Neun Radler für ein Ziel

LAMPADEN (hm). 2300 Kilometer hatten sie noch im Juni 2004 vor sich. Denn die Gruppe Lampadener Männer ist dabei, mit ihren Fahrrädern nach Santiago de Campostela zu Wallfahren, auf dem so genannten "Jakobsweg". 1300 Kilometer haben sie bereits hinter sich gebracht.

Mit dem Segen von Pastor Thomas Linnartz hatten sich die neun Männer aus Lampaden von ihren Angehörigen verabschiedet, um eine 2500 Kilometer lange Wegstrecke mit dem Fahrrad zu absolvieren. Dass sie an diesem Abend mit ihren Lieben wieder vereint waren, hat seine Gründe. Denn: Bei den ersten Etappen warteten die Ehefrauen am jeweiligen Ziel, um ihre Männer abzuholen und wieder nach Hause zu bringen. Bei den späteren Fahrten, als die Entfernung von der Heimat zu groß wurde, wurden die Ehefrauen komplett in das Konzept eingebunden. Denn bei den folgenden Etappen wurden die Anfahrten zu lang und umständlich. Also packten sie Wohnwagen und Koffer, reichten den Jahresurlaub ein und richteten das Augenmerk auf eine Großetappe. Inzwischen haben sie 1300 Kilometer hinter sich gebracht, die letzte Etappe bestreiten sie im kommenden Jahr. Darauf freuen sich schon heute alle Beteiligten, eingeschlossen die Ehefrauen. Alle Teilnehmer sind "nur" Hobbyradler, die sich keinem regelmäßigen Training unterziehen. Peter Bung ist Mountainbiker, ebenso wie Rudolf Klas. Norbert und Rainer Willems bevorzugen das Rennrad, die restlichen Mitstreiter setzen (sich) auf Trekking-Räder. Bung und Klas satteln im Sommer ihre Drahtesel oftmals am frühen Morgen, um nach Pluwig oder nach Trier zur Arbeit zu fahren. Im Durchschnitt kommen pro Kopf und Jahr rund 3000 Kilometer zusammen, ausgenommen die Wallfahrt natürlich. Lediglich Rainer Willems, der Jüngste im Bunde, verdoppelt diese Leistung. Doch kleinere Wettkämpfe reizen schon den einen oder anderen der Gruppe. So testet sich Klas bei Rennen am Erbeskopf oder fährt schon mal beim Familien- und Vereinstriathlon in Kell am See mit. Doch überwiegend, darauf legen alle Radler Wert, seien sie eben Hobbyradler. Norbert Willems: "Wir suchen unseren Spaß in der Gruppe. Einzelfahrten sind da eher selten." Der rund 100 Kilometer entfernte französische Ort Cocheren, der mit Lampaden eine Gemeindepartnerschaft pflegt, war schon des Öfteren das Ziel der Gruppe, zuletzt im vergangenen Monat bei den Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen der Jumelage in der französischen Gemeinde. Aus einer verspäteten Wette heraus hatte sich die Gruppe verpflichtet, mit dem Rad nach Köln zu fahren, nonstop natürlich. "Die Gemeinschaft zählt", sagt Bung und spricht damit auch für die anderen. "Das sind so die kleinen Dinge, die uns Radler als Gruppe vereinen und enormen Spaß machen."