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Neuhütten will für Touristen attraktiv sein - Neue Konzepte für schönere Ortsteile

Dorferneuerung : Neuhütten will für Touristen attraktiv sein – Neue Konzepte für schönere Ortsteile

Schönere Plätze, Bürgerhäuser und Ortseingänge sind nur einige Ideen aus Dorferneuerungskonzepten für beide Ortsteile. Die mangelnde Busanbinung der Nationalparkgemeinde gibt Anlass zur Kritik.

Die Aussichten sind verlockend. Für Projekte aus einem  Dorferneuerungskonzept sind Förderungen von bis zu 65 Prozent möglich. Sollten die Projekte „interkommunaler Zusammenarbeit dienen“, können es sogar 80 Prozent sein. Das einstimmige Votum des Ortsgemeinderates Neuhütten wundert daher nicht. Denn nun, da Dorferneuerungskonzepte für die beiden Ortsteile Neuhütten und Muhl beschlossen sind, können Gemeinde und Privatleute Zuschüsse beantragen. Nur die Zustimmung der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) steht noch aus.

Im September stellten zwei Kaiserslauterner Fachbüros ihre Konzeptentwürfe vor, die sie zwischenzeitlich um Wünsche des Rates ergänzten. Das Konzept für Neuhütten präsentierte Julia Kaiser, Büro Stadtgespräch, das für Muhl Hans-Jürgen Wolf, Büro Wolf.

Die Ideen für Muhl basieren auf dem 2018 beschlossenen Sanierungsgebiet, das privaten Eigentümern steuerliche Vergünstigungen bietet. Angedacht sind ansprechendere Ortseingänge und ein attraktiver Dorfplatz, Natur- und Landschaftsschutz sowie weitere Investitionen im Dorfgemeinschaftshaus, das auch als Service-Station des Nationalparks Hunsrück-Hochwald fungiert.

Neuhütten will Verbesserungen im Bereich des Bürgerhauses umsetzen. Der Dorfplatz dahinter soll zur „identitätsstiftenden Ortsmitte“ der fusionierten Dörfer Schmelz, Zinsershütten und Neuhütten werden. Im Gespräch ist ein naturnaher Mehrgenerationentreff mit gemeinschaftsfördernden Aktiv- und Ruheangeboten. Flächen um das zu modernisierende Bürgerhaus sollen attraktiver und die Entwicklung der örtlichen freiwilligen Feuerwehr mit einbezogen werden. Ortseingänge wie aus Richtung Züsch im Einmündungsbereich der Dollbergstraße könnten im Zuge des Landesstraßenausbaus in fünf oder sechs Jahren schöner werden. Darüber hinaus enthält das Konzept Ideen für Spielplätze, den Brunnenplatz und ein „touristisches Profil“ der Nationalparkgemeinde. Ziel ist die Einbindung des Ortes in das Wanderwegenetz des sich über mehrere Kreise und zwei Bundesländer erstreckenden Schutzgebietes.

Welche Punkte tatsächlich umgesetzt werden, entscheidet letztlich der Rat. „Sie sind zu nichts verpflichtet“, betonte Julia Kaiser. Laut Wolf sind weder einzelne Projekte noch die Reihenfolge ihrer etwaigen Realisierung verbindlich. Umso dankbarer ist Ortsbürgermeister Peter Koltes für die Chance, „als finanzschwache Gemeinde in den nächsten 15 Jahren überhaupt was auf die Beine zu stellen“. Fred Malburg, erster Beigeordneter, bedauert mit Blick auf Ziele als Nationalparkgemeinde allerdings Defizite im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). In der jüngsten kommunalen Nationalparkversammlung sei zwar ein Ausbau des Liniennetzes vorgestellt worden. Doch Neuhütten müsse wohl weiter mit mangelhaften Abstimmungen von Busverbindungen leben – und mit Linien, die den Ort erst gar nicht anfahren. Dabei seien „Straßenverbindungen das A und O, damit irgendwas zusammenwächst“, appellierte Malburg wie schon vor Jahren daran, eine Buslinie über Kreis- und Landesgrenzen hinweg einzurichten. Es reiche nicht aus, einen Nationalpark zu bewerben, pflichtete Hartmut Heck, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hermeskeil, bei: „Da muss auch eine Busverbindung möglich sein.“