Neues Lager: Genug Salz für den ganzen Winter

Neues Lager: Genug Salz für den ganzen Winter

Die kalte Jahreszeit kann kommen: Mit einem 600.000 Euro teuren Neubau hat sich die Straßenmeisterei Hermeskeil für strenge Winter gerüstet. Auf dem Betriebsgelände wurde eine große Lagerhalle errichtet, in der 1500 Tonnen Streusalz Platz haben. Noch ist die Halle leer. Doch bis Mitte November soll sie mit dem kostbaren weißen Gut gefüllt sein.

"Streusalz wird knapp, und Nachschub ist Mangelware." Diese Meldungen schreckten nach ausgiebigen und anhaltenden Schneefällen im Winter 2010/11 deutschlandweit die Autofahrer auf. Auch in der Region Trier und speziell im Hochwald traten diese Engpässe auf. In Zukunft ist die Straßenmeisterei (SM) Hermeskeil aber besser gegen solche Wetterkapriolen gewappnet.

Die große Investition: Im hinteren Bereich des Betriebshofs steht inzwischen eine 26 mal 13 Meter große Halle. Dafür hat der Bund 600 000 Euro ausgegeben. Die Halle dient als Speicher für maximal 1500 Tonnen Streusalz, das dort bis zu fünf Meter hoch aufgeschüttet werden kann. Die Arbeiten an der Halle selbst sind zwar schon abgeschlossen, das Streusalz fehlt aber. Der Grund: Die Zufahrt zur Halle muss noch fertiggestellt werden. "Bis Mitte November wird das der Fall sein. Dann wird auch das Salz geliefert, das wir einlagern", sagt SM-Leiter Arnold Eiden. Das heißt aber nicht, dass seine Männer - die übrigens am letzten Oktoberwochenende schon ihre ersten Einsätze gefahren sind - bis dahin ohne Streusalz dastehen.

Die Streusalz-Situation: Die alte Lagerhalle in Hermeskeil mit einer Kapazität von 600 Tonnen ist noch "etwa zu drei Vierteln voll. Wir würden also noch eine Zeit lang über die Runden kommen", so Eiden. Außerdem verfügt die SM neben ihrem Hauptsitz noch über zwei weitere Lagerhallen in Zerf (Kapazität 800 Tonnen) und Pluwig (1000 Tonnen), die gefüllt sind.In einem grimmigen und schneereichen Winter wie dem 2010/11 liegt der Streusalzverbrauch erfahrungsgemäß bei etwa 4500 Tonnen, so Eiden. Im vorigen, milderen Winter 2011/12 kam die SM Hermeskeil hingegen mit 1800 Tonnen aus. Theoretisch könnte also schon vorab eine ausreichend große Vorratsmenge an Streusalz auf Halde gelegt werden. Laut Eiden haben die dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) Trier untergeordneten Straßenmeistereien eine weitere Lehre aus den Streusalz-Problemen vor zwei Jahren gezogen. "Wir bestellen jetzt schneller nach. Bei uns machen wir das beispielsweise, wenn 100 Tonnen Lagermenge weg sind."

Der Ablauf beim Winterdienst: Wenn es glatt ist oder schneit, drehen im Gebiet der SM Hermeskeil neun Fahrzeuge ihre Runden. Vier davon stammen aus dem eigenen Fuhrpark. Externe Dienstleister stellen die anderen fünf Fahrzeuge zur Verfügung, wobei die SM sie mit den Schneepflügen und Streugeräten ausstattet. Ob sich der Räumtrupp frühmorgens in Bewegung setzt, hängt zunächst im ersten Schritt davon ab, was am Abend zuvor die Meteorologen sagen. Eiden und die anderen Leiter der Straßenmeistereien können dabei auf eine spezielle, öffentlich nicht einsehbare Internetseite des Deutschen Wetterdienstes zurückgreifen. Auf ihr werden für die jeweilige Region neben allgemeinen Informationen auch gezielte Vorhersagen zu den zu erwartenden Temperaturen auf Brücken oder Strecken im Schatten geliefert. Kündigen sich kritische Bedingungen an, richtet Eiden eine Rufbereitschaft ein. Nachts um 2 Uhr wird dann eine Kontrollfahrt gemacht.
Dabei werden gerade die Strecken angesteuert, auf denen erfahrungsgemäß erhöhte Glättegefahr besteht. "Bei uns ist beispielsweise die Felsenmühle an der B 407 zwischen Reinsfeld und Kell eine charakteristische Stelle. Da liegt die Temperatur oft zwei Grad niedriger als anderswo", sagt Eiden. Wird bei dieser Kontrollfahrt festgestellt, dass ein größerer Winterdiensteinsatz ratsam ist, rücken gegen 3 Uhr die neun Fahrzeuge aus.
Drei bis dreieinhalb Stunden brauchen sie auf den ihnen zugewiesenen Strecken für einen Umlauf. Kommt nichts dazwischen, sind alle Straßen einmal abgefahren, geräumt und gestreut, bevor der Berufsverkehr beginnt. "Das ist natürlich nur der Idealfall. Wenn es erst frühmorgens anfängt zu schneien, wird es schwierig, den Plan einzuhalten", sagt Eiden. Abends sind die Räumfahrzeuge normalerweise bis 20 Uhr unterwegs. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den verkehrsreichen Straßen: Höchste Priorität haben deshalb im Streuplan der SM Hermeskeil die B 52 von der Hochwaldstadt bis zur Ehranger Brücke, die Hunsrückhöhenstraße (B 327/B 407), aber auch die L 143 von Kell nach Pluwigerhammer.
Extra

Die SM Hermeskeil ist für ein circa 300 Kilometer langes Straßennetz zuständig, das sich über die komplette Verbandsgemeinde (VG) Kell am See, große Teile der VG Hermeskeil und VG Ruwer sowie zwei Orte in der VG Trier-Land erstreckt. Hermeskeil ist zudem seit Januar 2008 Sitz der Master-Straßenmeisterei (MSM). In Rheinland-Pfalz wurden damals jeweils drei Straßenmeistereien zu einer MSM zusammengefasst. Die MSM Hermeskeil setzt sich aus den drei bis dahin selbstständigen Altstraßenmeistereien Hermeskeil, Saarburg und Thalfang mit einem Gesamtstraßennetz von 930 Kilometern zusammen. Dort drehen im Winter insgesamt 27 Fahrzeuge ihre Runden. Geräumt und gestreut werden von den Straßenmeistereien die sogenannten klassifizierten Straßen: also Kreis-, Bundes- und Landesstraßen - und zwar außer- und innerorts. Für alle anderen Innerortsstraßen sind die jeweiligen Kommunen selbst verantwortlich. In der Stadt Hermeskeil setzt der Bauhof beispielsweise drei eigene Fahrzeuge ein. Laut dessen Leiter Volker König hat Hermeskeil aktuell einen Streusalz-Vorrat von 120 Tonnen. Davon befinden sich 90 Tonnen im Silo. "Außerdem haben wir sozusagen als Notgroschen 30 Tonnen Sackware eingelagert", so König. Mit diesen Streusalzmengen könne die Stadt auskommen, "wenn der Winter nicht allzu streng wird". So lag im vorigen Winter 2011/12 der Verbrauch bei 105 Tonnen. Im schneereichen Winter 2010/11 waren es insgesamt 170 Tonnen. ax