Neues Plastik-Grün für 250 000 Euro

Neues Plastik-Grün für 250 000 Euro

Auf dem Sportplatz Tawern hat der Einbau des neuen Kunstrasenbelags begonnen. Nach 15 Jahren Dauerbeanspruchung war der alte Kunstrasen fast schon unbespielbar. Die Kosten von rund 250 000 Euro muss die Gemeinde alleine tragen - es handelt sich um eine reine Unterhaltungsmaßnahme, die nicht förderfähig ist.

Tawern. Weite grüne Bahnen zieht die niederländische Fachfirma HS aus Lith in dieser Woche mit einem Spezialtraktor wie Riesenteppiche über den federnden dunklen Untergrund des Tawerner Fußballplatzes. Hier entsteht ein neuer Kunstrasenplatz. In der vergangenen Woche waren die Dutzenden grünen Riesenrollen aus Frankreich angeliefert worden. "Wenn das Wetter mitspielt, können wir den Platz in zehn Tagen fertig haben", sagt Vorarbeiter Sjoerd Jak. Aber bei Regen sei Schluss, denn "dann können wir weder kleben noch mit Sand arbeiten".
Verheerende Bestandsaufnahme



Der Anfang dieser Verlegungsaktion geht auf eine Haushaltssitzung des Ortsgemeinderats Tawern im März 2016 zurück (der TV berichtete). Damals präsentierte Ortsbürgermeister Thomas Müller eine verheerende Bestandsaufnahme des SV Tawern. Vorstand und Trainer hatten Alarm geschlagen: Nach 15 Jahren mit rund 15 Wochenstunden Trainingsbetrieb war der Kunstrasen des Platzes völlig abgenutzt. Der gesamte Belag hatte noch 35 bis 50 Prozent der ursprünglichen Elastizität, Oberflächenwasser sammelte sich auf der heruntergetretenen Fläche. Der SV Tawern klagte über zunehmende Verletzungsgefahr für Sehnen und Bänder. Die Bespielbarkeit des Platzes stehe laut SV kurz vor dem Aus.
Die Hiobsbotschaft veranlasste den Gemeinderat zu einem haushaltsmäßigen Kraftakt: Einstimmig beschlossen wurde ein neuer Kunstrasenbelag für die rund 70 000 Quadratmeter umfassende Spielfläche. Dafür stellte der Rat 250 000 Euro in den Doppelhaushalt 2016/2017 ein. Dies entspricht komplett der kalkulierten Summe, denn ein neuer Platzbelag gilt nicht als Neubau, sondern als Unterhaltungsmaßnahme und ist daher nicht förderfähig. Dennoch waren sich die Fraktionen im März einig: Die Bespielbarkeit des stark frequentierten Platzes muss erhalten bleiben - zu wichtig ist die Anlage für das Vereins- und Dorfleben und für die Jugendarbeit.
Günstigere Sammelbestellung


Es hätte noch teurer werden können, doch kostendämpfend wirkte sich eine "Sammelbestellung" mit dem Kreis Trier-Saarburg und der Mittelmoselgemeinde Mehring aus. Der Kreis und Mehring betreiben jeweils gleichaltrige Kunstrasenplätze des französischen Herstellers Polythan am Schulzentrum Konz und auf der Sportanlage Mehring.
Dank der gemeinsamen Planung und Ausschreibung ergaben sich für die zwei Ortsgemeinden und den Kreis günstigere Konditionen: Ein Planungsbüro, eine ausführende Firma und eine Großbestellung an Material. Nach Angaben der niederländischen Auftragsfirma läuft derzeit auch in Mehring die Kunstrasenverlegung.
So heißt es bald wieder Anpfiff für junge und ältere Kicker auf dem neuen Tawerner Kunstrasen - pünktlich zum Start der Spielsaison 2016/2017.

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