Noch keine konkrete Idee für die Kaserne

Hermeskeil · Für welche Zwecke die neuen Käufer der Gesellschaft Viresca die frühere Hochwaldkaserne nutzen wollen, steht noch nicht fest. Diese dürftige Erkenntnis brachte die Sitzung des Zweckverbands Konversion am Montagabend. Erst in drei bis vier Monaten werde ein solches Konzept fertig sein, so der Viresca-Geschäftsführer

 Hochwaldkaserne Hermeskeil. TV-Foto: Archiv/Axel Munsteiner

Hochwaldkaserne Hermeskeil. TV-Foto: Archiv/Axel Munsteiner

"Vorher gab es eine Idee, aber kein Geld. Jetzt gibt es Investoren mit mehr Geld, aber noch keiner konkreten Idee." So brachte Landrat Günther Schartz (CDU) im Hermeskeiler Zweckverband Konversion die aktuelle Entwicklung an der früheren Kaserne auf den Punkt.

Nach der Pleite und den geplatzten Tourismusplänen der Dorf-Hochwald-Gesellschaft hat die private Viresca GmbH (Treis-Karden) dem Bund die Ex-Garnison für 1,6 Millionen Euro abgekauft und die Summe bereits bezahlt. Dieser Besitzanspruch wird jedoch vom Insolvenzverwalter der Dorf Hochwald-Gesellschaft bestritten (der TV berichtete). Trotz dieser offenen Rechtslage war Viresca-Geschäftsführer Erich Gasber in den Zweckverband gekommen. "Wir haben ausreichend Verfügungsgewalt, um an der Kaserne zu handeln", so Gasbers Standpunkt.

Acht Wochen nach Abschluss des Kaufvertrags sei man aber weiterhin bei einer Bestandsaufnahme des 378000 Quadratmeter großen Geländes. Insofern gab es von Gasber auch noch keine handfesten Aussagen zu den weiteren Plänen an der Kaserne. "Wir wollen Sachwerte in Ertragswerte umwandeln und müssen erst noch ein Gefühl für die Liegenschaft bekommen", so der Unternehmer. Für mehrere Gremiumsmitglieder - etwa für Josef Barthen (FWG) - waren diese Formulierungen zu vage. Der Gusenburger Gemeindechef wollte von Gasber wissen, ob es denn keine "Grundvision für die Gesamtgestaltung" gebe.

Der Viresca-Mann betonte aber lediglich, dass die neuen Käufer primär den Bereich der Hallen im früheren Technikbereich angehen wollen.

Dort gibt es bereits 30 Mieter. Diese Verträge sollen weitgehend übernommen werden. Für die restlichen Flächen gehe man auf die Suche nach Unternehmen, an die Viresca entweder verkaufen oder verpachten will. Inwiefern aus den früheren Unterkunftsgebäuden der Soldaten Quartiere für Urlaubsgäste werden können, ließ Gasber offen. Erklärtes Ziel des Zweckverbands ist seit langem, dass die Kaserne auch touristisch genutzt wird. "Wir nehmen das sehr ernst und prüfen diese Möglichkeit", betonte Gasber.

Ein Gesamtkonzept für die Kaserne werde aber frühestens in drei bis vier Monaten vorliegen.Für Kreis-Vertreter Wolfgang Schäfer (SPD) zeichnete sich schon das Szenario ab, dass die neuen Besitzer "Photovoltaikanlagen machen und ein, zwei Windräder aufstellen. Eine touristische Nutzung scheint mir an dieser Stelle aber nicht zu funktionieren und rechnet sich wahrscheinlich auch nicht. Man kann nicht einfach so aus einer Kaserne ein Vier-Sterne-Hotel machen." Optimistischer beurteilten Michael Hülpes (CDU) und Udo Moser (BFB), die Bürgermeister von Stadt und VG Hermeskeil die Lage.

Beide betonten, dass sie auf eine "vertrauensvolle Zusammenarbeit" mit Viresca setzen. "Wir können für die Konversion in Hermeskeil noch einiges erreichen", so Moser. Viel Kritik gab es vor allem vom Reinsfelder Ortsbürgermeister Rainer Spies. Beim Verkauf der Kaserne sei der Zweckverband übergangen worden. "Jetzt haben wir wohl keine andere Wahl mehr", so der SPD-Politiker. Spies regte abschließend sogar für die nahe Zukunft an, im Gremium über eine mögliche Auflösung des Zweckverbands zu diskutieren.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort