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Neues soziales Zentrum für die Region

Neues soziales Zentrum für die Region

Das Bildungszentrum Trier-Saarburg feiert am neuen Standort seinen ersten Geburtstag. Vorgestellt werden viele Freiwillige mit wichtigen Aufgaben und interessantem Alltag, vor allem aber ihre neue Unterbringung.

Saarburg Kleine weiße Pavillons auf einem großzügigen Wiesengelände schirmen bunte Plakatwände und die jungen Menschen, die sie bereitwillig erklären, vom gelegentlich einsetzenden Nieselregen ab. Gegenüber steht das eindrucksvolle Gebäude um das es hier geht: ein langgezogener, hell gestrichener, typischer Kasernenbau, der nun das Bildungszentrum des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben beheimatet. Bereits seit einem Jahr werden am neuen Standort sogenannte Bufdis unterrichtet, Männer und Frauen, die sich im Rahmen eines Freiwilligendienstes sozial engagieren möchten. Sie erklären am Tag der offenen Tür an verschiedenen Stationen ihre Aufgaben und den Bundesfreiwilligendienst an sich.
"Ich konnte mir unter dem Thema nichts vorstellen. Die jungen Leute haben mir dann aber genau erklärt, was sie machen. Ich bin begeistert von ihrem Engagement und denke, dass das Haus in guten Händen ist", überlegt die Rentnerin Ursel Ackermann als eine von knapp 60 Besuchern.
Für besondere Begeisterung bei den Freiwilligen an den Ständen sorgt aber vor allem die neue Unterbringung. "Der Standard hier ist deutlich höher als bei jeder Jugendherberge. Es gibt sogar W-Lan und auf Wunsch Einzelzimmer. Jeder hat eine eigene Toilette und separate Duschen", erklärt Jonathan Harder, der seinen Freiwilligendienst in einem Kinderheim leistet. Das Bildungszentrum wirkt schon auf den ersten Blick einladend. Die langen Flure sind in sonnigen Farben gestrichen, mal orange, mal gelb. Die Zimmer sind nicht nur geräumig, sondern auch hell und freundlich eingerichtet. Es gibt Aufenthaltsräume mit Billard- und Kickertischen, Sofas, Getränkeautomaten und Bücherregalen. "Vorher waren wir in der Villa Reverchon in Trier. Ein wahnsinnig schönes Haus, das aber leider unter Denkmalschutz steht. Damit wurden solche Modernisierungen nahezu unmöglich", sagt Doris Vellmann, Verwaltungsleiterin des Awo-Bezirksverband Rheinland. Umso zufriedener scheinen alle Beteiligten mit der neuen Lösung zu sein.
Wie viel Geld hat die Stadt Saarburg in die Sanierung des Bildungszentrums des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben gesteckt? Das will Martin Anton Bauschert, Geschäftsführer der Gebäudegesellschaft Saarburg mbH, dem TV nicht sagen, obwohl nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs kommunale Gesellschaften zur Auskunft verpflichtet sind.
Extra: WAS IST DER BUNDESFREIWILLIGENDIENST ?


Das Konzept des Bundesfreiwilligendienstes löste 2011 den Zivildienst ab. Frauen und Männer aller Altersklassen können sich dabei sozial oder ökologisch, aber auch in den Bereichen Sport, Integration, Kultur, Bildung sowie Zivil- und Katastrophenschutz engagieren. Die Freiwilligen arbeiten für ein Taschengeld ein Jahr lang in einer entsprechenden Einrichtung und absolvieren parallel fünf theoretische Seminare in den Räumlichkeiten des neuen Bildungszentrums. In dieser Zeit leben sie auch dort. Das Zentrum Trier-Saarburg wird von dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben und der Arbeiterwohlfahrt (Awo) geleitet. Die Awo kümmert sich dabei um die Hausverwaltung, also Reinigung und Küchentätigkeit.