Odyssee bis zum Post-Stempel

Briefkästen und Poststellen: Die Bürger in Wasserliesch und Nittel müssen flexibel sein, wenn sie ihre Post loswerden wollen. Während in Wasserliesch die Briefkästen ihr Wechselspiel beendet haben, fehlt in Nittel eine Post-Servicestelle.

Wasserliesch/Nittel. Da steht er nun, als sei nie etwas geschehen: Der Briefkasten in der Hauptstraße in Wasserliesch ist inzwischen wieder am Straßenrand aufgebaut worden. "Wahrscheinlich haben diejenigen, die ihn kurz zuvor abmontiert haben, ihn ein paar Wochen später wieder hinstellen müssen", mutmaßt Bürgermeister Herbert Rausch. Er war es, der im Oktober die Trommeln geschlagen hat, weil der gelbe Kasten "quasi über Nacht" verschwunden war. Stattdessen wurde einer in der Sabatierstraße, zur Post-Service-Filiale, aufgestellt. Die damalige Stellungnahme der Post: "Wir hätten zuvor den Bürgermeister informieren müssen. Ja, da haben wir einen Fehler gemacht" (der TV berichtete). Doch das war offenbar nicht der einzige. "Insgesamt sind uns da wohl zwei Fehler unterlaufen", gibt Post-Sprecher Heinz-Jürgen Thomeczek zu. Denn: Schon bei der Prüfung, welcher der Wasserliescher Briefkästen in die Sabatierstraße verlegt wird, hätte der Post auffallen müssen, dass es nicht der in der Hauptstraße hätte sein sollen. Nachfolger in Nittel abgesprungen

"Wir hätten direkt den Kasten im Industriegebiet Wieskreuz umsetzen sollen", sagt Thomeczek. Rausch stimmt zu: "Zu dem Kasten gegenüber vom Hagebaumarkt fährt kaum jemand." Diesen strategischen Fehler hat die Post inzwischen wieder korrigiert, Wasserliesch hat nun die Kästen in der Hauptstraße, am Marktplatz und in der Sabatierstraße. Die Wasserliescher sind Veränderungen bei der Post gewöhnt: Erst im Februar 2006 ist die Postagentur an der Hauptstraße in Wasserliesch geschlossen worden. Eine "Post-Service-Filiale" mit reduziertem Angebot finden Kunden seitdem bei "Auto Müller" in der Sabatierstraße. Eine solche Poststelle fehlt indes in der Gemeinde Nittel. Es war bereits seit Längerem bekannt, dass die Filiale in der Weinstraße zu Jahresbeginn schließen würde, eine Nachfolger-Lösung war auch schon gefunden. "Alles war geregelt", schaut Ortsbürgermeister Hans-Josef Wietor zurück. "Doch dann ist der Nachfolger abgesprungen." Nun müssen die Nitteler ihre Pakete in die umliegenden Ortschaften bringen - keine gute Lösung, vor allem für ältere und immobile Bürger. Doch die Post arbeite an dem Fall. "Wir sind im Gespräch mit der Gemeinde", sagt Thomeczek. "Wir hoffen, in kürzester Zeit eine Lösung gefunden zu haben." Wietor konkretisiert den Zeitplan: "Uns wurde zugesagt, bis spätestens 1. März eine neue Poststelle zu haben."

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