"Nicht nur reden - auch mal anfangen!"

Der 13-jährige Lukas Kugel aus Krettnach brachte es auf den Punkt: "Pläne sind was Schönes, aber ihr müsst auch mal anfangen!" Lukas ist einer der 20 Jugendlichen, die ihre Ideen in Arbeitskreisen im Rahmen der Dorfentwicklung einbringen.

Abstimmung: Die Mitglieder der jugendlichen Arbeits- und Projektgruppen im Konzer Tälchen haben einen umfangreichen Katalog erarbeitet, dessen Umsetzung nicht nur ihre Interessen berührt. TV-Foto: Klaus D. Jaspers

Konz. Die Mahnung an die Adresse der begleitenden Erwachsenen - Pädagogen, Ortsvorsteher, Kommunalpolitiker, Dorfmoderatorin und Experten - kennzeichnete angesichts der Menge der von den Jugendlichen zusammengetragenen Vorschläge und Realisierungsmöglichkeiten den Willen, sich selber und seine Freizeit einzubringen sowie jene Ungeduld, worauf die Jugend ein Anrecht hat.In mehreren Arbeitsgruppen hatten die Mädchen und Jungen die augenfälligsten Probleme aufgelistet und Lösungsvorschläge entwickelt.Personen-NahverkehrKritik: Völlig unzureichend. Lösungsvorschlag: Eine lokale Mitfahrerzentrale, in der gelegentliche oder Dauermitfahrten bestellt werden können (per Anschlag am Schwarzen Brett oder auch mit Hilfe einer noch einzurichtenden, zur Sicherheit über Passwort zu erreichenden Internet-Adresse). Kleinbusse bereits bestehender Einrichtungen könnten mitbenutzt werden.DorfzeitungKritik: Die "Dorfschelle" erscheint zu selten. Lösungsvorschlag A: Das Blatt soll öfter erscheinen und Jugendnachrichten berücksichtigen. Lösungsvorschlag B: Die Jugendlichen wollen ein eigenes Info-Blatt herausbringen.JugendraumKritik: Auch der neue Jugendraum ist zu klein, es gibt zu wenig Angebote. Lösungsvorschlag: Jugendraum vergrößern (Ortsvorsteher Dieter Klever sagt zu), mehr Aktivitäten, um Attraktivität zu erhöhen, Tanz- und/oder Kinoabende veranstalten, Nachhilfe-Angebote, komplette Küche einrichten.FreizeitaktivitätenKritik: Zu wenig Möglichkeiten. Lösungsvorschlag: Grillhütte, Weiher ausbaggern und Bade-Möglichkeit schaffen, Wiese zum Zelten anlegen, Party-Möglichkeiten schaffen.BolzplatzKritik: Ausstattung fehlt. Lösungsvorschlag: Gelände begradigen, Tore mit Netzen ausstatten, Fangnetze für Bälle, Zuschauerbänke aufstellen.CrossbahnKritik: Fehlt völlig. Lösungsvorschlag: In der Nähe des Obermenniger Sportplatzes einrichten.InternetKritik: Wird nicht angeboten. Lösungsvorschlag: Im erweiterten Bereich des Bürgerhauses wird es einen Internet-Anschluss geben. Dort wird ein ausgewiesener IT-Fachmann auch der älteren Generation zeigen, wie mit dem Medium umzugehen ist.Dass einige Wünsche eher Wunschträume bleiben werden, ist den meisten jugendlichen Ideengebern durchaus klar: Die Cross-Strecke wird - so Ortsvorsteher Dieter Klever - schon wegen der zu erwartenden Lärmbelästigung nicht genehmigungsfähig sein, und auch die Grillhütte wird in der angedachten Form und Ausstattung nicht zu finanzieren sein.Das Experiment, die Jugend direkt in die Zukunftsplanung einzubeziehen, ist, so das Urteil des Ortsvorstehers, geglückt: Dieter Klever: "Jetzt muss nur noch tatkräftig angepackt werden."