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Nur einen Wunsch hat er nicht erfüllt

Nur einen Wunsch hat er nicht erfüllt

Von diesem Tag werden zwölf Schüler des Gymnasiums Hermeskeil noch ihren Enkeln erzählen. Bei seinem Staatsbesuch in Luxemburg traf Bundespräsident Joachim Gauck auf die jungen Leute aus dem Hochwald und nahm sich dabei Zeit für ein kurzes Gespräch.

Hermeskeil/Luxemburg. Mit gelben Rosen in den Händen warteten zwölf Schüler der Jahrgangsstufe 11 am Hermeskeiler Gymnasiums auf dem Kanounenhiwwel in der Stadt Luxemburg auf den großen Moment. Das Mahnmal der luxemburgischen Solidarität war vorige Woche eine Station beim dreitägigen Staatsbesuch von Bundespräsident Joachim Gauck im benachbarten Großherzogtum.
Gedenken an Weltkriegsopfer


Zu dieser offiziellen Feier zum Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkriegs hatten auch die Hermeskeiler Gymnasiasten eine Einladung erhalten.
Der Grund: Im Rahmen einer deutsch-luxemburgischen Schülerbegegnung hatten sich die jungen Leute aus beiden Ländern intensiv mit der Rolle der deutschen Besatzung in Luxemburg und deren schwerwiegenden Folgen für das Großherzogtum auseinandergesetzt.
Dabei besuchten sie unter anderem die Gedenkstätte in Hollerich, den Friedhof Notre-Dame in Luxemburg (Hinzerter Kreuz) sowie die Gedenkstätte des früheren SS-Sonderlagers/ KZ Hinzert. In dem Lager nahe Hermeskeil haben während des Zweiten Weltkriegs auch viele Häftlinge aus Luxemburg gelitten. Nachweislich sind während des Nazi-Terrors 321 Menschen in Hinzert gestorben.
Zusammen mit Schulleiter Arno Ranft, den Lehrern Stefanie Jungen und Jakob Bohr sowie Steffen Reinhard, pädagogischer Leiter der Gedenkstätte Hinzert, waren die Hermeskeiler bei der Feier in der luxemburgischen Hauptstadt dabei.
Nach der offiziellen Kranzniederlegung am Mahnmal nahmen sich der luxemburgische Premierminister Xavier Bettel und Gauck die Zeit, um sich mit den Jungen und Mädchen aus Luxemburg und Deutschland zu unterhalten.
"Wer sich mit dem Zweiten Weltkrieg beschäftigt, der weiß, was wir an unserer Demokratie haben. Es ist ein Geschenk, das wir bewahren und dafür kämpfen müssen", sagte Gauck zu den Jugendlichen. Wie die Hermeskeiler Gymnasiastin Katharina Malburg berichtet, habe der Bundespräsident bei der Begegnung das Interesse der Schüler für die deutsch-luxemburgische Geschichte bewundert. Nur ein Wunsch ging nicht in Erfüllung: "Herr Gauck hat bedauert, dass er nicht die Zeit habe, um mit jedem von uns ein Selfie zu machen", sagt Malburg.
Zum Abschluss des Treffens überreichten die Schüler Gauck und Bettel beiden ein Buchpräsent.
Dann gaben die Schüler ihre gelben Rosen aus den Händen und legten sie am Mahnmal nieder. red/ax