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Ockfener Herbstmarkt immer beliebter

Ockfener Herbstmarkt immer beliebter

Was einmal mit vier Ständen begann, hat sich inzwischen mehr als vervierfacht. Gaumengenüsse, Kunst, Musik und Spaß für Kinder - dies alles vereinigt sich beim Herbstmarkt rund um die Ockfener Abtei.

Ockfen. Justus ist voll konzentriert auf das, was da mit seinem Kürbis geschieht. Jutta Hopp schnitzt dem Vierjährigen ein Gesicht in die dicke Frucht. Mit einer Kerze drin kann er dann an Halloween die bösen Geister vertreiben. "Das ist eine Tradition, die aus Amerika kommt", erklärt die Kürbisschnitzerin dazu.
Auf dem dritten Ockfener Herbstmarkt gab es wieder mehr als nur Waren zu kaufen. Informationen sind immer gratis an den mittlerweile 22 Ständen. "Mit vier Ständen haben wir damals angefangen", erinnert sich der Organisator, Christof Kramp von Station K. Er legt Wert darauf, dass die Besucher immer zu sehen bekommen, wie etwas entsteht oder, wenn das nicht möglich ist, es erklärt wird. Kinder sind begeistert vom Mitmachzirkus. Auch die Sänger Eileen Hogan und Achim Weinzen kommen gut an. "Der Markt ist ein Erfolgsmodell. Es hängt aber immer vom Wetter ab, wie viele Leute kommen", sagt Kramp. Am Sonntag war dort entsprechend richtig was los. Kramp schätzt die Besucherzahl für beide Tage auf zusammen 2500.
Eine Künstlerin der besonderen Art ist Martina Wolf aus Trier: "Was andere weggeworfen haben, erkenne ich als einen Teil eines Kunstwerkes oder als Schmuck." So entstehen Ringe und Halsketten, die früher mal Muttern oder Unterlegscheiben einer Maschine waren, kombiniert mit der Plastikverpackung von Pralinenschachteln, die sich mit Hitze zu einer Art Schmuckstein formen lässt. Halbedelsteine oder auch Glasperlen kommen noch hinzu. Modelle von Traktoren, Autos oder Feuerwehrfahrzeugen parken in den Schnapsflaschen von Spirituosenhersteller Manfred Stein aus Kenn. Er ist der Ansicht: "Man muss den Leuten immer was Besonderes bieten." Viele Sorten sind in seinem Sortiment, auch die Mispel, nach dem Aussehen von einer Seite her Hundsarsch genannt. Die Besucher kommen mitunter von weit her. Stefan Post und sein Rheinischer Schützenverein machen in der Region Urlaub. Er sagt: "Das gefällt mir hier." Federweißen und Salami gebe es zwar auch bei ihm zu Hause in Neuss. Dort seien diese Spezialitäten aber eher Exoten und teuer. Außerdem bereite Christof Kramp den ersten Glühwein der Saison zu.
Voll integriert sind bei diesem Herbstmarkt die 22 Bewohner der Abtei, die von der Lebenshilfe betreut werden. Sie helfen mit und genießen die Atmosphäre als willkommene Abwechslung zum Alltag. doth