Niemand will die Saarburger Tennishalle

Niemand will die Saarburger Tennishalle

Seit Jahren ist die Saarburger Tennishalle ungenutzt. Einen Käufer gibt es immer noch nicht. Für den Erbauer und Besitzer entpuppt sich die Anlage als große Fehlinvestition. Er sucht weiter nach Interessenten mit einem neuen Nutzungskonzept.

Saarburg. Die Saarburger Tennishalle in der Friedensaue ist nicht gerade ein Schmuckkästchen. Seit fast fünf Jahren steht das Gebäude ungenutzt in der Gegend herum. Ob sich daran in der nahen Zukunft etwas ändern wird, ist nach wie vor ungewiss. Walter Elsässer aus Mannheim, Besitzer der Halle, möchte den Bau gerne verkaufen. Konkrete Zusagen von Interessenten hat er aber noch nicht.
Die Liste der Ideen, was in der Halle in Zukunft angeboten werden könnte, ist lang. Elsässer spricht von mehreren Investoren, die sich nach dem Objekt erkundigt hätten. Die Vorschläge: Paintball, Indoorspielplatz, Reitsport, Eissport, Fußball (sogenannte Soccerhalle) oder Handball, Veranstaltungen wie Konzerte, Ausstellungen und Verkauf oder ein Fitness- und Wellnesszentrum. "Bis jetzt sind aber alle Interessenten wieder abgesprungen", sagt Elsässer. Der Kaufpreis soll bei etwa 390 000 Euro liegen. "Dieser Wert ist Ende 2011 in einem Gutachten ermittelt worden. Wir haben die Halle zwischenzeitlich gut instand gehalten." Elsässer will die Halle am liebsten verkaufen. Sollte sich ein neuer Pächter finden, würde er das Gebäude aber auch vermieten.
In einem Schreiben teilt Elsässer mit: "Wer nun zum Zuge kommt ist noch ungewiss, da die Genehmigung der Gemeindeverwaltung dazu erforderlich ist." Baurechtlich ist vorgesehen, dass in der Halle nur Sport getrieben wird. Um Veranstaltungen möglich zu machen, müsste der Stadtrat den Bebauungsplan ändern.
Dieser Logik will Stadtbürgermeister Jürgen Dixius allerdings nicht so recht folgen. "Zu allererst müsste mal ein konkreter Kaufinteressent da sein, der uns Ideen präsentiert, die auch machbar sind. Dann können wir mit Sicherheit auch das Baurecht ändern", sagt Dixius. Veranstaltungen bis spät in die Nacht steht er skeptisch gegenüber. Die seien aus Lärmschutzgründen kaum machbar. Außerdem sei nicht geklärt, wo die Leute parken sollten. "Die ganzen Autos können schließlich nicht alle auf die Stellplätze des Toom-Marktes." Und auch die Frage der Erschließung sei unbeantwortet, schließlich liege im Süden noch der Campingplatz, im Norden der Supermarkt.
Selbst wird die Stadt die Halle wohl nicht kaufen. "Der verlangte Preis ist aus städtischer Sicht zu hoch", sagt Dixius. Das Grundstück, auf dem die Anlage steht, gehört der Stadt. Der Pachtvertrag läuft allerdings noch etwa 50 Jahre. "Es gibt viele denkbare Entwicklungsmöglichkeiten für das Areal, aber jetzt ist erstmal der Hallenbesitzer am Zug", sagt Dixius.
Für Elsässer ist die Anlage eine Fehlinvestition. 1984 hat er das Gebäude als Bauunternehmer errichtet. 2,3 Millionen Mark hat das gekostet. "Weil Boris Becker und Steffi Graf damals extrem populär waren, gab es einen Tennisboom. Wir haben deutschlandweit etliche Hallen errichtet", sagt Elsässer. Er habe die Halle nicht nur gebaut, sondern sei auch als Investor zu einem Viertel daran beteiligt gewesen. In den Neunzigerjahren sei der zweite Teilhaber gestorben. Die Erben verzichteten - wohl ahnend, dass das Hallentennis kein tragendes Geschäftsmodell mehr ermöglichte. Vier verschiedene Pächter hatten es insgesamt versucht. Der letzte ging 2008 in die Insolvenz. Laut Elsässer fallen derzeit jährlich etwa 25 000 Euro Unterhaltskosten an.Extra

Auszug aus der Projektbeschreibung: vier Felder für Tennis oder Badminton mit insgesamt 2500 Quadratmetern, gespielt wird auf Teppich. Sanitärräume mit Duschen und WC. Gaststätte mit 36 Tisch- und 14 Thekenplätzen. 24 Plätze in einem Nebenzimmer, 35 in einem Biergarten. Angeschlossen sind auf 380 Quadratmetern vier Kegelbahnen mit separatem Thekenbereich. Es gibt Nebenräume wie Trainerzimmer, Boutique und Abstellraum sowie 40 Parkplätze im Außenbereich. red

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