Neues Leben fürs Nitteler Baugebiet

Dem geplanten Neubaugebiet "Auf dem Wiesengraben" in Nittel ist durch eine neu überarbeitete Straßenführung und ein verändertes Finanzierungsmodell neues Leben eingehaucht worden. Der Ortsgemeinderat stimmt dem neuen Konzept zu.

Nittel. Diskussion um das umstrittene Neubaugebiet "Auf dem Wiesengraben": "Die vorgesehene Flächennutzung mit Frischemarkt, Drogerie, Seniorenresidenz, Parkplätzen, Bushaltestelle und rund 100 Bauplätzen für Einfamilienhäuser wurde im Grundsatz beibehalten", erläutert Projektentwickler Claudius Frühauf aus Wiltingen bei der Vorstellung der aktuellen Planungen für das umstrittene Großprojekt an Nittels südlichem Ortsrand.

Neu sei, dass die Eigentümer des Geländes ihre Grundstücke selbst vermarkten und dafür die Erschließungskosten auch selbst tragen.

"Die Gemeinde wird nur 30 Prozent der Grundstücke erwerben und hat nach dem Verkauf von ungefähr 20 Bauplätzen ihren Anteil an den Erschließungskosten des Geländes bezahlt", beschreibt der Planer das neue Finanzierungskonzept. Die dann noch in Besitz der Gemeinde verbleibenden 15 bis 18 Grundstücke könnten dann einheimischen Bauwilligen angeboten werden.

Ein weiterer Vorteil der Neuplanung sei, dass die Straße Wiesengraben in das Neubaugebiet miteinbezogen würde. "Für die Ortsgemeinde und die ‚Altanlieger' reduzieren sich die Kosten für die erstmalige Erschließung der Straße Wiesengraben ganz beträchtlich, weil die bislang vorgesehene zusätzliche, parallel zum Wiesengraben verlaufende Erschließungsstraße jetzt überflüssig geworden ist und sich die zukünftigen Anlieger auf der Neubaugebietsseite an den Kosten beteiligen werden", erklärte Frühauf. "Außerdem haben wir auf Wunsch der Ortsgemeinde auch einen Spielplatz in die Planung aufgenommen."

Die Wiesenstraße soll zur B 419 hin eine Sackgasse werden. Den gewünschten Kreisel für die Anbindung des Neubaugebiets an die Bundesstraße würde es nicht geben. Planer Frühauf: "Der Bau des Kreisels mit Kosten in Höhe von rund einer Million Euro ist dem Landesbetrieb Mobilität einfach zu teuer. Außerdem würde der Verkehrsfluss stärker eingeschränkt werden, als dies vom LBM erwünscht ist."

Ratsmitglied Doris Köbernik (Grüne) berichtete, dass ein Teil des zukünftigen Baugebiets früher als Müllkippe genutzt worden sei. Frühauf ist davon nichts bekannt.

"Aus Gesprächen mit den Grundstückseigentümern wissen wir, dass eine frühere Senke in den 60er Jahren mit dem Bauaushub vom Kindergarten und von der Schule aufgefüllt wurde", sagte der Projektplaner. Auf dem betreffenden Gelände sei lediglich eine Begrünung vorgesehen, obwohl es vollkommen unproblematisch als Bauland geeignet wäre. Der Ortsgemeinderat vereinbarte, dass dieser Punkt auf der nächsten Sitzung des Bauausschusses noch einmal aufgenommen wird.

Die vorgesehene gradlinige Straßenführung missfiel einigen Ratsmitgliedern aus ästhetischen Gründen. "Alle Behörden und insbesondere auch die Naturschutz- und Landschaftsschutzverbände wünschen parallel zum Hang verlaufende Straßen", gab Planer Frühauf zu bedenken.

Nach intensiver Diskussion stimmte der Ortsgemeinderat dem neuen Planungsvorschlag mit großer Mehrheit zu.

Legende Versickerungsmulden Parkplatz geplanter Standort Drogeriemarkt geplanter Standort SB-Markt geplanter Standort Seniorenzentrum Kinderspielplatz