Neues Salzlager für strenge Winter

Neues Salzlager für strenge Winter

Mitten im Sommer rüstet die Straßenmeisterei Hermeskeil auf, um sich künftig besser vor strengen Wintern zu schützen. Auf dem Betriebsgelände wird zurzeit eine große, 600 000 Euro teure Lagerhalle für Streusalz hochgezogen. Durch den Neubau steigt die Vorratskapazität von 600 auf 1500 Tonnen. Finanziert wird das Projekt vom Bund.

Hermeskeil. Rückblende, Winter 2010/2011: Ausgiebige und anhaltende Schneefälle lassen praktisch die ganze Republik nach Streusalz rufen. Deshalb werden auch in der Region Trier schnell die Vorräte knapp und es gibt große Probleme, Nachschub zu besorgen.
Um gegen solche Engpässe in Zukunft besser gewappnet zu sein, baut die Straßenmeisterei (SM) Hermeskeil jetzt im wahrsten Sinne des Wortes vor. Denn im hinteren Bereich des Betriebsgeländes sind die Arbeiten für die Errichtung einer neuen, 26 mal 13 Meter großen Lagerhalle angelaufen. Sie soll nach Auskunft von SM-Leiter Arnold Eiden bis Ende August fertig sein.
Fünf Meter hoch aufschütten


Somit kann in Hermeskeil ab dem kommenden Winter deutlich mehr Streusalz gelagert werden, als es bislang der Fall war. In der neuen Halle ist es möglich, das Streusalz fünf Meter hoch aufzuschütten. Die Vorratsmenge beträgt 1500 Tonnen.
"Die bisherige Halle mit einer Kapazität von 600 Tonnen werden wir für das Mischen von Sole weiternutzen", erklärt Eiden. Durch den Einsatz der Salz-Wasser-Lösung könne beim Streuen von Straßen die Tauwirkung erhöht und gleichzeitig reines Salz gespart werden. "Bei extremen Wintern brauchen wir rund 4500 Tonnen Salz, davon etwa 30 Prozent Sole", weiß Eiden aus Erfahrung. In der kalten Jahreszeit 2010/11 lag der Streusalzverbrauch der SM Hermeskeil in dieser Größenordnung. Im milderen Winter 2011/12 kam sie hingegen mit insgesamt 1800 Tonnen aus.
Diese Menge könnte die SM Hermeskeil nun theoretisch schon vorab problemlos auf Halde legen. Denn neben dem Hauptsitz in der Hochwaldstadt verfügt die SM noch über zwei Lagerhallen in Zerf (Kapazität: 800 Tonnen) und Pluwig (1000 Tonnen). Das Streusalz für den kommenden Winter - das übrigens aus Marokko kommt - wird wahrscheinlich Ende Oktober geliefert, so Eiden.
Die Baukosten für die neue Salzlagerhalle in Hermeskeil belaufen sich auf circa 600 000 Euro. Das Geld dafür stellt der Bund zur Verfügung. Denn er ist Eigentümer des Geländes und der Gebäude der Hermeskeiler SM.
Zwar gehört die SM organisatorisch zum Landesbetrieb Mobilität (LBM). Da die Straßenmeistereien aber auch für Bundesstraßen zuständig sind, gibt es zwischen Bund und Land vertragliche Regelungen zur anteiligen Übernahme von Kosten.Extra

Die neue Lagerhalle auf dem Gelände der Straßenmeisterei in Hermeskeil kostet rund 600 000 Euro. Sie fasst später 1500 Tonnen Streusalz. TV-Foto: Herbert Thormeyer.

Die Straßenmeisterei Hermeskeil ist für ein Netz aus Bundes-, Landes- und Kreisstraßen zuständig, das sich insgesamt über mehr als 300 Kilometer erstreckt. Im Winter drehen dort neun Räum- und Streufahrzeuge ihre Runden. Hermeskeil ist zudem seit Januar 2008 Sitz der Master-Straßenmeisterei (MSM). In Rheinland-Pfalz wurden damals jeweils drei Straßenmeistereien zu einer MSM zusammengefasst. Die MSM Hermeskeil setzt sich aus den drei bis dahin selbstständigen Altstraßenmeistereien Hermeskeil, Saarburg und Thalfang zusammen. Sie betreut ein 930 Kilometer langes Straßennetz. Der Zuständigkeitsbereich erstreckt sich über den Großteil des Kreises Trier-Saarburg - und zwar die Verbandsgemeinden (VG) Hermeskeil, Kell, Ruwer, Konz und Saarburg. Er umfasst aber auch die VG Thalfang und geht bis vor die Tore Morbachs. Die MSM setzt für ihren Winterdienst insgesamt 27 Fahrzeuge ein. Neben den Streusalzlagern im Bereich Hermeskeil gibt es noch Vorratshallen auf den Straßenmeisterei-Geländen in Saarburg und Thalfang sowie außerhalb in Konz-Könen und in Papiermühle bei Neumagen-Dhron. ax

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