Nitteler Bäckerei Löwenbrück: Ermittler der Kripo schließen Brandstiftung nicht aus

Nitteler Bäckerei Löwenbrück: Ermittler der Kripo schließen Brandstiftung nicht aus

Bloßer Zufall oder hatte da jemand seine Finger im Spiel? Die Brandermittler der Kriminalpolizei schließen Brandstiftung an der Bäckerei Löwenbrück in Nittel nicht aus. Um die Nutzung der Räume gab es zuletzt einen Streit zwischen dem Hauseigentümer und dem Mieter. Letzterer sollte zum Juni die Immobilie räumen, hielt sich aber offenbar nicht daran.


Nach dem Feuer in der Nitteler Bäckerei Löwenbrück am frühen Sonntagmorgen vermutet die Polizei, dass ein Brandstifter am Werk war. Weitere Details wollen die Brandermittler der Kriminalpolizei in Trier noch nicht preisgeben. Sie haben den Brandort am Montag untersucht.

Vor dem Brand gab es einen Rechtsstreit zwischen dem Hauseigentümer und dem Mieter. Das Gebäude sollte abgerissen werden, stattdessen ein Neubau mit Eigentumswohnungen entstehen - sehr zum Ärger des Bäckereibetreibers, der davon ausging, dass er seinen Betrieb in dem Neubau fortführen könnte. Zahlreiche Nitteler kämpften mit einer Unterschriften-Aktion für die letzte Bäckerei im Ort ( der TV berichtete ). Der Mieter hatte eine Auszugsfrist zum 1. Juni verstreichen lassen. Die Frist war Ergebnis eines gerichtlichen Vergleichs. Für den 2. Juli war jedoch ein weiterer Zivilprozess zur Bäckerei angesetzt.

Doch offenbar hat der Ladeninhaber sich nicht an die Frist gehalten: Während der Hauseigentümer derzeit in Australien Urlaub macht, war die Bäckerei trotz des Vergleichs in den vergangenen Tagen geöffnet.

Auch am Sonntag sollten wohl noch Brötchen verkauft werden. Stattdessen rücken 80 Einsatzkräfte der Feuerwehren Nittel, Konz, Wellen, Köllig, Rehlingen und Wincheringen an. Bis 7.30 Uhr sind sie im Einsatz. Die Helfer konnten zwar verhindern, dass sich die Flammen von dem Cafébereich auf das Hauptgebäude mit dem Verkaufsraum und der leerstehenden Wohnung ausbreitete. Allerdings wurde das gesamte Haus laut Frank Müller, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Nittel, durch die starke Rauchentwicklung beschädigt. Verletzt wurde niemand, im Haus war keiner, als der Brand ausbrach.

Hinter vorgehaltener Hand wird in Nittel spekuliert. Darüber, dass der Brand wohl kaum ein Zufall sein kann - nach all dem Kleinkrieg zwischen Hauseigentümer und Mieter in den vergangenen Wochen. Darüber, dass vor ein paar Wochen schon einmal die Feuerwehr anrücken musste: Damals hatten Mülltonnen am Gebäude gebrannt. Mario Gaspar, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Konz und Einsatzleiter vor Ort, will ebenfalls nicht spekulieren, sagt nur so viel: "Es ist schon dubios, aber es ist Sache der Polizei, das zu ermitteln und zu beurteilen." Im Einsatz waren neben den Feuerwehren die Polizei, der Rettungsdienst und die First Responder Obermosel.

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