Nicht nur für Touristen attraktiv

REINSFELD. Das große Neubaugebiet "Flachsheide" ist nicht der einzige Grund, warum Reinsfeld - gegen den allgemeinen Trend - in den vergangenen Jahren ein deutliches Bevölkerungswachstum zu verzeichnen hat. Zu den Standortvorteilen der Gemeinde zählen auch eine Vielzahl an Dienstleistern und Arbeitsplätzen vor Ort sowie die Existenz von Kindergarten und Schulen.

Mit seinen rund 2400 Einwohnern ist Reinsfeld zwar "nur" der zweitgrößte Ort in der Verbandsgemeinde, doch zumindest in einem Punkt hat man den größeren Nachbarn, die Stadt Hermeskeil, schon längst überflügelt. "Was die Übernachtungszahlen angeht, sind wir in der gesamten VG Spitzenreiter", verweist Ortsbürgermeister Rainer Spies auf die große Bedeutung des Tourismus in Reinsfeld. In erster Linie ist zwar der Azur-Campingpark für diese Bilanz verantwortlich, doch mit zwei größeren Hotels, mehreren Ferienwohnungen und Pensionen sowie einer Vielzahl an Restaurants und Gaststätten, die für jeden Geschmack etwas zu bieten haben, lässt die touristische Infrastruktur auch ansonsten nur wenige Wünsche offen. Im Musikpavillon ist zudem von Mai bis Oktober eine eigene Tourist-Information geöffnet. Einen weiteren Schub für den Fremdenverkehr erhofft sich Reinsfeld durch ein Projekt, dessen Startschuss im September fällt: der Baubeginn für den Ruwer-Hochwald-Radweg. "In dieses Vorhaben setzen wir große Hoffnungen, denn die Trasse wird später mitten durch Reinsfeld führen", sagt Spies. Die Gemeinde beteiligt sich deshalb auch finanziell an der Umwandlung der ehemaligen Bahnstrecke in einen Radweg. Ein touristischer Höhepunkt soll auch die geplante Wasserski-Anlage werden. Aber obschon ein Teilinvestor bereits gefunden ist, steht es derzeit noch in den Sternen, wann Sportler sich tatsächlich übers Wasser ziehen lassen können. Es bestünden zwar grundsätzlich gute Aussichten für den Bau eines künstlichen Sees. "Für dieses Projekt müssen wir aber zunächst ein Planfeststellungsverfahren machen", sagt Spies. Doch auch ohne Wasserski-Anlage gibt es in Reinsfeld Freizeit-Möglichkeiten zuhauf. Dafür sorgen nicht zuletzt 20 aktive Vereine im Ort, von denen der Turn- und Sportverein (TuS) und der Musikverein die mitgliederstärksten sind. Als Trainingsstätten und Veranstaltungsschauplätze haben sie mit der Kulturhalle, der Sporthalle und dem Bürgerhaus mehrere Alternativen zur Verfügung.Großes Neubaugebiet mit 50 schmucken Häusern

Zu den Argumenten, mit denen Reinsfeld Ansiedlungswillige von der Attraktivität der Gemeinde überzeugen konnte, zählt vor allem das Neubaugebiet "Flachsheide I". Dort sind seit 1999 rund 50 neue Häuser gebaut worden. "Eines unserer wichtigsten Vorhaben ist jetzt die zügige Erschließung von Flachsheide II", kündigt Spies eine weitere Expansion des Ortes an. Bei jungen Familien kann Reinsfeld zudem darauf verweisen, dass es Standort eines integrativen Kindergartens, in dem behinderte und nichtbehinderte Kinder zusammen betreut werden, einer Grundschule, die erweitert werden soll, und der St. Martinus-Förderschule ist. Wer zur Arbeit pendeln muss, ist dank des direkten Autobahnanschlusses schnell in Trier oder Saarbrücken. Und auch vor Ort finden die Reinsfelder in einigen mittelständischen Betrieben sowie insbesondere bei der Firma "Siegenia-Aubi", dem größten Arbeitgeber in der VG, Beschäftigung. An der Autobahn, wo sich übrigens auch fünf Windräder auf Reinsfelder Gemarkung drehen und der Gemeinde eine spürbare Verbesserung der Einnahmen beschert haben, wurde darüber hinaus inzwischen ein zehn Hektar großes Gelände als künftiges Gewerbe- und Industriegebiet ausgewiesen. "Investoren sind willkommen", macht der Bürgermeister Werbung für Reinsfeld. Zur intakten Infrastruktur des 2400-Einwohner-Orts zählt schließlich auch, dass es in Reinsfeld unter anderem eine Ärztin, einen Zahnarzt, eine Apotheke, Filialen von Sparkasse und Raiffeisenbank, eine nachmittags zwei Stunden geöffnete Poststelle, Bäckereien, Metzgereien und gleich vier Friseure gibt. Doch eine Versorgungslücke ist in Reinsfeld immer noch nicht geschlossen. Seit der Schließung des Edeka-Markts im Dorfzentrum im Oktober 2001 findet sich nur noch im Ortsteil "Siedlung" ein kleineres Lebensmittelgeschäft. "Für viele im Ort ist der Weg dorthin aber zu weit. Sie fahren lieber gleich ins Kaufland oder nach Hermeskeil", sagt Spies. Um Abhilfe zu schaffen, findet mittlerweile zwar jeden Samstag ein Wochenmarkt im Dorfzentrum statt. Doch das Fehlen eines Supermarkts empfindet nicht nur der Gemeinde-Chef als echtes Manko in einer ansonsten attraktiven Gemeinde.