Neues Führungsteam der VG Saarburg-Kell ist komplett

Kommunalpolitik : Führungsteam komplett, aber erster Stress im neuen Rat

Der Rat der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell hat am Dienstagabend seine ehrenamtlichen Beigeordneten gewählt: Siegfried Büdinger (CDU), Tim Kohley (CDU) und Edith Rommelfanger (FWG). Ein Ergebnis, das für eine der sechs Fraktionen einen Beigeschmack hat.

Erst seit neun Tagen existiert die Verbandsgemeinde (VG) Saarburg-Kell. Bürgermeister Jürgen Dixius (CDU), am 2. Januar ins Amt eingeführt, will nun möglichst rasch den politischen Betrieb aufnehmen: „Es kommt einiges an Arbeit auf uns zu. Da müssen wir schnell einsteigen.“ Doch bevor zum Beispiel der VG-Haushalt beraten werden kann, musste der 40-köpfige Rat der neuen Verbandsgemeinde zunächst noch organisatorische Dinge erledigen. Dazu zählte die Wahl der drei ehrenamtlichen Beigeordneten. Sie vertreten künftig im Verhinderungsfall den Bürgermeister und seinen hauptamtlichen ersten Beigeordneten Martin Alten (CDU). Die Abstimmung, die zunächst reibungslos verlief, löste am Ende der Sitzung die erste Unstimmigkeit im neuen Gremium aus.

Beigeordnete Der Rat kürte den Ayler Ortsbürgermeister Siegfried Büdinger (CDU), den Manderner Ortschef Tim Kohley (CDU) und Edith Rommelfanger (FWG) aus Zerf zu ehrenamtlichen Beigeordneten. Alle drei wurden in separaten Wahlgängen ohne Gegenkandidaten gewählt. Büdinger erhielt die meisten Ja-Stimmen (31) von den insgesamt 40 Mandatsträgern. Für Kohley stimmten 29 Ratsmitglieder, für Edith Rommelfanger 27. Die Zerferin appellierte an ihre Kollegen, fraktionsübergreifend „unsere Kräfte zu bündeln“ und die Bürger in die Entscheidungsprozesse einzubinden.

Die CDU – mit 18 Sitzen stärkste Kraft vor FWG und SPD mit je sieben Mandaten – stellt damit vier von fünf Mitgliedern im Führungsteam der VG inklusive Bürgermeister und hauptamtlichem Beigeordneten. Von den vier Beigeordneten stammen drei aus der ehemaligen VG Kell.

Kurz vor Ende der Sitzung meldete sich der SPD-Fraktionschef Patrick Krantz (Kell am See) zu Wort und kritisierte den Ablauf der Wahl. Er sprach von „kritischen Umgangsformen“ gegenüber der SPD. Dieser sei von der CDU angeboten worden, einen Beigeordneten-Kandidaten aus den eigenen Reihen zu benennen. Auf diesen Vorschlag habe man aber keine Rückmeldung mehr erhalten und daher auf einen Vorschlag in der Sitzung verzichtet.

CDU-Vorsitzende Simone Thiel erklärte später gegenüber dem TV, die SPD habe sich zu lange intern beraten und „zu spät“ ihren Kandidaten mitgeteilt. Da seien die Vorschläge schon mit den Fraktionen abgestimmt gewesen. Krantz schildert dies am Mittwoch auf TV-Nachfrage anders: Die CDU habe signalisiert, einen SPD-Beigeordneten unterstützen zu wollen und um Vorschlag bis zum 14. Dezember gebeten. „Ich habe gleich geantwortet, dass wir es erst zum 21. Dezember schaffen, an dem Tag aber unseren Vorschlag mitgeteilt.“ Er wisse, dass der FWG-Vorschlag erst in einer Sitzung am 27. Dezember besprochen worden sei. Von der CDU habe es aber geheißen, die SPD sei zu spät dran und man werde ihren Bewerber nicht unterstützen. „Deshalb haben wir dann auch verzichtet“, sagt Krantz.

Laut Gemeindeordnung müssen Kandidaten für die ehrenamtlichen Beigeordneten dem Rat vor der Wahl vorgeschlagen werden. Eine Frist, bis wann die Vorschläge zu machen sind, wird nicht genannt.

Fraktionen Die sechs Gruppierungen, die im Herbst in den Rat gewählt wurden, haben sich auch jeweils zu einer Fraktion zusammengeschlossen. Simone Thiel (Saarburg) führt die CDU an. Stellvertreter sind Sascha Kohlmann, Jens Anell (beide Schillingen) und Franz-Josef Reiter (Saarburg). Die Freie Wählergruppe hat Armin Britten (Serrig) zum Vorsitzenden bestimmt, Vertreter ist Erwin Rommelfanger (Zerf). Die Fraktionsspitze der SPD bilden Patrick Krantz und Ulf Milanese (Serrig), bei den Grünen hat Stephanie Jacoby-Spengler den Vorsitz übernommen. Gerd Benzmüller (Ockfen) führt die FDP, Johannes Thebach (Saarburg) die Junge Liste.

Informationen für die Bürger Neu für die Einwohner der ehemaligen VG Kell ist das Ratsinformationssystem, das auf der Internetseite der Verbandsgemeinde einsehbar ist (www.saarburg-kell.de). Dort sind unter anderem die Sitzungstermine der 29 Gemeinden, die Mandatsträger aller Gremien, Sitzungsvorlagen und Protokolle abrufbar. Über die Internetseite ist auch das neue gemeinsame Amtsblatt, das Saarburger Kreisblatt, online einzusehen.

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