Nicht nur der Apfelwein lockt

Sie führt grenzübergreifend rund 180 Kilometer weit von Konz-Roscheid ins saarländische Wallerfangen: die Viezstraße. Zum 12. Mal begann jetzt die Saison, zum ersten Mal wurde sie in ihrem rheinland-pfälzischen Teil, in Mannebach, gefeiert.

Mannebach. Es ist nicht alles Viez, was Besucher an die Viezstraße locken soll. Hätten sie es nicht ohnehin gewusst, es wäre den zahlreichen Besuchern spätestens bei der Eröffnungsveranstaltung auf Peter Büdingers Riedhof-Käserei in Mannebach klar geworden: Das appetitanregende Angebot reichte von Apfelsäften und dem "einfachen" Viez über den besonderen Genuss versprechenden Eis-Viez bis hin zu Bränden und Weinen (fast) aller Art.Bestimmend für den Charakter der Viezstraße ist die Tatsache, dass hier Selbstvermarkter ihre bäuerlichen Produkte in großer Vielfalt anbieten: Außer dem bereits genannten Selbstgebrannten, den heimischen Weinen und der Handwerkskunst lockten, unter anderem auf dem Riedhof am Startplatz, verschiedenste Käsesorten die Feinschmecker, aber auch die Liebhaber deftigerer Genüsse an. Schirmherr Leo Lauer, Saarburger Verbandsbürgermeister, erinnerte an die Anfänge der Viezstraße, die vor elf Jahren "aus der Taufe" gehoben wurde. Lob und Anerkennung zollte Lauer Irmtraud Engeldinger, die das Projekt auf der saarländischen Seite realisierte und auf der rheinland-pfälzischen Seite von Ortsbürgermeister Dieter Schmitt (Fisch) unterstützt wurde, der - so Lauer - "dafür seine Nachbargemeinden anspornte". Lauer erinnerte an die Erfolge des Viezstraßenprojekts und zählte auf: mancher Landwirt habe Verkaufsräume auf seinem Hof eingerichtet und ausgebaut; viele Edelobstbrenner und Viezproduzenten hätten die Qualität ihrer Produkte ständig gesteigert; Gastronomen hätten die regionalen Produkte der Viezstraße in ihr Speisenangebot übernommen - angefangen bei Viez und Edelbränden, über Honig und Marmelade bis hin zu Fleisch- und Wurstwaren und letztendlich Käse. Irmtraud Engeldinger hob die Bedeutung der Kulturlandschaft hervor, deren Pflege wichtig für die Natur sei. Streuobstwiesen seien ökologisch wertvoll für die Artenvielfalt. Sie kurbele in Verbindung mit der Selbstvermarktung die Wirtschaft in der Region an. Dies aber reiche nicht aus, den Niedergang des Biotops Streuobstwiese zu verhindern.