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Nicht alle Schodener wollen superschnelles Internet

Infrastruktur : Nicht alle Schodener wollen superschnelles Internet

Saarlouiser Unternehmen Inexio will in den nächsten Wochen Anschlüsse umstellen. Erst im September sollen die Baugruben geschlossen werden.

Seit Ende 2018 erhält Schoden superschnellen Internet-Anschluss. Was technisch wunderbar funktioniert, hat eine Schattenseite. „Mit der Bauausführung sind wir gar nicht zufrieden“, sagt Ortsbürgermeister Rüdiger Hausen.

Was am meisten stört, ist die oberirdische Verlegung über 200 Meter unterhalb der St. Bris-Brücke. „Wäscheleine“ tauften das die Schodener (TV vom Samstag). Nachdem seine Beschwerden und auch Nachfragen der Verbandsgemeinde nichts nutzten, hat der TV nachgehakt.

Die Stellungnahme von inexio, dem für das Projekt verantwortliche Unternehmen, lautet so: Größtes Ärgernis seien in Schoden die beiden Kopflöcher, die seit längerer Zeit offen sind.

„Ein Umstand, den wir sehr bedauern und der seinen Ursprung in einer technisch-baulichen Besonderheit hat“, sagt der Sprecher des Unternehmens aus Saarlouis, Thomas Schommer.

Als inexio den FTTB-Ausbau (Glasfaser bis in Gebäude) in Schoden gestartet hat, ging man davon aus, schnell alle bisherigen Kunden von dem neuen Angebot überzeugen und dafür gewinnen zu können. „Dies ist uns leider nicht gelungen“, bedauert er. Einige Kunden sind bis heute in ihren bisherigen Verträgen geblieben. Daraus folgt: „Um auch ihnen gegenüber vertragstreu zu sein, müssen wir innerhalb von Schoden weiterhin noch ein Kupferkabel betreiben.

Und genau dies ist der Knackpunkt. Erst wenn wir dieses nicht mehr benötigen, können wir das Leerrohr unter der Brücke für das Glasfaserkabel nutzen und die beiden Kopflöcher füllen.“

Nachdem nun feststeht, dass einige Kunden dauerhaft nicht auf den modernen und leistungsfähigeren Glasfaseranschluss wechseln, will das Unternehmen in den nächsten Wochen die Anschlüsse auf Internet-Telefonie umstellen und damit das Kupferkabel technisch ersetzen. „Leider ist dies ebenfalls mit einer Vorlaufzeit von einigen Wochen erst möglich, da die Kunden rechtzeitig vorab informiert werden müssen“, bedauert Schommer. Er gehe aktuell davon aus, dass im September die beiden Baugruben geschlossen werden können.

Der Sprecher fährt fort: „Es ist eine Situation, die wir ausdrücklich bedauern. Ich habe viel Verständnis für den aufkommenden Unmut der Bürgerinnen und Bürger. Eine zwischenzeitliche Verfüllung der Gruben stellt jedoch eine enorme Kostenposition dar.“

Das Unternehmen hatte unterschätzt, wie viele Kunden bei ihren alten Anschlüssen bleiben möchten. Eine Erfahrung, die in weiteren Projekten bereits berücksichtigen wird. Die erfordert jedoch intensivere Informationen.