Ohne Überraschungen

Nachdem sich am Dienstag bereits der Verbandsgemeinderat Saarburg konstituiert hat (TV vom 9. Juli), zog der Stadtrat am Donnerstagabend nach. Ebenso harmonisch und mit breitem Konsens verlief die erste Sitzung der neuen Amtsperiode.

Saarburg. Wer am Dienstag die konstituierende Sitzung des Verbandsgemeinderates erlebt hatte und zwei Tage später die des Stadtrates verfolgte, konnte so etwas wie einen Déjà-vu-Effekt nicht leugnen. Eine vergleichbar vertraute Begrüßungs-Zeremonie beim Eintrudeln der Stadtratsmitglieder, ein ebenso harmonischer, auf breitem Konsens aufgebauter und überraschungsarmer Sitzungsverlauf sowie an vielen Stellen inhaltlich identische Aussagen von Alt- und Neu-Stadtbürgermeister Jürgen Dixius, CDU, verglichen mit den Worten von Bürgermeister Leo Lauer, CDU, vor vier Tagen.

Lediglich die drei Grünen-Vertreter, als Fraktion Neulinge im Rat, blickten zu Beginn fragend in die Runde, wo am langen Tisch sie ihre Plätze einnehmen dürfen. Zu einer "hauptsächlich zwar formalen, aber bedeutenden Sitzung" begrüßte Jürgen Dixius 19 der insgesamt 22 am 7. Juni gewählten Stadtrats-Mitglieder - drei fehlten entschuldigt. Acht neue Mitglieder zählt der neue Rat. "Hier werden die Entscheidungen getroffen, was in der Stadt passiert. Alle Fraktionen haben erklärt, an einer konstruktiven Arbeit interessiert zu sein", sagte Dixius.

Nach der offiziellen Ernennung des Stadtbürgermeisters wählte der Rat die beiden ehrenamtlichen Beigeordneten. Wie im VG-Rat sind die bisherigen auch die künftigen: Mit jeweils 19 Ja-Stimmen, und damit einstimmig, wurden Norbert Jungblut (CDU) als erster und Helmut Weimann (SPD) als zweiter Beigeordneter gewählt. Beide haben ihr Mandat zurückgegeben. Für Jungblut ist Maria Weber nachgerückt, für Weimann Klaus Jochem.

Verabschiedungen
Mit Weinpräsenten und Urkunden verabschiedete Stadtbürgermeister Jürgen Dixius fünf Damen und Herren, die sich über unterschiedlich lange Zeit im Stadtrat und in einem oder mehreren städtischen Ausschüssen engagiert haben. An der Spitze steht Alfred Jager, CDU. Er war über 40 Jahre kommunalpolitisch aktiv. Darüber hinaus dankte Dixius Annette Brück-Fink, SPD, Fabian Theiß, CDU, Friedrich Storf, SPD, und Reiner Glosse, FWG. (sw)



Meinung

Nachvollziehbares Phänomen

Die Parallelen zwischen Verbandsgemeinde- und Stadtrat sind offenkundig. Beide Gremien setzen auf Kontinuität und weiterhin konstruktive Zusammenarbeit innerhalb der eigenen Reihen und miteinander. So viel Harmonie und Konsens - die im Übrigen in beiden Gremien immer wieder gerne betont werden - erscheinen manchem Außenstehenden suspekt. Nachvollziehbar wird das Streben nach Einheit und Zusammenhalt bei einem Blick zurück in die vorletzte Legislaturperiode. Der selbstzerfleischende, langwierige Streit über den geplanten und schließlich nicht realisierten Kreisel am Fruchtmarkt hat den Gremien und der Stadt tiefe Wunden zugeführt, die nur sehr langsam geheilt sind. Darüber hinaus bestärken schlichtweg die Erfahrung und die Bilanz der vergangenen fünf Jahre, dass sich nur gemeinsam Einiges bewegen lässt. s.rendenbach@volksfreund.de