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Neues Lehrstellen-Portal der VG Hermeskeil soll Betriebe und Jugendiche stärker vernetzen

Verbandsgemeinde Hermeskeil startet Lehrstellen-Plattform : Schüler programmieren Internet-Portal für den Hochwald

Die Verbandsgemeinde Hermeskeil startet die Internetseite „JobFuture-Hochwald“. Darüber will sie regionale Firmen, die Lehrlinge brauchen, und junge Leute auf Stellensuche zusammenführen. Für das Projekt gab es besondere Verstärkung.

Wie kann die Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil ihre Betriebe vor Ort bei der Suche nach Nachwuchskräften unterstützen? Darüber hat die Verwaltung laut Bürgermeister Hartmut Heck (CDU) intensiv nachgedacht. Das Ergebnis ist eine neue Internetseite, die Firmen und junge Leute zusammenbringen soll.

Unter www.jobfuture-hochwald.de können Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Hochwald künftig nach Ferienjobs, Ausbildungsplätzen, freien Stellen und Angeboten für ein duales Studium in ihrer Nähe suchen. „Unsere Betriebe beklagen häufiger, dass sie vor Ort so wenig gesehen werden“, sagt Stefanie Schömer, bei der VG für Wirtschaftsförderung zuständig. Zwar gebe es große Lehrstellen-Portale beispielsweise von der Arbeitsagentur und den Trierer Kammern (siehe Info). Doch dort fielen „die kleinen familiengeführten Betriebe oft hinten runter“. Auf einer eigenen Seite könne man die Aufmerksamkeit stärker auf die Betriebe vor Ort lenken. „Weil wir auch Praktika und Ferienjobs integrieren, können die Firmen schon früh Kontakte knüpfen.“

Doch wie spricht man die Jugend am besten an? Um das herauszufinden, hat sich die VG Verstärkung organisiert. Ivo Faust aus Züsch und Leon Jung aus Naurath/Wald, die vor einem Jahr ihr Abitur in Hermeskeil gemacht haben, übernahmen die Programmierung von JobFuture Hochwald. „So haben wir gleich diejenigen einbezogen, die unsere Seite auch nutzen sollen“, sagt VG-Chef Heck. Beide jungen Männer seien „mit viel Eifer“ am Werk gewesen.

Beim Pressetermin führen sie das Ergebnis vor. Auf der Startseite gibt es die Rubrik „Finde Deine Stelle“. Dort sind alle aktuellen Angebote hinterlegt – sortiert nach Branchen sowie nach Ausbildungsplätzen, Ferienjobs, Praktika und freien Stellen. Unternehmen können sich an anderer Stelle per Steckbrief anmelden und eintragen, was sie anbieten.

Die Daten werden vor der Freischaltung von VG-Mitarbeiterin Schömer geprüft. Sie übernimmt auch das Streichen bereits besetzter oder abgelaufener Stellen und ergänzt neue Angebote. „Erste Stellen sind schon online. Wir hoffen, dass es sich schnell weiter füllt“, sagt Schömer. Angesprochen seien Firmen aus dem gesamten Hochwaldraum, aus dem ja auch Jugendliche in Hermeskeil zur Schule gingen. „Wir wollen dazu beitragen, die jungen Leute hier zu halten, damit unsere Region als Arbeits- und Wohnraum bestehen bleibt.“

 Mit Plakaten an Schulen will die Verbandsgemeinde Hermeskeil auf ihre neue Internetplattform JobFuture aufmerksam machen. Wer mit dem Smartphone den abgebildeten QR-Code scannt, landet sofort auf der Seite und kann dort nach Ferienjobs, freien Stellen und Ausbildungsplätzen suchen.
Mit Plakaten an Schulen will die Verbandsgemeinde Hermeskeil auf ihre neue Internetplattform JobFuture aufmerksam machen. Wer mit dem Smartphone den abgebildeten QR-Code scannt, landet sofort auf der Seite und kann dort nach Ferienjobs, freien Stellen und Ausbildungsplätzen suchen. Foto: Trierischer Volksfreund/Christa Weber

Beworben werden soll das Portal auf der Internetseite der VG, über den Gewerbeverband und an den Schulen. Auf den Plakaten dazu ist ein QR-Code abgebildet. Wer ihn per Handy-Kamera scannt, der landet sofort auf der Seite. „Schnell und simpel“, das war laut Faust und Jung der Grund dafür, auf eine ursprünglich geplante App (Programm für Smartphone oder Tablet-Computer) zu verzichten. „Eine App muss man erst runterladen, das ist eine kleine Hemmschwelle“, sagt Ivo Faust. Für die meisten Schüler sei eine Homepage der einfachste Einstieg. Obwohl beide inzwischen andernorts studieren, wollen sie das Projekt technisch weiter begleiten. „Es war eine Herausforderung, hat aber viel Spaß gemacht“, sagt Leon Jung.

Laut Bürgermeister gab es für das Projekt 2000 Euro von der Stiftung des Landkreises Trier-Saarburg. Seines Wissens, sagt Heck, sei die VG Hermeskeil im Kreis „Vorreiter“, was ein eigenes Ausbildungsportal betreffe. Angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise gehe die Seite „zum richtigen Zeitpunkt an den Start“. In Handwerks- und Pflegeberufen würden händeringend Nachwuchskräfte gesucht. Bedingt durch die Kontaktbeschränkungen seien zudem in den vergangenen Monaten einige Berufsorientierungsangebote und Ausbildungsmessen abgesagt worden oder schlicht nicht möglich gewesen.