Neues Bett für den Bach

KORDEL. Wer sich genau in Kordel umschaut, sieht überall Gewässer. Und die sorgen in dem engen Tal immer wieder für Gefahr. Doch es gibt Gegenmaßnahmen.

Der Welschbilliger Bach im Spätsommer 2003: Ein harmloses Rinnsal, das sich träge in Richtung Kyll bewegt. Und das soll ein Gewässer sein, dass die Menschen in Angst und Schrecken versetzt? Es ist ein solches!Die Kordeler können viele traurige Lieder davon singen, was der Welschbilliger Bach aber auch der Kimmlinger Bach anrichten, wenn sie sich wild gebärdend zu Tal stürzen. Anfang des Jahres war dies wieder in voller Ausprägung zu sehen. Kordel stand unter Wasser, nicht allein wegen der Bäche, aber vor allem deshalb, weil sich an der Mündung der Bäche in die Kyll Rückstaus bildeten.Die Verbandsgemeinde Trier-Land, Herrin über die Gewässer dritter Ordnung, zu denen die Bäche gehören, hat 1997 damit begonnen einen Maßnahme-Katalog zum Schutz von Hochwasser gefährdeten Gebäuden und Einrichtungen an Bachläufen zu errichten. 1999 starteten die Arbeiten am Kimmlinger Bach oberhalb der Reizenmühle. Dort wurden Barrieren und Flutmulden errichtet. Seither wird quasi dauerhaft gearbeitet. In diesem Jahr wurde und wird an sechs Stellen gearbeitet: Dies alles unter der Maßgabe, die Fließgeschwindigkeit des Wassers zu reduzieren und Ablagerungen, zum Beispiel Geröll, zurückzuhalten. Kurz vor dem Abschluss stehen die Arbeiten am Welschbilliger Bach, in Höhe des Parkplatzes an der B 422. Dort bekommt der Bach, der bisher in einer befestigten Rinne lief ein neues Bett. Unter anderem fällt ein Wehr weg. Damit soll auch den Fischen der Weg bachaufwärts leichter gemacht werden. Drumherum entsteht eine Fläche, auf der sich das Wasser bei steigender Flut verteilen kann. "Das Gelände wird richtig modelliert und verästelt", erzählt Planer Gerd Juhre. Im Wasser werden nach einem ganz speziellen Muster Steine eingebaut, um den Tieren Ruhezonen zu bieten. 40 Stämme der auf dem Gelände gefällten Fichten werden wieder verbaut.Der Bach sei in der Vergangenheit immer wieder Auslöser für schwere Überflutungen gewesen, berichtet Ortsbürgermeister Medard Roth. "Deshalb sind diese Projekte ganz wichtig", sagt er. Das Wasser schieße nicht mehr ungebremst in Richtung Kyll. Bei "normalen Niederschlägen" entstehe dadurch eine enorme Entlastung.Gemeinde drängt auf Arbeiten an der Kyll

Für die Gemeinde werde aber erst dann eine tiefgreifende Entspannung eintreten, wenn auch an der Kyll selbst zusätzliche Schutzmaßnahmen ergriffen werden (Mauern, Wälle). Kreis und Land seien da in der Pflicht. Roth: "Wir drängen darauf.""Die Verbandsgemeinde Trier-Land hat ihre Hausaufgaben gemacht", sagt Bürgermeister Wolfgang Reiland. Rund eine Million Euro werden bis Jahresende in diverse Projekte geflossen sein. Das Land beteiligt sich daran mit 60 Prozent. Den Rest trägt die VG.vk