Niemals geht man so ganz

Bruno Merten aus Schillingen ist ehrenamtlicher Wehrleiter der Feuerwehren der Verbandsgemeinde Kell am See. Ende des Monats scheidet er aus Altersgründen aus seinem Amt aus. Doch ganz trennen will er sich von der Feuerwehr nicht.

Schillingen/Kell am See. Ende August scheidet Wehrleiter Bruno Merten aus seinem Amt aus. Die Suche nach seinem Nachfolger läuft auf Hochtouren. Bereits 1970 trat der 60-Jährige in seinem Geburtsort Schöndorf in die Feuerwehr ein. Bei seinem späteren Wohnungswechsel nach Schillingen, den er "der Liebe wegen" machte, trat er der örtlichen Wehr bei.
Merten wurde Mitglied des Vorstands, stellvertretender Wehrführer und Jugendwart der Jugendwehr Schillingen, bei dessen Gründung er 1988 als Initiator mitverantwortlich war. Acht Jahre lang war der verheiratete Vater von zwei erwachsenen Söhnen zudem Feuerwehr-Kreisausbilder, insbesondere im Bereich Chemieschutz und Gefahrstoffe. Er leitete im Laufe der Jahre zahlreiche Fortbildungen und organisierte Maschinisten-Ausbildungen und Grundausbildungen auf Kreisebene.
"Das Amt des Wehrleiters hat mich voll in Anspruch genommen", sagt Merten. Er musste Stellungnahmen für alle Vorkommnisse der örtlichen Feuerwehren in der Verbandsgemeinde Kell am See erstellen, Sitzungen vorbereiten, sei es für den VG-Rat, Haupt- und Finanzausschuss oder für Feuerwehrbesprechungen. Die Verantwortlichkeit der Atemschutzwerkstatt Zerf und der Einsatzzentrale in Kell lagen immer beim Wehrleiter, ebenso die Planung neuer Fahrzeuge mit den Ingenieuren.
"Der bürokratische Anteil der Arbeit ist sehr hoch gewesen", bilanziert er. "Intensiv war auch die Vorarbeit bei Großübungen, denn als Wehrleiter musste ich koordinieren, planen und durchführen." Besonders war für Merten das Gesamte der VG-Wehren. "Ich konnte meine These ,Wir sind eine Feuerwehr\' umsetzen. Das wurde von den Führungskräften der Feuerwehr verstanden und auch deklariert." Nach besonderen Projekten in seiner Dienstzeit gefragt, verweist er auf den Bau des Feuerwehrhauses in Kell am See, die kontinuierliche Umsetzung des Fahrzeugkonzepts und den Neubau der Atemschutz-Werkstatt in Zerf.
"Die Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren unserer Verbandsgemeinde und des Saarlandes war sehr gut", sagt er. Und was war sein schlimmster Einsatz? "Darüber möchte ich nicht reden, ich habe sehr viel Schlimmes als Feuerwehrmann erlebt." Jetzt wird Merten mehr Zeit für sich und seine Familie haben. Aber er werde der Feuerwehr noch etwas erhalten bleiben. "Ich bleibe aktives Mitglied der Feuerwehr Schillingen bis zur Vollendung des 63. Lebensjahrs."