Neues errichten und Altes erhalten

HERMESKEIL. "Wir wollen Dinge für die Zukunft schaffen und dafür sorgen, dass unsere historischen Monumente erhalten bleiben." So umreißt der Vorsitzende Norbert Klaas die Ziele des Hermeskeiler Heimatvereins. Dieser hat seit 23 Jahren mit neuen Projekten und der Sanierung von Kulturdenkmälern das Gesicht der Hochwaldstadt mitgeprägt.

Wer sich Zeit nimmt für einen Spaziergang durch Hermeskeil und Umgebung, der wird an vielen Ecken auf Dinge stoßen, die es ohne den Heimatverein Hermeskeil nicht oder nicht mehr geben würde. So findet der Wanderer an der Gemarkungsgrenze von Hermeskeil nach Nonnweiler mit dem Lindenstein eine historische Rarität. Der Obelisk erinnert mit der Datierung nach dem französischen Revolutionskalender an die Ermordung des Amtsboten Linden im Jahr 1800. Das Original steht zwar, von Wind und Wetter gezeichnet, mittlerweile im Hochwaldmuseum. Dem Heimatverein ist es jedoch zu verdanken, dass ein Duplikat angefertigt wurde und ein kleine Anlage mit Bänken zur Rast am historischen Ort einlädt. Ohne den Heimatverein würde so mancher vermutlich auch achtlos an den keltischen Hügelgräbern "Am Tivoli" vorbeigehen, wo Hinweistafeln auf die rund 2500 Jahre alten Relikte hinweisen. Am Schulzentrum wurde vor fünf Jahren eine Sonnenuhr aufgestellt, und unterhalb des Gymnasiums errichtete der Verein vor einiger Zeit mit Unterstützung des Forstamts eine 40 Meter lange Brücke durch das Schafbachtal, die von vielen Spaziergängern genutzt wird. Dies sind nur einige Beispiele in einer langen Liste an Projekten, die der Hermeskeiler Heimatverein in den zurückliegenden 23 Jahren verwirklicht hat. "Wir sehen es als unsere Verpflichtung an, unser Geld für Stadt und Bürger auszugeben", sagt der Vereinsvorsitzende Norbert Klaas. Denn, was viele nicht wissen: "Eigentlich ist jeder Hermeskeiler Mitglied in unserem Verein." Die Stadt zahlt als eigenständiges Mitglied pro Bürger jährlich 0,25 Cent an den Heimatverein. Hinzu kommen derzeit 73 "reguläre" Mitglieder. Das ist zwar eine stolze Zahl, von Nachwuchsproblemen bleibt aber auch der Heimatverein der Hochwaldstadt nicht verschont. Der Altersdurchschnitt liegt bei über 60 Jahren, und es sei schwer, jüngere Leute für die Arbeit des Heimatvereins zu begeistern, sagt der Vorsitzende. Allerdings kümmert sich der Verein, dessen Mitglieder etwa zur Hälfte Frauen sind, keineswegs nur um die Pflege von Hermeskeiler Kulturdenkmälern. "Gemeinsame Wanderungen oder Fahrten gehören natürlich auch zu unserem Vereinsangebot", sagt Klaas. Er könne das zwar nur grob überschlagen, antwortet der Vorsitzende auf die Frage, wie viel der Heimatverein seit seiner Gründung in seine Projekte gesteckt hat. "Aber mit 50 000 Euro rechne ich schon."Projekte: Wetterstation und römische Säule

Großen Wert legt Klaas in diesem Zusammenhang auf die Feststellung, "dass wir viele Dinge als Gemeinschaftsprojekte mit anderen Hermeskeiler Institutionen machen". Die Renovierung der von Vandalen heimgesuchten Erzbergkapelle, eines von allein zwölf Projekten im Jahr 2003, sei beispielsweise zusammen mit dem Lions-Club in Angriff genommen worden. Noch mehr, nämlich 20 Vorhaben, hat sich der Heimatverein in diesem Jahr vorgenommen. Ist der Aufbau einer Wetterstation am Schulzentrum noch ohne großen Aufwand zu bewältigen, so dürfte ein anderes Projekt sehr vielen Besuchern der Hochwaldstadt ins Auge springen. Zusammen mit dem Bauamt soll schon bald in der Mitte des großen Verkehrskreisels im Sondergebiet Abtei eine zweieinhalb Meter große Säule aufgestellt werden. Gekrönt von zwei der Antike nachempfundenen Karrenrädern, werden auf den vier Seiten der Säule auf Transparenten römische Transportszenen zu sehen sein. Denn dort, wo täglich viele Menschen zum Einkauf ins Kaufland abbiegen, rollten schon zur Römerzeit die Wagen unserer Vorfahren. Morgen lesen Sie: Wo wird schon "gebuddelt", und wo sollen in absehbarer Zeit die Bagger rollen? Der TV stellt die Straßenbauprojekte in der VG Hermeskeil vor.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort