Noch mehr Breitband für Trassem

In immer mehr Dörfern der Verbandsgemeinde Saarburg sind schnelle Breitband-Internetzugänge (etwa DSL) verfügbar. So haben in Trassem rund 90 Prozent der Haushalte grundsätzlich die Möglichkeit, via Breitband-Kabel zu surfen. Dennoch sieht die Orts-SPD die Gemeinde als unterversorgt an.

Trassem. Wie viele Gemeinden im Umland träumte auch Fisch lange vom schnellen Internet via DSL. Inzwischen hat die Deutsche Telekom ihr Netz in dem Saargau-Ort aufgerüstet - mit finanzieller Hilfe der Gemeinde von rund 17 000 Euro. Der DSL-Ausbau des Telefonnetzes in Trassem soll nach dem Willen der örtlichen SPD ähnlich verlaufen wie in Fisch, wobei die Gemeinde ebenfalls nur den Teil der Kosten trägt, ohne den der Netzausbau für die Telekom erst rentabel ist (Stichwort: Kostendeckungslücke). So forderte SPD-Fraktionschef Bernd Koewenig in der jüngsten Gemeinderatssitzung, erneut mit dem Telefonkonzern zu verhandeln.

Dabei sind in Trassem Breitband-Anschlüsse schon lange keine Mangelware mehr. So machte vor drei Jahren Kabel Deutschland sein örtliches Fernsehkabel-Netz fit für schnelles Internet. Über das Kabel kann außerdem telefoniert werden. Beides funktioniere recht zuverlässig, wie mehrere Trassemer dem TV erklären. Nur beim Telefonieren sei mitunter Rauschen und Knacken in der Leitung zu hören, und das Telefon sei auch schon mal einen Tag lang ausgefallen. Rund 90 Prozent der Haushalte im Ort sind laut Verbandsgemeinde (VG) Saarburg über das Fernsehkabel-Netz abgedeckt, wenngleich nicht alle einen Breitband-Anschluss besitzen. Anders ist das beim Telekom-Netz: Mehr als die Hälfte der Haushalte im Ort sind nach Auskunft der VG nur unzureichend mit DSL versorgt, die Übertragungsleistung liege in diesen Fällen unter einem Megabit.

Eine Modernisierung des Telekom-Netzes zu ähnlich günstigen Konditionen wie in Fisch ist in Trassem derzeit aber unwahrscheinlich. Dietmar Becker, bei der VG zuständig für den DSL-Ausbau der Gemeinden, erläutert: "Der Ausbau in Fisch ist auf dem Verhandlungsweg zustande gekommen. Das macht die Telekom heute nicht mehr." Konkrete Angebote würden nur noch auf Ausschreibungen hin gemacht. Zu rechnen sei in Trassem mit einer Kostendeckungslücke von rund 145 000 Euro, und das sei für die Gemeinde kaum zu finanzieren. Gleichwohl führe man weiter Gespräche mit der Deutschen Telekom, sagt Ortsbürgermeister Wolfgang Benter (CDU). Unrealistisch dürfte indes der Breitband-Ausbau Trassems durch die saarländische Firma Inexio sein, die bereits Schoden ans schnelle Internet angeschlossen hat. Wie Dietmar Becker von der VG erklärt, müsste dazu das an der Saar liegende Inexio-Breitbandkabel bis nach Trassem verlängert werden. Das sei wohl zu teuer.Extra Breitband-Versorgung im Neubaugebiet "Perdenbacher Gewann": Nach Auskunft der VG Saarburg hat der Fernsehkabel-Betreiber Kabel Deutschland derzeit nicht die Absicht, sein bestehendes Netz auf das inzwischen weitgehend erschlossene Neubaugebiet "Perdenbacher Gewann" zu erweitern, um dort Breitband-Internetzugänge zu ermöglichen. Die bestehenden Leitungen der Deutschen Telekom in dem Gebiet seien zu Übertragungsleistungen von lediglich 1000 Kilobit pro Sekunde fähig. Eine Verbesserung sei nur im Zusammenhang mit dem Ausbau des kompletten Ortsnetzes möglich. (hpü)