Neues Gesicht für Hockweiler

HOCKWEILER. Die Gemeinde Hockweiler liegt - genau wie Franzenheim - in einem Randgebiet der Verbandsgemeinde Trier-Land. Was die Investitionen angeht ist sie derzeit aber so etwas wie der Nabel der kommunalen Familie.

Ein Dorf verändert sein Gesicht. Wenn das derzeit für einen Ort in der Verbandsgemeinde Trier-Land gilt, dann für Hockweiler. Zugegeben: Der Ort zählt gerade einmal 200 Einwohner, Änderungen bleiben mithin nicht verborgen. Beim Blick auf die Investitionen wird aber deutlich, wie groß diese Veränderungen sind.Neue Ver- und Entsorgung unter ausgebauten Straßen

4,6 Millionen Euro werden in die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung sowie in den Ausbau der Gemeindestraßen gesteckt. Zusätzlich erhielt die Kreisstraße eine teilweise neue Streckenführung. Alle diesen Arbeiten waren notwendig, weil der Ort erst im Jahr 2002 eine Kläranlage erhielt. Bis dahin waren die Häuser an Sickergruben angeschlossen. Die Verbandsgemeinde Trier-Land trägt von dieser Summe 2,4 Millionen Euro, die Gemeinde Hockweiler beteiligt sich mit 1,3 Millionen Euro. Da die Kommunen die Bürger mit Beiträgen an den Arbeiten beteiligen, kommen auf die Anwohner Kosten von rund 1,3 Millionen zu. Doch das ist längst nicht alles, was in den kleinen Ort investiert wird. Teil zwei des neuen Gesichts der Gemeinde ist das Baugebiet, das unterhalb der L 143 entsteht. 29 Baustellen wurden dort ausgewiesen. "Bis auf drei sind alle verkauft", berichtet Ortsbürgermeister Josef Peters stolz. Und das zu für die Region moderaten Preisen von 80 Euro pro Quadratmeter. Im August ging die Bautätigkeit los. An 15 Häusern wird derzeit gearbeitet. Auch dort werden Millionenbeträge an privaten Mitteln investiert. Wenn der Bedarf vorhanden ist, können in diesem Bereich weitere zwölf bis 13 Baustellen entstehen. Es ist also nicht auszuschließen, dass sich die Einwohnerzahl von Hockweiler in den kommenden Jahren verdoppeln wird. "In den 80er Jahren sind viele junge Leute fortgezogen, weil sie hier nicht bauen konnten", bedauert der Ortsbürgermeister. Das hat sich geändert. Doch es sind nicht nur Einheimische, die sich den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen. "Die Leute kommen aus Irsch, Filsch und direkt aus der Stadt", berichtet Peters: angelockt durch den günstigen Preis und die Nähe zur Universität. Peters verhehlt nicht, dass sich der Ort, der mit Franzenheim eine Art Enklave der VG Trier-Land bildet, in früheren Zeiten vernachlässigt fühlte. Peters zeigt aber auch Verständnis, dass die Hauptorte auf der anderen Moselseite Priorität besaßen. Die Gemeinde habe lange mit schlechten Straßen und ebenso mangelhafter Oberflächen- und Schmutzwasserentwässerung gelebt. Mit dem Bau der Kläranlage, Voraussetzung für die jetzt laufenden Arbeiten, habe sich Vieles zum Guten gewendet. "Das ist eine gewaltige Anstrengung für den Ort", sagt Peters. Es gebe zwar immer einige Unzufriedene. Doch insgesamt sei alles sehr harmonisch verlaufen. Peters: "Ich muss die Bürger loben." Die nahmen seit März 2001 einige Unbilden in Kauf. "Monatelang mussten sie über Schotter fahren", berichtet Wolfgang Reiland, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Trier-Land. Für Josef Peters, seit fast 30 Jahren Ortsbürgermeister von Hockweiler, nähert sich eine "stressige Zeit" dem Ende. Jeden Tag war der 65-Jährige unterwegs, um nach dem Rechten zu sehen. In diesen Tag erfolgt die Abnahme einzelner Projekte. Auch andere Bürgern verfolgten die Arbeiten. Rentner Johann Haubrich war nach eigenem Bekunden "fast jeden Tag dabei". "Wir müssen zwar viel bezahlen, aber ohne Kläranlage und andere Infrastrukturmaßnahmen geht es heute nicht mehr", sagt er. Man müsse an die Zukunft denken. Schließlich sterbe der alte Ortskern mit der Zeit aus. Für die an den Arbeiten beteiligten Firmen hält er ein dickes Lob bereit: "Wir waren sehr zufrieden mit ihnen."