Nicht alles läuft am Kreisel rund

Nicht alles läuft am Kreisel rund

HERMESKEIL. Längst nicht alles lief rund in den vergangenen Wochen und Monaten bei den Bauarbeiten für den neuen Kreisverkehr in der Trierer Straße. Das verärgert vor allem die Geschäftsleute im Baustellenbereich und beschäftigte jetzt auch den Hermeskeiler Stadtrat.

Langsam aber sicher nimmt er Gestalt an, der neue rund 1,4 Millionen Euro teure Kreisverkehr auf der Hauptverkehrsader der Hochwaldstadt. "Mitte November sind die Straßenbauarbeiten bis auf einige Restarbeiten in der Trierer Straße weitgehend abgeschlossen", sagt Arnold Eiden, der Leiter der Hermeskeiler Straßenmeisterei, die die Bauarbeiten überwacht. Damit würde der ursprünglich anvisierte Termin für die Fertigstellung Ende Oktober um lediglich zwei Wochen überschritten.Geschäftsleute und Anwohner verärgert

Gleichwohl sind einige Anlieger rund um den Kreisel sauer, weil sich aus ihrer Sicht die Baustelle zu einer unendlichen und unerträglichen Geschichte entwickelt hat. So äußern mehrere Geschäftsleute in der Trierer Straße massive Kritik. "Meine Existenz ist bedroht", stellt beispielsweise Rüdiger Schmidt, Inhaber der Aral-Tankstelle und einer KFZ-Werkstatt, unmissverständlich klar. Dass die Bauarbeiten gemacht werden müssen, sei ihm zwar klar. Doch deren Dauer kann er nicht nachvollziehen. "Weil die Kundschaft ausbleibt, lege ich jeden Monat Geld drauf", sagt Schmidt fast schon resignierend. Von einem starken Rückgang der Kundschaft berichtet auch Willi Lang von "Matratzen Concord". Hinzu kommt: "Wenn ich die Eingangstür öffne, weht mir der Staub von der Baustelle in den Laden", sagt Lang. Er hofft aber, dass es nun endlich zügig vorangeht. Auch im Stadtrat gab es am Dienstag einige kritische Stimmen, als das Großprojekt am Eingangstor nach Hermeskeil zur Sprache gebracht wurde. "Fakt ist: Die Baustelle wäre schneller zu handeln gewesen", betonte beispielsweise Udo Moser (BFB). Zwar sei die Stadt nicht Bauträger, sondern der Landesbetrieb Straßen- und Verkehr (LSV). Die Stadt und ihre Bewohner seien aber die "unmittelbar Betroffenen", sagte Stadtbürgermeisterin Ilona König, die im Rat über den Stand der Bauarbeiten informieren ließ. "Weil wir wissen, dass vor allem die Geschäftsleute unter der Situation leiden, haben wir auch immer wieder Druck gemacht", betonte die CDU-Politikerin. Deutlich wurde im Stadtrat, dass es mehrere Gründe gibt, warum sich die Fertigstellung des Kreisels verzögert und bei vielen Hermeskeilern der Eindruck entstehen konnte, dass es nicht richtig voran geht. So musste Andreas Schmitt, der Leiter der Verbandsgemeindewerke, im Rat einräumen, dass die Arbeiten für das Verlegen neuer Wasser- und Abwasserleitungen - die vor dem eigentlichen Kreiselbau anstanden - "umfangreicher waren als ursprünglich vorgesehen". Zudem habe die "Entsorgung von verunreinigtem Erdreich" zusätzliche Probleme bereitet und die Arbeiten in die Länge gezogen. "Seit Mitte Juli sind wir für unseren Teil aber fertig", betonte Schmitt. Ins Stocken geraten sind die Arbeiten auch wegen des relativ langen Winters und der ergiebigen Regenfälle im August, wie Eiden auf TV-Anfrage zur Begründung anführt. Vom Plan her sind 200 Werktage für diese Maßnahme vorgesehen", erklärt der Leiter der Straßenmeisterei. Die ausführende Firma sei seit vier Wochen intensiv mit dem Straßenbau beschäftigt. Den Vorwurf, dass zu wenig Arbeiter auf der Baustelle im Einsatz wären, weist Eiden hingegen zurück. "Neun Straßenbauer, davon drei Pflasterer, sind seit dem Ende der Betriebsferien der Firma auf der Baustelle", betont Eiden. Auch Werkleiter Schmitt ist der Auffassung, "dass sich die Situation verbessert habe". Im Stadtrat machte er jedoch zugleich deutlich, dass es zuvor schon "erhebliche Probleme" gegeben habe und in einem klärenden Gespräch auch der Personaleinsatz der Firma zur Sprache gebracht werden musste. Gleichwohl müssen sich die gebeutelten Geschäftsleute in der Trierer Straße noch zwei Wochen gedulden, bis für sie das Gröbste überstanden ist. "Ende September ist das Teilstück der Trierer Straße wieder für die Anlieger befahrbar", versichert Eiden. Mehr Geduld müssen die Autofahrer aufbringen: Weil bis zur Fertigstellung noch verschiedene Bauphasen vorgesehen sind, wird sich im Bereich des Kreisels die Verkehrsführung dementsprechend auch mehrfach ändern. "Wir müssen die Ampel immer umstellen", sagt Eiden und bittet die Verkehrteilnehmer um Verständnis.