Neues Leben im toten Baumarkt

Seit fast zehn Jahren steht der alte Hela-Baumarkt am Dörrenbach leer. Ein Ingenieurbüro erstellt nun einen neuen Bebauungsplan, der die Ansiedlung von Geschäften möglich macht. Interessenten gibt es.

Hermeskeil. Wann gibt es endlich neue Geschäfte in der Einzelhandelsbrache am Dörrenbach? Kommen bald Tacco, Deichmann und Rossmann nach Hermeskeil? Um die Ansiedlung dieser Geschäfte auf dem Gelände des alten Hela-Baumarktes zu ermöglichen, muss der Bebauungsplan für das Gewerbegebiet geändert werden. Der Hermeskeiler Stadtrat hat nun entschieden, den Bebauungsplan zu ändern und dem Bitburger Ingenieurbüro Isu den Auftrag erteilt, sich darum zu kümmern.
Das Büro Isu hat bereits das Einzelhandelskonzept für Hermeskeil erarbeitet und damit erste Eckpfeiler für neue Geschäfte am Dörrenbach eingeschlagen. In den kommenden Monaten werden die Planer die Vorgaben aus dem Einzelhandelskonzept für das Areal am Dörrenbach konkretisieren. Soll heißen: Bisher durften neue Anbieter nicht außerhalb der Innenstadt angesiedelt werden. Mit dem neuen Konzept wurde diese Vorgabe aufgeweicht.
Beschränkungen gibt es aber nach wie vor: Die Geschäfte dürfen maximal 800 Quadratmeter Verkaufsfläche haben. Ein neuer Lebensmittelmarkt hat es schwer, zugelassen zu werden. Händler mit Sport- und Campingartikeln können Läden eröffnen, ebenso Verkäufer von Kleidung, Schuhen und Drogerieartikeln. Isu kümmert sich jetzt unter anderem um wasserrechtliche Vorgaben und Naturschutzfragen, die in dem neuen Plan berücksichtigt werden müssen. Bis es am Dörrenbach tatsächlich Kleidung zu kaufen gibt, wird es aber noch dauern. Die einzelnen Planungsschritte müssen vom Rat abgenickt werden.
Ketten melden Interesse an


Die Grundstücksgesellschaft Capriccio aus Saarlouis hat nach eigenen Angaben mit Tacco (Kleidung), Deichmann (Schuhe) und Rossmann (Drogerieartikel) drei Interessenten an der Hand, die auf dem Hela-Gelände Filialen eröffnen wollen. Bereits im April 2009 hatte das Unternehmen eine Bauanfrage an die Stadt gerichtet. Da sich aber seit 2002 keine Geschäfte mehr außerhalb der Innenstadt ansiedeln dürfen, wurde aus den Plänen bisher nichts. In der Vergangenheit hatte es teils heftigen Streit um das Gebiet am Dörrenbach gegeben. Der alte Vorstand des Hochwald Gewerbeverbands (HGV) hatte neue Geschäfte dort abgelehnt, weil er das Ausbluten der Innenstadt befürchtete. Damals hatten Befürworter und Gegner Unterschriften gesammelt, um ihre jeweilige Position zu stärken. Stadtbürgermeister Udo Moser hatte die Situation als "prekär" bezeichnet. Inzwischen hat der HGV einen neuen Vorstand und sein Verhältnis zur Stadt hat sich gebessert.

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