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"Oh happy Day": Alle dürfen mitsingen

"Oh happy Day": Alle dürfen mitsingen

Mit einem jährlichen Auftritt zu Beginn des Advents bedankt sich der Gospelchor bei der Pfarrgemeinde St. Albanus Schillingen dafür, dass die Sänger das ganze Jahr in ihren Räumen proben dürfen. Der Chor Free Voices singt nicht nur, sondern gestaltet seine Konzerte auch mit Lichteffekten. Das Publikum wird einbezogen.

Schillingen. Der Altarraum erstrahlt in allen Regenbogenfarben. Ein geheimnisvoller Klang schwingt durch den Sakralraum von St. Albanus in Schillingen. Die Vorsitzende des Gospelchores Free Voices hat ein Instrument auf dem Schoß, das wie ein kleines Ufo aussieht.
"Das ist ein Hang aus der Schweiz", erklärt sie dem TV. Dieser Klang entspanne sehr und könne das Herz berühren. Damit wird das Konzert eröffnet. Vom Chor ist jedoch zunächst nichts zu sehen. Er hat sich im hinteren Teil der Kirche aufgestellt. Getrennt nach Stimmlagen ziehen die 44 Sängerinnen und Sänger ein und singen dabei: "Freedom is coming." Auf den Kirchenbänken waren zuvor Zettel mit Noten und Texten einzelner Stücke verteilt worden. Chorleiter Patrick Jungels dreht sich zu den rund 300 Zuhörern um und fordert auf: "Shalom chaverim, singt mit!"
"Gospels and more" ist das Motto der Free Voices. Mehr als die traurige Wehklage der einstigen Sklaven Amerikas wollen diese Sänger ihrem Publikum bieten. "Auch die Gospelmusik ist sehr wandlungsfähig. Da gibt es ganz moderne Sachen", erklärt Chorleiter Patrick Jungels. Bewusst wolle man eigene Impulse in die Konzerte bringen, mit Arrangements, die genau auf den Chor zugeschnitten sind.
Deshalb steht auch mal das bekannte "Feliz Navidad" des blinden Sängers José Feliciano auf dem Programm. Oder das durch den kürzlichen Tod von Leonard Cohen wieder sehr ins Bewusstsein gerückte "Hallelujah".
Interessante Stimmen waren mit den Solisten Eva Lehnen, Patrick und Anna Jungels, Walter Marx und Ursula Bier zu hören. Annemarie Mencher spielte beim afrikanischen Weihnachtslied Amezaliwa ihre selbst gebaute Trommel, die einen geschnitzten Delfin als Motiv zeigt.
Die Inszenierung eines Free-Voices-Konzertes funktioniert aber nicht nur rein akustisch und mit mehr Bewegung als bei anderen singenden Vereinen. Nein hier wird mit bunten Strahlern auch mit allen Farben gearbeitet, die von Anna Jungels elektronisch gemischt und an die Rückwand des Altarraumes projiziert werden.
Bei all der Freude, die man dem Chor beim Singen richtig ansieht, drückt doch ein Schuh: Es gibt nur neun Männerstimmen. "Vor allem mehr Bässe brauchen wir, dann wird alles noch grooviger und gospeliger", wünscht sich die Vorsitzende Ingrid Backes. Wenn sich diese Stimmen finden ließen, würden die Free Voices, wie bei der Zugabe singen: "Oh happy Day".Extra

Vorsitzender Patrick Jungels lockerte zwischen zwei Titel schon mal mit der Frage auf: "Gibt es einen Weihnachtsmann?" Die rein wissenschaftliche Annäherung an diese Frage ergab: Falls ja, müsste er an Heilig Abend etwa zwei Milliarden christliche Kinder in 91,8 Millionen Häusern bescheren. Dabei müsste Santa Claus 120,8 Millionen Kilometer zurücklegen und 822,6 Bescherungen in der Sekunde absolvieren. doth