Noch ruft der Kuckuck

Noch gibt es im Naturschutzgebiet offene Grasflächen, auf denen der Kuckuck ruft und die Goldammer nach Würmern sucht. Das könnte sich aber in einigen Jahrzehnten geändert haben, sagt Patrick Jaskowski. Auf seiner Führung durch den Bruch, geht er auf mögliche Folgen des Beweidungsstopp für das Schutzgebiet ein.

 Reinhold Hierlmeier und Patrick Jaskowski informieren sich über die geplanten Grenzen der Wasserschutzzone 2. TV-Foto: Max Henning Schumitz

Reinhold Hierlmeier und Patrick Jaskowski informieren sich über die geplanten Grenzen der Wasserschutzzone 2. TV-Foto: Max Henning Schumitz

Wawern. (itz) Es riecht nach Gülle, als sich die Wanderer vor dem Kreiswasserwerk treffen. Erst vor einigen Tagen habe ein Landwirt auf das an das Kreiswasserwerk grenzende Feld mehrere Zehntausend Liter Gülle verteilt, erzählt Bürgermeister Franz Zebe. "Dass die obere Wasserbehörde das geplante Beweidungsprojekt im Bruch mit Rindern und Pferden verhindert, aber nebenan die Ausscheidungen von Tieren tonnenweise aufgebracht werden, versteht im Dorf niemand", kritisiert er.

Die Gemeinde hatte erst vor kurzem von der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord gehört, dass das Beweidungsprojekt im Bruch nicht genehmigt werde (der TV berichtete mehrfach). Im Zuge der neu zu erteilenden wasserrechtlichen Fördergenehmigung werde auch jede Form von Viehhaltung im Bruch untersagt. Die Pferde, die jetzt noch im Bruch weiden, müssen mit Inkrafttreten der neuen Wasserschutzverordnung wohl umziehen (der TV berichtete).

Patrick Jaskowski führt die rund 20 Wanderer durch das Naturschutzgebiet. Immer wieder stellt er sein Beobachtungsfernrohr ab und zeigt auf Vögel und Pflanzen. Er hatte im Auftrag der Kreisverwaltung Trier-Saarburg und des BUND Naturschutz Kreisverbandes Trier das Beweidungsprojekt erarbeitet.

Mit Hilfe der halbwilden Pferde- und Rinderherden sollte die für die Saar früher typische Auenlandschaft hier offen gehalten und die landschaftspflegerische Arbeit auf ein Minimum heruntergefahren werden, erläutert er. "Aber auch landschaftspflegerische Arbeiten, wie beispielsweise das Mulchen, wird es wohl in Zukunft hier nicht mehr geben."

Angesichts der Vorgaben, die die neue wasserrechtliche Genehmigung bringen wird, wirkt Jaskowski ratlos. "Wenn wir die Landschaftspflege zurückfahren, wird sich hier in wenigen Jahrzehnten eine Sumpflandschaft mit Erlen und Eschen entwickelt haben." Jaskowski: "Auch dann wird hier immer noch ein schützenswertes Biotop sein. Aber der Charakter dieses Biotops wird sich völlig verändert haben."

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