Noch viel zu tun in Karthaus

Die Konzer Stadtpolitik hat in den vergangenen Jahren ein besonderes Augenmerk auf Karthaus gehabt. Nun ist das Förderprogramm Soziale Stadt halb abgelaufen. Obwohl in den letzten fünf Jahren etliche Projekte umgesetzt worden sind, gibt es noch viel zu tun.

Foto: (h_ko )
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Konz. Die Freude in Konz ist riesig am 24. November 2010. Der damalige rheinland-pfälzische Innenminister Karl-Peter Bruch (SPD) überreicht der Stadtverwaltung einen Förderbescheid. Karthaus ist ab 2011 Fördergebiet für das Städtebauprogramm Soziale Stadt, das Bund und Länder gemeinsam finanzieren. Fünf Jahre später zieht Dominik Schnith bei der jüngsten Stadtratssitzung eine Halbzeitbilanz, denn das Programm soll insgesamt zehn Jahre laufen.
Schnith ist seit 2012 Quartiermanager und ständiger Begleiter des Förderprogramms. Er hat etliche Beteiligungsaktionen in Karthaus organisiert und kennt die Wünsche der Bewohner des einst "vernachlässigten Stadtteils", wie ihn Bürgermeister Karl-Heinz Frieden 2011 nannte. Und Schniths Zwischenfazit ist überaus positiv. "25 von 60 Projekten laufen oder sind schon abgeschlossen", sagt er. "Ganz viele Projekte laufen über mehrere Jahre."

Laufende Projekte: Im Stadtrat erwähnt Schnith die Neugestaltung der Karthäuser Hauptstraßen (Trierer und Karthäuser Straße sowie Brunostraße). Dort sind zwei von vier Bauabschnitten abgeschlossen, der dritte läuft noch bis Ende 2017. Schon fertig sind hingegen der Spielplatz und die Grillflächen am Moselufer. Beides sind Projekte, die auch in der ursprünglichen Bürgerbeteiligung hohe Priorität hatten.

In der Warteschleife: Auch die Pläne für die Umgestaltung des Bereichs an der evangelischen Kirche wurden positiv aufgenommen. Dort sollen die Arbeiten bald beginnen. Unter anderem wird das Gemeindehaus umgebaut. So entsteht Platz für ein Café. Die Caritas verlegt zudem ihre Sozialstation in die ehemalige Schule. Der Platz soll zum zentralen Ort in Karthaus werden.
Ähnlich wichtig wie das Kirchenumfeld war den Bürgern 2011 die Neugestaltung des Klosterparks. Dieses Projekt hat sich gewandelt, weil der Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes für 8,2 Millionen Euro sein Seniorenheim umbauen will. Ein Teil des Parks fällt weg, weil dort ein viergeschossiges Gebäude hinkommt, der Park wird deshalb kleiner. Der Stadtrat hat nun letzte Anregungen in den Bebauungsplan aufgenommen und einen Satzungsbeschluss gefällt. Die Bauarbeiten können bald beginnen.

Problemzonen:
Bei zwei Projekten, die den Bürgern 2011 ebenfalls sehr wichtig waren, ist noch nicht absehbar, was auf die Kar-thäuser zukommt. Einmal ist da der verwahrloste Brunoplatz. Zurzeit stehen dort Baumaschinen. Der Platz selbst werde weiter als Parkplatz dienen, sagt Bürgermeister Karl-Heinz Frieden (CDU) auf TV-Anfrage. Die benachbarte Sparkasse auf der einen und das Jobcenter auf der anderen Seite seien darauf angewiesen. Frieden deutet an, dass Interessenten für das Gebäude da seien, die dort kleinere Geschäfte einrichten wollen. Mehr will er noch nicht preisgeben. Es liefen Verhandlungen, sagt er.
Dann ist da noch der Bahnhof Karthaus, das wohl älteste Sorgenkind. Genau wie der Flachbau am Brunoplatz ist das Gebäude in Privatbesitz. Es gibt noch kein Nutzungskonzept. Und der Investor will erst sanieren, wenn der Haltepunkt erneuert worden ist.
Die Bahn hat auch schon Pläne dafür, deren Umsetzung sechs Millionen Euro kostet. Allerdings sehen diese keinen barrierefreien Ausbau vor. Das wiederum provoziert einen Konflikt mit der Stadt Konz: "Ich hoffe sehr, dass wir es schaffen, die Station doch barrierefrei zu machen", sagt Schnith im Stadtrat. Inzwischen haben er und die Konzer Verwaltung etwa 500 Unterschriften für den barrierefreien Ausbau gesammelt. Wann diese der Bahn übergeben werden, steht noch nicht fest.

Festliche Aussichten: Auch wenn nicht alle Zwischenergebnisse des Förderprogramms zum Feiern sind: Der Besuch der Kar-thäuser Kirmes vom 24. bis zum 26. Juni lohnt sich laut Quartiermanager Schnith trotzdem. Unter anderem wird das 300-jährige Bestehen der Pfarrkirche gefeiert.
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