Offene Türen für Zuwanderer

1500 Migranten aus mehr als 70 Nationen leben in der Stadt Konz. Ähnlich groß ist die Vielfalt der Institutionen, die ihnen Aktivitäten, Kurse und Treffs anbieten. Integrationsbeauftragte Gisela Krämer gibt einen Überblick.

Konz. Multikulti - kaum eine Stadt im Kreis Trier-Saarburg hat diese Beschreibung so sehr verdient wie Konz. Knapp 1500 Migranten leben in der Stadt Konz. Die Eingebürgerten sind in der aktuellen Statistik von Gisela Krämer, Migrations- und Integrationsbeauftragte des Kreises Trier-Saarburg und selbst Konzerin, nicht mit eingerechnet. Etwa 1200 Migranten leben demnach in der Konzer Innenstadt, rund 280 allein im Karthäuser Straßenzug Trierer-, Bruno- und Karthäuser Straße. 87 seien in der Grana-, 81 in der Konstantin-, 45 in der Olk- und 79 in der Wiltinger Straße zu finden. 28 Männer seien derzeit in der Asylbewerber-Unterkunft.

Unter den Stadtteilen führt Könen die Liste mit den meisten Migranten mit 94 an, gefolgt vom Tälchen mit 42 und Oberemmel mit 38. In Roscheid geht die Schätzung gen Null.

In dieser Statistik gelten die meisten als Migranten, die als solche vermutlich nur ungern benannt werden. "Den größten Teil machen Franzosen und Luxemburger aus", sagt Krämer im Gespräch mit dem TV. Erst danach kommen die Gruppen der Kosovo-Albaner und Türken.

Die Zahl der ausländischen Jungen und Mädchen in den Kindertagesstätten sei im innerstädtischen St.-Nikolaus-Kindergarten recht hoch. Auch im Lorenz-Kellner-Kindergarten gebe es einige, hier sei die Tendenz allerdings eher rückläufig. Eine ähnliche Situation zeichne sich bei den Grundschulen ab. Rund 30 Prozent der Schüler in der St. Johann-Grundschule Karthaus stammten aus Familien mit ausländischer Herkunft. "Der Anteil war früher höher", sagt Krämer. Es mache sich bemerkbar, dass die Migranten in Karthaus älter würden. Rund zehn Prozent der Jungen und Mädchen auf der Konzer Realschule hätten einen Migrationshintergrund, auf der Hauptschule liege der Anteil unter 30 Prozent.

Krämer lobt die meist ehrenamtlichen Bemühungen zur Sprachförderung der Kinder. "Sie wird gut angenommen", sagt Krämer. Auch auf das Projekt der Lesepaten, das von der Konzer-Doktor-Bürgerstiftung ins Leben gerufen worden ist, erhalte sie positive Rückmeldungen. Ein großes Problem sei es allerdings, dass die Kinder in ihren Familien oft wieder ausschließlich auf die Muttersprache zurückgreifen müssen.

Deutschkurse helfen bei Berufseinstieg



Auch dort setzen Konzer Institutionen oft auf ehrenamtlicher Basis an. Sie bieten beispielsweise kostenlose Deutsch-Kurse für solche Migranten und speziell Migrantinnen an, die bereits länger in Deutschland leben, aber noch Schwierigkeiten mit der fremden Sprache haben. So könnten auch Hürden ins Berufsleben abgebaut werden. Krämer erläutert, dass ein Großteil der Konzer Migrantinnen im unteren Dienstleistungsbereich beschäftigt sei. Dazu zählen Stellen als Küchen-, Putz- oder Pflegehilfen.

Unterstützung können die Migranten in Konz von vielerlei Seiten erhalten. "Wir sind da gut aufgestellt", sagt Krämer. Beispielsweise gebe es im Haus der Jugend einen Treff und ein Café, das für alle Jugendlichen offen stehe. Auch in Sportvereinen seien viele Migranten vertreten. "Vor allem bei Fußballspielen scheint die Kommunikation gut zu funktionieren", erläutert die Konzerin und zählt außerdem das Jugendprogramm der Türkisch-Islamischen Union auf. Die Caritas sei mit ihrem Jugendmigrationsdienst ebenfalls in Konz aktiv. Für solche, die einen Sprach-Nachweis für die Einbürgerung benötigen, biete die Volkshochschule in der Saar-Mosel-Stadt entsprechende Abschlüsse an. Und die Initiative "Aktiv im Alter" sei auch offen für Senioren mit ausländischen Wurzeln. Das Internationale Netzwerk (IN) Konz vernetze viele dieser Angebote und sei daher eine weitere, gute Anlaufstelle für Migranten. Summa summarum: "Wir reichen ihnen die Hand, sie müssen sie nur ergreifen", sagt Krämer, ergänzt allerdings, dass darauf geachtet werden müsse, Förderangebote wenn möglich auch für die Kinder und Alteingesessenen aus den eigenen Reihen zu öffnen.