Oberemmeler Rektor hört nach 27 Jahren auf

Oberemmeler Rektor hört nach 27 Jahren auf

Fast zwei Drittel seines Lebens hat er als Lehrer gearbeitet. "Lehren war mein Leben! Ich habe nie daran gezweifelt", sagt Walter Kohl (63). Am Freitag wird der rührige und jahrzehntelange Leiter der Grundschule Oberemmel mit einem großen Fest offiziell in den Ruhestand verabschiedet.

Einen sportlichen Eindruck macht Walter Kohl: schlank, agil, engagiert. Zügig führt er durch die Schule zu seinem Büro und erklärt die Räume. "Hier müsste unbedingt angestrichen werden", sagt er mehrmals im Treppenhaus und fügt sachlich hinzu: "Aber das betrifft mich ja nicht mehr."

Aktiver Karnevalist

41 Jahre hat Walter Kohl als Lehrer gearbeitet. Seit 1985 ist er Schulleiter in Oberemmel, wo 88 Kinder zur Schule gehen, vor ein paar Jahren kamen noch rund 40 Schüler der Grundschule Pellingen dazu. "Ist aber okay, das sind nette Menschen da oben", kommentiert Kohl den Zuwachs.

Wenn er aus seinem Leben erzählt, entsteht der Eindruck, dass da jemand seine Berufung zum Beruf gemacht hat. "Ich habe das in die Wiege gelegt bekommen, die Freude, mit Kindern zu arbeiten", erklärt Kohl strahlend. Volksschule Ehrang, Max-Planck-Gymnasium, Studium in Trier und Worms, dann der erste Arbeitstag in der Ruwerer Schule - als 22-Jähriger. "Morgens hin, mit Krawatte, alles schön fein. Nach der ersten Stunde hatte ich keine Krawatte mehr an, das war nichts für mich, damit konnte ich nicht arbeiten. Aber alles ist prima gelaufen!"

Elf Jahre arbeitet Kohl an der Konzer Hauptschule, ist dort Verbindungslehrer, organisiert viele Fahrten. Parallel dazu baut er in Vereinen konsequent Jugendsport auf, ist im Karneval aktiv. Als Kohl die Schulleitung in Oberemmel übernimmt, führt er moderne Unterrichtsmethoden ein - und Schulfeste, zu denen das ganze Dorf kommt. "Das hört sich blöd an", wiegelt er bescheiden ab.

Aber auch zu seinem Abschied ist am Freitag, 22. Juni, ab 17 Uhr ein großes dreistündiges Fest mit großer Schulaufführung geplant.

Genug Ideen für den Ruhestand

Dass "Kohli", wie ihn die Kinder rufen, der Abschied nicht ganz leicht fallen wird, verhehlt der verheiratete Familienvater nicht. Er sei allerdings auch froh, nicht mehr die Verantwortung tragen zu müssen.
Reisen, die Söhne besuchen, Sport treiben und Musik machen: An Ideen mangelt es Kohl nicht, wie er ab dem letzten Schultag vor den Ferien sein Leben gestalten will.
Doch erst steht noch die Verabschiedungsfeier an, für die Turnhalle, Bürgerhaus und ein dickes Programm vorbereitet sind.
"Ich werde das ordentlich zu Ende bringen und hoffe, dann loslassen zu können!" gsb

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