Nur ein Partyraum fehlt der Jugend noch

Ein Jugendtreff, ein Skatepark, bald ein neuer Bolzplatz und ein Sportzentrum: Die Jugendlichen in Saarburg haben viele Möglichkeiten, ihre Freizeit im Ort zu genießen. Einen Wunsch haben sie aber noch: einen Partyraum.

 Alltag im Jugendtreff Saarburg: Domenic Schirmer (links) und Zuleimann Cheikh (rechts) spielen Billard, während andere Jugendliche im Internet surfen (hinten). TV-Foto: Anita Lozina

Alltag im Jugendtreff Saarburg: Domenic Schirmer (links) und Zuleimann Cheikh (rechts) spielen Billard, während andere Jugendliche im Internet surfen (hinten). TV-Foto: Anita Lozina

Saarburg. Es ist ein ganz normaler Wochentag im Jugendtreff im Bahnhof. Rund 20 Jugendliche haben sich hier versammelt; manche von ihnen spielen Billard, andere Kicker, wieder andere sitzen am Computer und surfen im Internet. An vier Tagen die Woche ist der Jugendtreff von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Rund 60 Jugendliche kommen dann im Laufe des Tages vorbei und "hängen ab", sagt Jugendsozialarbeiter Bernd Bredin.

Der Jugendtreff ist eine der Initiativen, die für die Jugendlichen in Saarburg ins Leben gerufen wurden. Spielen, kostenlos im Internet surfen oder sich einfach mit den Freunden unterhalten - die Räume sind vor allem als Anlaufstelle für die Jugendlichen gedacht. "Die Lage ist ideal", erklärt Bredin. "Das Schulzentrum ist in unmittelbarer Nähe und die Jugendlichen kommen meist nach der Schule direkt hierher."Außerdem bietet das Jugendzentrum Freizeiten an - die führen mal in den Freizeitpark "Holiday Park", aber auch ins Edelsteinmuseum in Idar-Oberstein oder zur Völklinger Hütte. "Das Feedback ist immer sehr positiv", sagt Betreuer Marco Blau.

Die Jugendlichen selbst schätzen ihren Treff. "Wir können hier einfach Musik hören, uns unterhalten oder ins Internet gehen", sagt die 17-jährige Beneta Prebreza und meint: "Es ist cool hier." Der gleichaltrige Sammer Saad stimmt ihr zu. "Außerdem lernt man hier Billard spielen", lacht er.Neben dem Jugendtreff bietet auch das Fachgremium Jugendarbeit Saarburg (siehe Extra) immer wieder Projekte für Jugendliche an. Dabei werden unter anderem Gewalt, Sucht und Fremdenfeindlichkeit thematisiert. So gibt es seit 2003 einen Parcours zur Gewaltprävention für alle sechsten Klassen, bei dem unter anderem aufgezeigt wird, wie man mit Wut gewaltlos umgehen kann. Außerdem gibt es in Saarburg seit 2006 einen Jugendrat, der sich ebenfalls bei der Jugendarbeit mit einbringt.

Sportplätze, die außerhalb von Vereinen genutzt werden können, sind laut Bredin allerdings noch Mangelware in Saarburg. Stadtbürgermeister Jürgen Dixius verweist aber darauf, dass erst vor zwei Jahren den Jugendlichen der Wunsch nach einem Skaterpark erfüllt wurde.

Außerdem baue die Stadt nun ein neues Sportzentrum mit einem Kunstrasenplatz, das jeder nutzen könne. "In Berggarten-Walles wird zudem ein neuer Bolzplatz gebaut, im Stadtteilzentrum Beu rig entsteht ein Haus der Vereine und auch das dort kommende Mehrgenerationenhaus wird vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für Jugendliche bieten", sagt Dixius. Insgesamt investiere die Stadt im Zuge dieser Maßnahmen mehr als fünf Millionen Euro für Kinder und Jugendliche. "Natürlich sind uns finanzielle Grenzen gesetzt", sagt Dixius. "Wir versuchen daher, die Wünsche der Jugendlichen Stück für Stück zu erfüllen."

Danach gefragt, was den Jugendlichen jetzt noch in Saarburg fehlt, sind sich die Betroffenen einig: "Einen Partyraum fände ich cool", sagt die 17-jährige Vanessa Staudt. So einen Raum zu organisieren sei jedoch nicht ganz einfach, sagt Stadtbürgermeister Jürgen Dixius. "Der Jugendsozialarbeiter und der Jugendrat müssen erst ein Konzept dafür entwickeln, in dem erklärt wird, wer den Raum reinigen, wer ihn betreuen und wer bei Problemen haften würde."

Laut Bredin ist dieses Konzept just vor wenigen Tagen abgegeben worden. "Jetzt müssen wir eben abwarten, ob es akzeptiert wird." Extra Das Fachgremium Jugendarbeit Saarburg besteht seit 2000 und hat folglich in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Das Gremium ist ein Netzwerk aller interessierten Fachkräfte, die im Bereich der Jugendarbeit in Saarburg pädagogisch tätig sind. Alles sechs Wochen tagt das Gremium, tauscht sich fachlich aus und setzt konkrete Ideen um. (alo)

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort