Ohne eigenes Auto in den Nationalpark?

Ohne eigenes Auto in den Nationalpark?

Nationalpark-Akademie: So heißt die Veranstaltungsreihe, die am Umwelt-Campus stattfindet. Am Montag, 26. Oktober, wird um 19 Uhr eine Mobilitätsstudie vorgestellt, bei der interessierte Mitbürger mitdiskutieren können.

Birkenfeld. Jetzt gibt es ihn, den Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Ein Urwald von morgen, der Pflanzen und Tieren einen Rückzugsraum bietet und gleichzeitig ein Ort für die Menschen, um sich zu erholen, zur Ruhe zu kommen und die Natur zu erleben und kennenzulernen.
Doch wie kommt man in eine Region, in der der Öffentliche Personennahverkehr eher spärlich ausgebaut ist, hin? Immer nur mit dem eigenen Auto? Das widerspricht eigentlich dem Nachhaltigkeitsgedanken des Projekts.
Bus, Bahn, Rad oder Füße: Wie können gerade umweltfreundliche Verkehrsträger intelligent und umweltfreundlich eingesetzt werden, um Besucher zum Nationalpark zu bringen, aber auch Städte und Dörfer vorm Wald und hinterm Wald besser miteinander zu verbinden? Welche Rolle spielt die Elektromobilität? In einem Punkt sind sich Verkehrsexperten sicher: Wenn man ein attraktives ÖPNV-Konzept für den Nationalpark auf den Weg bringt, profitieren auch Anlieger davon. Aber das ist nicht einfach: Der Nationalpark verbindet zwei Bundesländer und vier Landkreise miteinander. Die Menschen werden älter, die Schüler immer weniger. Kann ein Bus trotzdem auch mehr als einmal am Tag fahren? Ist das finanzierbar? Wie oft müsste er fahren, um den Nationalpark tatsächlich ohne Auto erlebbar zu machen? Kann man dann auch mal das Auto nach dem Besuch in der Kneipe stehen lassen und mit dem Nachtbus heimfahren oder sogar mit dem ÖPNV zur Arbeit?
Die Tourismusstudie zum Nationalpark wurde vor gut einem Jahr vorgestellt. Ein Ergebnis damals: Derzeit ist die Region fast ausschließlich mit dem Auto erfahr- und erlebbar. Deshalb wurde eine weitere Studie mit dem Schwerpunkt Verkehr und Erreichbarkeit in Arbeit gegeben. "Mobilität muss für Bürger sein. Und sie muss umweltfreundlich sein. Nur dann profitiert die Region und der Nationalpark von Besuchern", lautete eine Vorgabe des Umweltministeriums für diese Untersuchung.
Die Studie hat nun genau diese Fragen untersucht. Und auch, wie die Region bisher angebunden ist, welche Buslinien man zukünftig braucht und welche Rolle der Radverkehr einnehmen könnte.
Die Ergebnisse der Mobilitätsstudie werden am kommenden Montag, 26. Oktober, 19 Uhr, im Rahmen der Nationalpark-Akademie im Kommunikationsgebäude (9938) am Umwelt-Campus Birkenfeld im Hoppstädten-Weiersbacher Ortsteil Neubrücke vorgestellt. Das Dortmunder Beratungsbüros Planersocietät, dessen Spezialität neben Stadt- und Verkehrsplanung die Kommunikation ist, hat Maßnahmensteckbriefe entwickelt, welche mit interessierten Bürgern an diesem Abend im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Nationalpark-Akademie" diskutiert werden sollen. red

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