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"Ohne Auferstehung wäre der Glaube sinnlos"

"Ohne Auferstehung wäre der Glaube sinnlos"

SAARBURG. Ostern ist für Elke Füllmann-Ostertag das höchste aller kirchlichen Feste. "Ohne die Auferstehung Jesu wäre der christliche Glaube sinnlos", sagt die evangelische Pfarrerin aus Saarburg. In ihrer Predigt wird sie besonders auf das Verhältnis Jesu zu Maria Magdalena eingehen.

Den passenden Namen zum bevorstehenden Fest trägt Elke Füllmann-Ostertag nun schon seit 29 Jahren. Ausgerechnet ein Katholik, dazu aus streng gläubiger Familie, hat ihr bei ihrer Hochzeit vor nunmehr 29 Jahren "den Ostertag angehängt". Diaspora-Gemeinde in Saarburg

Dabei habe sie nicht zuletzt durch ihren Mann und dessen Familie viel über die Katholiken und deren Glauben gelernt und pflege "ein unverkrampftes und gutes Verhältnis" auch zu den Katholiken in Saarburg. Das kann der 51-jährigen Mutter einer erwachsenen Tochter nur Recht sein: Als evangelische Pfarrerin der Kirchengemeinde Saarburg betreut sie eine echte Minderheit. 725 evangelische Gläubige - davon gehören noch 243 zum Hochwald - stehen in Saarburg 4855 Katholiken gegenüber. Eine "volle Kirche" bedeutet naturgemäß für Elke Füllmann-Ostertag etwas anderes als etwa für ihren katholischen Kollegen Peter Leick. "An einem normalen Sonntags-Gottesdienst sind im Schnitt etwa 50 bis 60 Besucher da", sagt die Pfarrerin. Dabei sei das Publikum durchaus gemischt: Auch junge Leute fänden den Weg in die einzige evangelische Kirche in der Verbandsgemeinde Saarburg, hoch oben auf dem Schloßberg. Am Ostersonntag seien die beiden Gottesdienste gut besucht - wenn auch nicht so wie an Heiligabend. "Weihnachten ist ein Fest, mit dem jeder etwas anfangen kann.Karfreitag und Ostern - zwei Seiten einer Medaille

Das Kind in der Krippe ist ein eingängiges Bild, das Fest steht für die Familie, für Licht und Wärme", sagt Füllmann-Ostertag. "Dagegen ist das Thema Auferstehung schwierig zu verstehen und schwierig zu vermitteln. Dieses Fest zieht eher die Kerngemeinde an." Dabei spricht sich die Pfarrerin, die seit Juni 2004 für die Kirchengemeinde Saarburg zuständig ist, gegen eine - gerade bei Protestanten - fest verankerte Einschätzung aus. Nicht Karfreitag ist für sie der höchste evangelische Kirchenfeiertag. "Karfreitag und Ostern gehören zusammen wie zwei Seiten einer Medaille. Was Jesus zum Auserwählten macht

Aber das Wichtigste ist dennoch die Auferstehung Jesu von den Toten. Wäre Jesu nicht auferstanden, wäre er nichts weiter als ein Mensch gewesen, der vorbildlich gelebt hat. Und derer gab es auch zu seiner Zeit schon viele. Ohne die Auferstehung wäre der gesamte christliche Glaube sinnlos." Daran zu glauben, sei tatsächlich nicht einfach, gibt Füllmann-Ostertag zu. "Mit dem Verstand kann man das Bild der Auferstehung nicht fassen. Es ist eine andere Form von Wirklichkeit. Deswegen sprechen wir ja auch vom Geheimnis des Glaubens." Die Botschaft, die die Pfarrerin hinter dieser Jahrtausende alten Geschichte sieht, versucht sie auch im Ostergottesdienst zu vermitteln: "Es ist die Botschaft, dass Jesus lebt, den Tod besiegt hat und auch wir eine Chance haben auf ewiges Leben." Der christliche Glaube hat für sie "etwas mit Lebensfreude zu tun". "Nicht zufällig wünscht man sich frohe Ostern. Das ist ein freudiger Festtag", sagt die 51-Jährige. So ergreife sie die Osternachts-Liturgie, die sie am Sonntag in Saarburg wie jedes Jahr mit den Kirchenbesuchern in der Osternachtsfeier um 6 Uhr zelebrieren wird, stets aufs Neue.Ein Lied, das unter die Haut geht

"Der Moment, wenn die Orgel wieder einsetzt, die Glocken wieder läuten, das Licht angeht und die Gemeinde den Osterruf ,Christ ist erstanden' singt, der geht mir jedes Mal besonders unter die Haut." Im Saarburger Oster-Gottesdienst um 10 Uhr werden das Taufgedächtnis, die Taufe und das Abendmahl im Mittelpunkt der Feier stehen. In ihrer Predigt wird die Pfarrerin in diesem Jahr besonders auf das Verhältnis Jesu zu Maria Magdalena und wie dieses im Laufe der Kirchengeschichte interpretiert wurde, eingehen. Füllmann-Ostertag: "Ich freue mich auf Ostern, und ich danke Gott immer noch, dass ich in einer solch schönen Kirche Dienst tun darf."