich wieder Geld an die Gemeinde zurück, beispielsweise durch den Verkauf der Baugrundstücke. "Und wer nichts investiert, bleibt irgendwann stehen", stellte Mühlen fest. Martin Alten, Bürgermeister der VG Kell, sprach von "Investitionen, die für die Entwicklung der Ortsgemeinde eine große Bedeutung haben".
Im Ergebnis wird für beide Haushaltsjahre ein Minus zu Buche stehen, die Abschreibungen auf Gemeinde-Eigentum eingerechnet. Die Fehlbeträge liegen laut Mühlen etwa bei 339 000 Euro (2017) und 370 000 Euro (2018). Auch im laufenden Finanzgeschäft, also bei den tatsächlichen Ein- und Auszahlungen, fehlen am Jahresende 165 900 Euro (2017) und 354 900 Euro (2018) in der Kasse. Als einen Faktor für diese Entwicklung nennt Mühlen die schwankenden Einnahmen aus der Gewerbesteuer: "Ihr standet in den letzten Jahren ganz gut da. Das trifft jetzt nicht mehr so zu." 2015 seien noch 300 000 Euro an die Gemeinde geflossen, 2017 werde vermutlich nicht einmal die Planzahl von 18 000 Euro erreicht. Dies sei seit Jahren ein "Dilemma" in Mandern, sagte Alten. Die Gemeinde müsse damit leben, dass sie als Gewerbesteuer-Hauptzahler einen weltweit agierenden Konzern im Ort habe, dessen Einnahmen entprechend schwer kalkulierbar seien.
Die Ratsmitglieder stimmten der Planung geschlossen zu. "Wir müssen Gas geben im Dorf, damit wir nicht abgehängt werden", sagte Markus Alten (CDU). Die geplanten Projekte gingen in die "richtige Richtung". So sah es auch Helmut Scherer (SPD). Das Baugebiet könne man nicht länger aufschieben: "Je länger wir warten, desto teurer wird es."