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Nitteler Hotel- und Restaurantbetriebe modernisieren für die kommende Saison

Gastronomie : Nitteler Wirte modernisieren Betriebe vor dem Neustart

Der Lockdown in der Gastronomie bedeutet nicht, dass alle Arbeit ruht. Einige Gastronomen rüsten in Sachen E-Mobilität und erneuerbare Energien auf.

Walter Curman, Spitzenkoch im Nitteler Restaurant Culinarium, hat für einige Wochen Töpfe und Pfannen gegen Spitzhacke und Schaufel getauscht. Er hat eine öffentliche Tankstelle für Elektroautos gebaut – und setzt damit gewissermaßen eine Familientradition fort. Denn die Familie Dostert-Steinmetz, in die Curman eingeheiratet hat, betrieb am heutigen Nitteler Hotel Mühlengarten vor rund 50 Jahren schon einmal eine Tankstelle.

„Wir haben im vergangenen Jahr einige Anfragen von Kunden gehabt, die in unserem Gästehaus übernachten wollten und sich nach einer Tankmöglichkeit für ihr E-Auto erkundigt haben“, erzählt Walter Curman. Bislang sah es im touristisch stark gefragten Nittel diesbezüglich eher schlecht aus, denn zum Tanken fahren Autofahrer an der Obermosel in der Regel über die Grenze ins luxemburgische Grevenmacher, nach Wormeldingen oder bis nach Wasserbillig. Die Preise für die Kilowattstunde Strom sind dabei meist nicht das ausschlaggebende Argument. „Wichtig ist, dass man erst einmal eine Ladestation findet“, weiß Curman.

In Deutschland gelte für eine Ladesäule mit einer Leistung von 22 Kilowat ein Einheitspreis von 49 Cent/Kilowattstunde. „Bei Schnelladestationen an den Autobahnen wird es deutlich teurer“, sagt „Tankwart“ Curman. Touristen haben es aber meistens nicht so eilig, und auch Nitteler, die ihr E-Auto bei Curmans Tankstelle laden wollen, können dies bequem in wenigen Stunden tun.

„Momentan bauen wir noch eine große Fahrrad-Box für E-Bikes, in denen unsere Gäste die Akkus ihrer Räder aufladen können, während das Rad dort diebstahlsicher über Nacht geparkt werden kann“, rundet Curman das Angebot seines Betriebs in Bezug auf E-Mobilität ab. Gespeist werden die Ladestationen von einer großen Fotovoltaikanlage, die für umweltfreundlichen Strom sorgen soll.

Doch das Culinarium mit Gästehaus und Weingut Matthias Dostert ist nicht allein auf der Nitteler Flur, wenn es um die Infrastruktur für E-Autos und -Räder geht. Beim Weingut Apel steht die Fahrradbox zum Laden und Abstellen von E-Bikes schon, und eine E-Tankstelle für Autos ist in Planung. „Coronabedingt ist der Weinversand stark gestiegen, und wir haben daher außerdem noch ein neues EDV-System aufgebaut“, berichtet Winzer Philip Apel.

Beim Weingut Zilliken steht E-Mobilität ebenfalls ganz oben auf der Liste der zukünftigen Investitionen. „Die neue 40-KW-Fotovoltaik-Anlage soll, wenn alles gut geht, im Sommer den Betrieb aufnehmen. Die Kabel für eine E-Tankstelle sind bereits verlegt“, berichtet Winzer Patrick Zilliken. Seine Hauptinvestition in den letzten Jahren war allerdings ein neuer Weinkeller mit modernster Technik und eine Vinothek in elegantem Design. „Das haben wir natürlich alles lange geplant, bevor das Coronavirus auftauchte“, sagt Zilliken. Was ihm in der Corona-Pandemie zugutekam, war der Umstand, dass er mit dem Neubau des Weinkellers auch die internen Arbeitsläufe neu organisiert hat. „So konnten wir schnell auf die veränderten Kundenwünsche reagieren“, berichtet der Winzer.

Die Nitteler Betriebe, die während des Lockdowns nicht „die Hände in den Schoß gelegt“, sondern stattdessen in die Infrastruktur investiert haben, sind bereit für die kommende Tourismussaison. Sofern das Coronavirus ihnen nicht erneut einen Strich durch die Rechnung macht.