Nitteler Kellertage sehr beliebt

Die "Tage der offenen Weinkeller" in Nittel entpuppten sich wieder einmal als eines der beliebtesten Feste an der Obermosel. Eine familiäre Grundstimmung prägte die drei Tage rund um den 1. Mai.

Nittel. (jbo) "Wir sind aus Brüssel angereist", sagte Johannes Grotz. Mit einigen Privatautos hatte sich er gemeinsam mit seiner Frau und einigen Freunden aus der belgischen Hauptstadt auf den Weg nach Nittel gemacht, um endlich einmal wieder guten deutschen Wein trinken zu können. "In Brüssel sind die Weingeschäfte zwar hervorragend sortiert", ergänzte Ehefrau Eva Grotz. Im Sortiment fehlen würden allerdings die guten Tropfen aus Deutschland.

Gelegenheit zum Kennenlernen des Nitteler Weins gab es am vergangenen Wochenende reichlich. Über ein Dutzend Weingüter hatte seine Weinstuben und Keller geöffnet, um seine Produkte zusammen mit einem großen Essensangebot "an den Mann" oder "an die Frau" zu bringen. Bei den meisten Betrieben standen die Weine des Jahrgangs 2009 auf der Karte. Genau das, was zum Beispiel auch Brita Bachmann und Stephan Rehberg aus Erfurt suchten. "Ich probiere heute einmal ausschließlich Grauburgunder", grinste der Weinfreund, der extra für die "Kellertage" aus Thüringen angereist war.

Insgesamt gab es aber weniger Besucher, die von weit her angereist waren. Das lag auch an dem fehlenden Sonderzug vom Mittelrhein. Wegen der Sperrung des Nitteler Bahntunnels konnte der Zug nicht bis Nittel durchfahren - rund 800 Menschen mussten daher ihre Fahrt nach Nittel in diesem Jahr ausfallen lassen.

Speziell am 1. Mai herrschte auf dem Wanderweg zwischen Nittel und dem Ortsteil Rehlingen trotzdem reger Betrieb. Wem unterwegs die Kräfte ausgingen, der konnte sich in der am Weg gelegenen "Elblinglaube" stärken. Das ehemalige Provisorium hat sich mittlerweile zu einer beliebten Haltestelle auf dem Marsch durch die Nitteler und Rehlinger Weinberge entwickelt.

Der Sonntag lockte aufgrund des regnerischen und wechselhaften Wetters fast nur noch Gäste aus Nittel und der näheren Umgebung an. Zunächst waren die Weinstuben nur spärlich gefüllt, doch dann kam am Nachmittag doch noch die Sonne heraus. Sofort zogen die Nitteler los und genossen die zahlreichen Angebote. Man war fast unter sich. In der Regel gab es ausreichend Platz, und so bildeten sich schnell große Tischgesellschaften mit viel "Gespräch" in angenehmer, fast familiärer Atmosphäre.