Noch kein Signal aus Mainz

Springt das Land bei der Reaktivierung der Hunsrückbahn mit auf den Zug? Aus dem Verkehrsministerium heißt es, dass die Prüfung des neuen Gutachtens andauere. Darin wurden die Kosten für den Kauf, die Inbetriebnahme und die zehnjährige Nutzung der Strecke zwischen Hermeskeil und Büchenbeuren mit drei Millionen Euro taxiert.

Thalfang/Morbach. Aus Mainz gibt es noch keine Signale, ob und in welchem Umfang sich das Land Rheinland-Pfalz an der von den Anrainerkommunen gewünschten Wiederbelebung der 1998 stillgelegten Hunsrückbahnstrecke beteiligt.

Auf TV-Anfrage hält sich das Wirtschafts- und Verkehrsministerium diesbezüglich bedeckt. Nur so viel: "Die Prüfung des Gutachtens dauert an", so Pressesprecher Kai Krischnak. Er betont zudem, "dass dem Ministerium erst ein Antrag vorliegen muss, bevor überhaupt über eine Förderung entschieden werden kann. Dieser wird auf ein schlüssiges Gesamt- und Finanzierungskonzept und auf die technischen Kriterien hin überprüft". Die Kommunen erhoffen sich einen Landeszuschuss in Höhe von 70 Prozent der neu ermittelten Kosten, damit die Unternehmensgruppe "Hochwaldbahn" als potenzieller Pächter auf der 48 Kilometer langen Strecke zwischen Hermeskeil und Büchenbeuren Güterverkehr und Ausflugsfahrten mit historischen Schienenbussen betreiben kann.

Bürgermeister wollen schnell mit Minister reden



Der Morbacher Bürgermeister Gregor Eibes (CDU), der für die Kommunen die Verhandlungen führt, kündigt an, "dass wir uns bemühen, schnellstmöglich einen persönlichen Gesprächstermin beim Minister zu bekommen". Bei diesem Treffen mit Hendrik Hering (SPD) müssten aber noch viele offene Fragen geklärt werden. So sei beispielsweise abzuklopfen, ob die Morbacher schon jetzt als federführende Gemeinde einen solchen Zuschuss-Antrag stellen können oder ob dies ein Zweckverband machen muss, der zwar angedacht, aber noch nicht gegründet ist. Fest steht für Eibes jedoch, "dass wir die Reaktivierung der Hunsrückbahn nur gemeinsam hinbekommen". In dem Zweckverband sollen die von der Strecke tangierten Gemeinden Hermeskeil, Thalfang, Morbach, Bernkastel-Kues, Rhaunen und Kirchberg sowie die Landkreise Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich, Birkenfeld und der Rhein-Hunsrück-Kreis vertreten sein. Allerdings muss diese geplante Gründung in den entsprechenden Gremien erst noch behandelt werden. "Bis zum 30. September wird die Zeit also verdammt knapp", sagt Eibes mit Blick auf die Frist, die die Deutsche Bahn Netz AG als Noch-Eigentümerin der Strecke den Kommunen bei ihrem Verkaufsangebot zum Preis von 600 000 Euro gesetzt hat. Das Gespräch mit dem Leiter der zuständigen Regionalstelle Südwest über eine Fristverlängerung stehe noch aus.

Rückendeckung für ihre Reaktivierungspläne haben die Anrainerkommunen bislang nur von einer Partei erhalten. In einer Pressemitteilung hat der Landesverband der "Linken" das Vorhaben begrüßt. "Auch für den westlichen Teil des Hunsrücks muss es Alternativen zum Straßenverkehr geben", fordert deren verkehrspolitischer Sprecher Karl-Georg Schroll. Er kritisiert, dass das Land zwar über 80 Millionen Euro für den Ausbau der Ost-Trasse vom Flughafen Hahn ins Rhein-Main-Gebiet ausgebe, "aber nach wie vor nicht öffentlich bekannt geben will", ob es sich auch an dem Erhalt der Schiene in westliche Richtung beteilige. Schroll spricht daher von einem "Ost-West-Konflikt im Hunsrück".