Noch etwas Sinnvolles

KONZ. (red) Normalerweise sind die Menschen, die sich für soziale Friedensdienste im Ausland interessieren, um die 20 Jahre alt. Nach Abitur oder Lehre wollen sie neue Erfahrungen sammeln und sich dabei sozial engagieren. Letzteres trifft auch auf Heinz Hank aus Konz zu, doch in anderer Hinsicht ist er eine Ausnahme. Heinz Hank ist 61 Jahre alt.

Und dennoch fühlte sich der pensionierte Nato-Stabsoffizier keineswegs zu alt, um die vergangenen vier Monate im regionalen Kolpingbüro in Timisoara in West-Rumänien zu leben und arbeiten. Weil er "nach dem Ruhestand noch etwas Sinnvolles tun" wollte, entschied er sich, an einem Modellprojekt des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend teilzunehmen, das verstärkt Menschen in der mittleren und älteren Generation für einen sozialen Friedensdienst im Ausland ansprechen will. Im Bistum Trier sind die Sozialen Friedensdienste im Ausland (SoFiA e.V.) dafür verantwortlich. Für Heinz Hank, der nun aus Timisoara zurückgekehrt ist, war dieses Angebot genau das Richtige. Er wollte sich, so sagt er, sozial engagieren und die Erfahrungen, die er in seinem Berufsleben sammeln konnte, an andere Menschen weitergeben: "Natürlich gehört auch das Umgekehrte dazu: Man muss bereit sein, auch im fortgeschritteneren Alter noch weiter dazu zu lernen und sich auf Neues einzulassen." So sei der Einsatz für ihn auch zu "einer ausgewachsenen Entdeckungsreise in meine innere Welt" geworden: "Ich habe sehr viel dazu gelernt und mich verändert." Vier Monate hat Heinz Hank im Pfarrhaus von Dumbravita, einem Vorort von Timisoara, "unterm Glockenturm" bei Pfarrer Joszef Heinrich gewohnt: "Dabei habe ich eine Herzlichkeit und Offenheit in den Begegnungen erfahren dürfen, die ich mir so nicht im Traum erhoffen konnte." Engagiert hat er sich vor allem in der Hilfe für die Menschen, die noch immer unter der Hochwasser-Katastrophe des vergangenen Jahres zu leiden haben. Dabei, so berichtet er, habe er zum einen versucht, Resignation, Hoffnungslosigkeit und Lethargie zu bekämpfen. Zum anderen habe er sich auf einem "Marsch durch die Instanzen in den überkommenen Verwaltungsstrukturen" für konkrete Investitionen eingesetzt, mit deren Hilfe ein Oberflächenentwässerungssystem nach jahrelanger Vernachlässigung wieder saniert werden soll. Wichtig sei ihm insbesondere gewesen, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, damit die Menschen die begonnene Arbeit auch nach seiner Rückkehr fortsetzen könnten. So seien Spendenmittel etwa in den Kauf von Baumaterial investiert worden, mit dem die am stärksten vom Hochwasser betroffenen Familien ihre zerstörten Häuser selbst wieder instand setzen können. Einiges habe er in der kurzen Zeit bewirken können, vieles bleibe aber auch noch zu tun, bilanziert er. Über seine Zeit in Rumänien informiert Heinz Hank am Mittwoch, 11. Oktober, um 19.30 Uhr im Kolpingheim Konz-Karthaus, Römerstraße 173. Wer Interesse an einem Sozialen Friedensdienst im Ausland hat, findet Informationen im Internet unter www.sofia-trier.de oder kann sich direkt wenden an: Peter Nilles, Telefon 0651/7105-388, E-Mail: peter.nilles@bgv-trier.de

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