Nicht nur fromme Wünsche

Der neue Stadtrat Saarburg ist mit 17 wiedergewählten und fünf neuen Mitgliedern beinahe der "alte". Der TV hat sich bei Saarburger Vereinsvertretern, Kulturschaffenden und Unternehmern umgehört, was sie vom neuen Rat erwarten.

Saarburg. Daniel Roth, stellvertretender Vorsitzender des Saarburger Gewerbeverbands (SGV), bringt seine Erwartung auf eine kurze Formel: "Der Rat soll so weitermachen, wie er aufgehört hat. Denn es ist einiges bewegt worden in den vergangenen Jahren."

SGV-Vorsitzender Heinz-Berthold Kind knüpft Hoffnungen an eine erfolgreiche Bewerbung der Stadt für die Landesgartenschau 2014. "Außerdem hoffe ich, dass die Konversion in einem für die Stadt verträglichen Rahmen gestaltet wird." Stadtbürgermeister Jürgen Dixius bescheinigt er viele gute Ideen. "Man muss aber auch bereit sein, sie auf den Weg zu bringen. Und das hat in der Zeit vor Dixius gefehlt." Die neue dritte Fraktion im Rat, Bündnis 90/Die Grünen, begrüßt der Inhaber eines Heizungs- und Sanitärbetriebs. "Ich kenne niemanden von den Grünen. Aber das ist ein Farbpunkt und kann nicht schaden." Bislang sei die Kommunikation mit dem Rat, beziehungsweise mit dem Stadtbürgermeister, der diesen beherrsche, sehr gut gewesen. "Der Rat ist ja einmütig wie selten zuvor."

Auch Wolfgang Müntnich, Chef des Hotel-Restaurants "Villa Keller", ist optimistisch "Wir sind mit der Entwicklung Saarburgs äußerst zufrieden. Es ist unwahrscheinlich viel geschehen, von den vielen Strassenbauprojekten bis hin zur Belebung des Tourismus." Was diesen Punkt angeht, hofft er, dass der Tourismus sanft gefördert wird. "Wir sollten in Saarburg auf Qualität und nicht auf Masse setzen."

Dietmar Becker, Vorsitzender des Saarburger Musikvereins, erwartet vom Rat, "dass er die Stadt voranbringt und Projekte zügig umgesetzt werden". Die heimische Wirtschaft müsse gestärkt, Saarburg als Mittelzentrum weiterentwickelt und der Standort noch attraktiver gemacht werden.

Eine spontane Antwort in christlicher Tradition gibt Pastor Peter Leick: "Ich erwarte ein gutes Miteinander, eine Kooperation zwischen ziviler und der Kirchengemeinde." Bis jetzt habe das gut funktioniert. Leick wünscht sich, dass Saarburg vor allem im sozialen Bereich weitergebracht wird. Familienpolitik, Kindergärten, Schulen stehen für ihn im Fokus. "Was die Konversion angeht, hoffe ich auf vernünftige Konzepte ohne Partei-Scharmützel. Es ist wichtig, dass da mit einer Stimme gesprochen wird."

Dass auch die neuen Ratsmitglieder die Kulturarbeit in Saarburg unterstützen und in Kultur und Tourimus wichtige Wirtschaftsfaktoren sehen, ist der Wunsch der städtischen Kulturbeauftragten Anette Barth. "Ich würde mich natürlich freuen, Ratsmitglieder bei Veranstaltungen zu treffen und auch für die Angebote des Mehrgenerationenhauses zu interessieren."

Holger Brandt, Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses, größter Arbeitgeber in der Verbandsgemeinde, sagt: "Ich wünsche mir eine aufeinander abgestimmte Strategie bei der Versorgung alter Menschen." Darüber hinaus setzt er auf eine Stärkung des Standortes, auch aus touristischer Sicht.

Dietmar Suder, stellvertretender Vorsitzender des Sportvereins Tus Fortuna, sagt: "Für uns hoffe ich, dass die Planung für das neue Sportzentrum Kammerforst wie versprochen umgesetzt wird. Generell wünsche ich mir, dass der Rat weiterhin so gut zusammenarbeitet wie bisher. In Saarburg ist viele Jahre geschlafen worden, jetzt passiert endlich etwas."