Ohne Karte über den Steig

GRIMBURG. Rund 30 Touristiker und künftige "Wegemanager" aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland haben an der Burg Grimburg an einer Markierungs- und Beschilderungsschulung teilgenommen. Sinn und Zweck war es, Wanderer mit einem einheitlichen System problemlos über den Premium-Wanderweg Saar-Hunsrück-Steig zu begleiten. Dieser wird am 30. Mai offiziell eröffnet.

 Kein Premium-Wanderweg ohne durchgängige Markierung und Beschilderung: Michael Holzmann (rechts) von der Firma "Alpstein" erläutert Wegewarten, wie Schilder und Markierungen entlang des Saar-Hunsrück-Steigs angebracht werden. Gudrun Rau, Geschäftsführerin des Naturparks Saar-Hunsrück, und der Leiter der Tourist-Information Hermeskeil, Herbert Schindler, packen beim ersten Wegweiser am Fuß der Burg Grimburg mit an. TV-Foto: Ursula Schmieder

Kein Premium-Wanderweg ohne durchgängige Markierung und Beschilderung: Michael Holzmann (rechts) von der Firma "Alpstein" erläutert Wegewarten, wie Schilder und Markierungen entlang des Saar-Hunsrück-Steigs angebracht werden. Gudrun Rau, Geschäftsführerin des Naturparks Saar-Hunsrück, und der Leiter der Tourist-Information Hermeskeil, Herbert Schindler, packen beim ersten Wegweiser am Fuß der Burg Grimburg mit an. TV-Foto: Ursula Schmieder

Die Planung für die Markierung und Beschilderung des Saar-Hunsrück-Steigs steht, die Produktion der Schilder ist bereits angelaufen. Nun ist Muskelkraft gefragt - und ein bisschen Fingerspitzengefühl. Denn wo genau entlang der Strecke die einzelnen Hinweise angebracht werden, wird jeweils vor Ort entschieden. Dabei sind diverse Dinge zu beachten. Damit die Kennzeichnung des Premium-Wanderwegs vorschriftsmäßig über die Bühne geht, haben sich rund 30 Touristiker sowie Wegewarte der einzelnen Kommunen entlang des Steigs zu einer Schulung getroffen. Michael Holzmann von der mit Schulung, Bauüberwachung und Abnahme beauftragten Firma "Alpstein" erläutertete an der Burg Grimburg die nächsten Schritte. "Sie müssen das überwachen und der aufstellenden Firma praktisch zur Hand gehen", sagte er. Der mit der Ausführung betraute Bürgerservice Saarburg nagele kein Schild an einen Baum, wenn das nicht zuvor von den künftigen "Wegemanagern" abgesegnet worden sei. So sollten zum Beispiel keine Schilder an wertvolles Holz wie etwa Furniereichen genagelt werden. An weniger gewinnversprechenden Stämmen sei das unproblematischer. Für die Wanderwegmarkierung könnten aber auch Strommasten genutzt werden oder die Rückseite von Straßenschildern. Sofern sich nichts dergleichen finde, kann auf Farbmarkierungen ausgewichen werden. Ganz wichtig sei jedoch, bei den verschiedenen Kennzeichnungen auf Einheitlichkeit zu achten. Hinweise in ständig wechselnder Höhe oder im steten Wechsel mal links, mal rechts seien nicht gern gesehen. Höhere Ansprüche als an andere Wege

"Die Wanderer, die diesen Weg gehen werden, haben höhere Ansprüche", pflichtete Gudrun Rau, Geschäftsführerin des Naturparks Saar-Hunsrück, bei. Daher seien, so Rau, künftig immer wieder Nachmarkierungen notwendig. Und das nicht nur nach Stürmen. Denn es könnte auch mal ein markierter Baum gefällt werden. Außerdem seien die Schildchen auch als Souvenir begehrt. Im Zusammenhang mit der Förderung des Steigs seien zudem zweimal jährlich Kontrollen Pflicht, appelliert Rau an die Gewissenhaftigkeit der Wegemanager. Laut Holzmann ist eine solche Markierung daher auch "ein lebender Prozess". Ziel des ganzen Aufwands sei, "dass der Wanderer sich ohne Karte und GPS-Gerät zurecht finden kann", und, dass "das Auge geführt wird". Daher sollte auch gewährleistet sein, dass zwischen den jeweiligen Gemeindegrenzen kein unerwünschtes Niemandsland die Wanderer irritiert. Nach reichlich Theorie machten sich die Steig-Experten gemeinsam daran, am Fuß der Burg Grimburg den ersten Wegweiser im Boden zu verankern.