Neues Konzept für Greifvogelpark

Neues Konzept für Greifvogelpark

Adler, Bussarde, Schweine, Waschbären - das sind nur einige der oft handzahmen Tiere, die der Greifvogelpark Saarburg zu bieten hat. Die Saison ist fast vorbei - Zeit Bilanz zu ziehen und einen Blick in die Zukunft zu wagen, denn der Park bekommt in den nächsten drei Jahren ein neues Gesicht.

Saarburg. Im Sturzflug kommt ein Weißkopfseeadler auf die Besucher zu. Der Vogel landet auf dem dicken Lederhandschuh des Falkners und Besitzers des Greifvogelparks Saarburg, Wolfgang Klotzbücher, um sich seine Beute abzuholen.

Die Flugshow mit verschiedenen Greifvögeln ist die Attraktion des Tierparks. Doch auf den insgesamt drei Hektar Waldfläche leben nicht nur Vögel, sondern auch Waschbären, Meerschweine, Laufenten oder Hühner und Frettchen.

Seit 2003 gibt es den Tierpark bereits, und die Besucherzahlen sind stetig gestiegen. 2008 waren es 25 000 Besucher, die meisten davon Touristen. "Seit im Mai 2009 die Landesstraße 135 gesperrt wurde, sinken die Zahlen", sagt Wolfgang Klotzbücher. So waren 2009 nur 20 000 Besucher da, 2010 bisher nur 17 000. Eigentlich sollte die Straße bereits im Juli fertig sein, sagt Klotzbücher. Nach Informationen des Landesbetriebs Mobilität wird die L 135 Ende Oktober wieder freigegeben.

Tierpark bekommt ein neues Gesicht



Für Klotzbücher und seine Frau, mit der er den Park in Eigenregie betreibt, war es ein hartes Jahr. "Der Orkan im Februar hat viel verwüstet, wir haben fünf Greifvögel durch umfallende Bäume verloren", sagt Klotzbücher. Doch davon lassen sich die Besitzer des bauernhofähnlichen Geländes nicht abschrecken. Während seine Frau in Teilzeit arbeitet, ist der ausgebildete Falkner hauptberuflich, rund um die Uhr, von März bis November mit seinen Tieren beschäftigt. "Urlaub ist im Sommer nicht drin, im Winter gibt es dann einen Kurzurlaub, denn die Tiere brauchen immer Pflege", sagt Klotzbücher. Eine weitere Tierpflegerin soll ihm bald Arbeit abnehmen.

Im Winter nutzt Klotzbücher die Zeit, um Reparaturen anzugehen. Alles im Park haben die Klotzbüchers selbst geschaffen, mit wenig finanziellem Aufwand. Doch das soll sich ändern.

Ein neues Konzept soll dem Tierpark ein neues Gesicht geben und vielleicht auch einen neuen Namen, denn der Name Greifvogelpark wird dem Gelände nicht gerecht. 150 000 Euro wollen die Klotzbüchers investieren. Dafür werden sie private Kredite aufnehmen. "Wir sind finanziell so aufgestellt, dass ein Kredit kein Problem ist", sagt der Parkleiter. Herauskommen soll ein gut strukturierter und attraktiver Park für Touristen und Einheimische.

Ein Schritt soll die Gründung eines Fördervereins werden, denn der Besitzer will einen Waldlehrpfad einrichten, ein grünes Klassenzimmer für Schüler anbieten und Tafeln mit vielen Informationen rund um das Tiergehege und dessen Bewohner aufstellen. Für die Finanzierung der bildungsfördernden Elemente sollen Fördermittel beantragt werden. Bereits in diesem Winter soll der Eingang neugestaltet werden. Ein großer Kassenbereich wird gebaut. Die Besucher sollen das Gelände dann durch einen Souvenirshop verlassen.

Momentan laufen im Eingangsbereich noch Hühner, Ziegen, Hasen und Laufenten frei herum. Im neuen Park wird das nicht mehr so sein. Die Tiere bekommen ihre Gehege, die auch begehbar sind. Für insgesamt 50 000 Euro entsteht ein Holz- Naturspielplatz, der wegen der Kosten erst nach und nach ausgebaut wird.

Neue Gehege, Holzspielplatz und Souvenirshop



Bisher führt ein steil ansteigender Weg den Berg hinauf zur Greifvogelshow. Ein neuer Serpentinenweg wird bereits angelegt. Für beeinträchtige Menschen hat der Parkbesitzer einen Kleinbus angeschafft, damit auch sie eine Flugshow ansehen können. Klotzbücher erzählt von Ruhebänken und kleinen Gärten, die im Park entstehen sollen. Besonders wichtig sei die Errichtung sanitärer Anlagen.

Doch eines, verspricht er, wird immer so bleiben: "Wir halten hier keine Vorträge, wir erzählen Geschichten, die den Besuchern unsere Tiere näherbringen, weil sie alle ihre eigene Persönlichkeit haben." Loki, der Truthahngeier, ist beispielsweise so faul, dass er lieber läuft, anstatt zu fliegen. Und Phönix, der Weißkopfseeadler aus der Flugshow, klaut gern, am liebsten Plüschtiere und Rucksäcke. Extra Öffnungszeiten des Greifvogelparks: geöffnet von Ostern bis November, Montag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr (kein Ruhetag), Flugvorführung täglich um 11 und um 15 Uhr, in den Wintermonaten (November bis Ostern) Flugvorführungen und Öffnungszeiten auf Anfrage. Kontakt: 06581/996094, Internet: www.greifvogelpark-saarburg.de