Nittel und Konz wachsen am stärksten

Nittel und Konz wachsen am stärksten

Die Verbandsgemeinde (VG) Konz scheint attraktiv zu sein. Darauf deutet die positive Bevölkerungsentwicklung im Jahr 2010 hin. Insgesamt wohnen 88 Menschen mehr in der VG als im Vorjahr. Einzelne Gemeinden sind aber leicht geschrumpft.

Der Trend geht nach wie vor nach oben. Die Verbandsgemeinde Konz ist auch im Jahr 2010 gewachsen. Zum Stichtag am 31. Dezember 2010 lebten laut einer neuen Statistik des Bürgeramts 32 708 Menschen in der VG Konz. Das sind 88 mehr als ein Jahr zuvor. Anteilig verbucht die Gemeinde Nittel die größten Zuwächse. Insgesamt leben jetzt 2359 Menschen in dem Obermoselort. Das sind 57 mehr als vor einem Jahr - ein Wachstum von 2,5 Prozent.

Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Konz, Karl-Heinz Frieden, hat eine schnelle Antwort bereit, warum sein Heimatort mehr als jede andere Gemeinde in der VG gewachsen ist: "In Nittel geht der Trend zum Drittkind", sagt er schmunzelnd. Das sei klar an den Anmeldungen im Kindergarten zu beobachten.

Insgesamt ist Frieden zufrieden mit der Entwicklung. Er verweist auf das Bevölkerungswachstum im ganzen Kreis. Laut dem statistischen Landesamt ist der Kreis Trier-Saarburg (plus zwei Prozent in 2009) neben dem Kreis Mainz-Bingen (plus 0,9 Prozent in 2009) der einzige wachsende Kreis in Rheinland-Pfalz. Zahlen des Landesamtes für 2010 liegen noch nicht vor. Dass die Bevölkerung mit 0,27 Prozent in der VG Konz nicht mehr so stark wie im Vorjahr gewachsen ist, liegt laut Frieden daran, dass die meisten Baugebiete ausgelastet sind. Die Parzellen in Roscheid, Kommlingen und Wiltingen hätten ihre Nachfrage gefunden. Nur in Pellingen könne man von einer Kaufzurückhaltung sprechen. Dort rechnet Frieden aber dieses Jahr mit mehr Erfolg.

90 bis 100 neue Bauplätze entstehen in Konz-Könen



Auch in der Stadt Konz hofft der Bürgermeister auf weiteres Wachstum. Seinen Blick richtet er dabei auf die Erschließung des Baugebiets Pferdsgarten in Konz-Könen, wo für insgesamt 7,5 Millionen Euro 90 bis 100 Bauplätze für potenzielle Neu-Konzer entstehen sollen.

"Solange die Innenentwicklung einer Gemeinde positiv ist, kann sie auch nach außen wachsen", sagt Frieden. Die Nachfrage nach leerstehenden Immobilien sei allerdings nicht besonders groß. "Wenn die Leute wählen können, wollen sie meist lieber einen Neubau."

Nur in einzelnen Gemeinden wie Tawern (minus 28 bei 2687 Einwohnern) und Wasserliesch (minus 21 bei 2357 Einwohnern) ist die Einwohnerzahl rückläufig. Über die Ursachen lässt sich laut Frieden nur spekulieren. "Das können mehrere größere Familien sein, die weggezogen sind", sagt er. Möglich sei auch, dass die getrübte wirtschaftliche Entwicklung in Luxemburg darauf einen Einfluss habe. Frieden: "In die Statistik sollte man nicht zu viel hineininterpretieren."

Ähnlich sieht es der Tawerner Ortsbürgermeister Josef Weirich: "Der Kindergarten ist immer noch ausgelastet." Er glaubt nicht an einen negativen Trend. Die Nachfrage nach Wohnungen und Häusern sei immer noch stark. Leerstände gebe es nicht. "Wir haben eine große Fluktuation in Tawern", sagt Weirich. Die Leute, die abwandern, täten dies meist aus beruflichen Gründen.