Nun steppt der Bär…

TRIERER LAND. (f.k.) Närrischer Ausnahmezustand herrscht in diesen Tagen auch rund um Trier. Die großen Sitzungen in den Sälen sind gefeiert – nun tobt auf dem Lande der Karneval über die Straßen und Plätze.

Schon seit Donnerstag führen mancherorts die Narren das humorige Regime - von der Fidei über den vorderen Hochwald bis hin zur Mittelmosel. Traditionell "Lichtscheu" gaben sie sich bei Nachtumzügen in Zemmer-Rodt, Newel und Leiwen. Den hellen Tag bevorzugten derweil die Thommer und Bekonder, wobei das Wetter in allen Fällen ganz gut mitspielte. Voll ging die Post am Sonntag ab, als sich bunte Lindwürmer mit Motivwagen und Fußgruppen durch die Dörfer schlängelten - vorbei an der begeistert "mitziehenden" Bevölkerung. "Wir hauen auf die Pauke" hieß es gestern in Detzem, Fell, Kenn, Riol, Ralingen, Trierweiler und Waldrach. Eine närrische "Schwerpunktbildung" war am Sonntag wieder in Kordel und in Schweich-Issel zu beobachten. Der Kordeler Umzug ist weit über das Kylltal hinaus bekannt und beliebt. Auch in diesem Jahr lockte er wieder tausende feierfreudige Besucher aus der gesamten Region. Da wollten die Narren im Schweicher Stadtteil Issel natürlich nicht zurückstehen. Auch sie zogen alle Register im Sessions-Endspurt nach dem Motto "nicht Jammern - sondern feiern!" Närrisches Gaspedal am Anschlag

Nun naht der Aschermittwoch, und mit ihm das Ende der fünften Jahreszeit. Aber erst einmal ist heute Rosenmontag! Und der gilt nicht nur in Mainz, Köln oder Düsseldorf als der Termin des Jahres. Das närrische Gaspedal wird heute auch in Osburg, Olk, Wintersdorf, Föhren und Klüsserath bis zum Anschlag durchgetreten. Dies wird manchem närrischen Touristen in der Region die Wahl nicht gerade erleichtern - wobei die Bewohner der jeweiligen Orte traditionell "ihren Narren" den Vorzug geben dürften. Dies ist verständlich, werden doch bei den örtlichen Umzügen oft Motive und Sprüche präsentiert, deren humoristischer Hintersinn sich nur dem "Insider" erschließt. Wie ein karnevalistischer Schwamm saugt heute die Stadt Schweich die Zuschauer und hunderte von Aktiven auf. Ab 14.11 Uhr rollt dort der Zug in den Straßen. Anschließend steppt am Tor zur römischen Weinstraße bis in die Morgenstunden der Bär in Sälen und Gaststätten. Und wer am morgigen Dienstag noch Puste hat, dem sei der karnevalistische Kehraus bei den Umzügen in Kasel, Igel, Langsur, Mehring und Welschbillig empfohlen.