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neues Musical wird in Hermeskeil aufeführt

Musical : Welturaufführung, die dritte

Hermeskeil etabliert sich als Musical-Hochburg, in der neben Klassikern auch Premieren auf die Bühne kommen. Das neueste Werk heißt „Serpentina“. Welche Rolle Wahnsinn darin spielt, verraten die Macher im TV-Gespräch.

Musical-Freunde dürfen sich erneut auf eine Premiere in der Hochwaldstadt freuen: das Rock-Musical „Serpentina – Zwischen Poesie und Wahnsinn“ (siehe Info) von Matthias Leo Webel. Die Idee dafür hatte der in Thalfang lebende Hermeskeiler 1999, drei Jahre nach der Premiere seines Musicals „Antonio – Prinz mit Eselsohren“. Dass er es erst heute realisiert, erklärt er mit beruflichen Prioritäten und dem „großen Respekt vor dem Werk“. Doch irgendwann sagte er sich: „Ich pack’ das noch mal an.“

Ab 2014 schrieb Webel am Drehbuch, in das zwischendurch gesammelte Ideen einflossen. Die endgültige Entscheidung, das Musical aufzuführen, fiel erst Ende 2016, so dass er 2017 intensiv am Stück und den Szenen arbeitete – und an der Musik: 18 gitarrenbetonte rockige Eigenkompositionen.

Parallel dazu stellte der Komponist, Texter und Regisseur das Team zusammen, wofür er wie berichtet Darsteller und Sänger ansprach, mit denen er schon selbst auf der Bühne stand. Gunter Berthold, der in Serpentina die Spießerwelt repräsentiert, wirkte bereits bei Antonio mit. Andere kennt er von David Steines` „Musical Project“ oder von „Fate – Das Bündnis der Mächte“ von Thomas Müller (Musik) und der Hermeskeilerin Karoline Müller (Idee und Texte). Sie unterstützt Webel und Fate-Sängerin Selina Dohr (22) aus Horath. Sie spielt die Serpentina. „Noch gar nicht geboren, als ich die Idee hatte“, war laut Webel Philipp Groetzner (17) aus Konz, der den Anselmus spielt.

Mit Tänzern und Statisten bestreiten 16 Akteure aus Hermeskeil und der ganzen Region von Wittlich über Trier bis ins Saarland die Premiere. Seit Anfang des Jahres proben sie drei- bis viermal die Woche. Neben Beruf, Studium oder Schule ist das nicht nur schwer koordinierbar. Es verlangt auch immensen Einsatz, der ohne Spaß, den „for fun“-Faktor, nicht denkbar wäre.

Die Besucher erwartet ein Musical mit Kostümen, die nicht in eine Epoche, sondern „durch die Zeit führen“ und mit zweistündiger reiner Spielzeit. „Es ist immer was los auf der Bühne“, verspricht Webel, dem das ähnlich wichtig ist wie das Herausarbeiten der Widersprüchlichkeit künstlerischen Engagements. Künstler müssten einerseits alles geben – in begrenzter Zeit, um dann davon auch leben zu können.

Matthias Leo Webel freut sich auf weitere Aufführungsanfragen, ist aber dennoch froh, dass sein zweites Musical in Hermeskeil uraufgeführt wird. Die Musical-Stadt stehe damit für mindestens drei Welt-Premieren. Dankbar ist er für den „großen Vertrauensvorschuss“ des Beirats Hermeskeiler Kultur(er)Leben, der das Musical im Rahmen der gleichnamigen Reihe präsentiert. „Da gibt es schon logistisch einiges, was bewegt werden muss“, nennt Vorsitzender Willi Auler die Abendkasse und das Catering als Beispiele. Als er im März 2017 zusagte, das Musical in der Hochwaldhalle aufzuführen, war das Stück nicht fertig. Manche Szene entwickle sich erst während der Proben, spricht Webel von „Ideen aus dem Moment heraus“.