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Onsdorf investiert in die eigene Entwicklung

Onsdorf investiert in die eigene Entwicklung

Ein Konzept zur Dorferneuerung, die angespannte Haushaltslage und das Thema Internet waren die Schwerpunkte in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Onsdorf.

Onsdorf. (api) Die allgemein angespannte Haushaltslage macht auch vor der Gemeindekasse von Onsdorf nicht halt. In der jüngsten Sitzung haben sich die Gemeinderatsmitglieder mit dem Haushalt für das laufende Jahr beschäftigt. Der Plan sieht vor, dass im Ergebnishaushalt Erträge in Höhe von 140 500 Euro den Aufwendungen von 200 000 Euro gegenüberstehen. Das entspricht einem Minus von knapp 60 000 Euro. Vor allem der Rückgang des Gemeindeanteils an der Einkommenssteuer und die geringeren Schlüsselzuweisungen des Landes machen den Fehlbetrag aus.

Ein Minus steht auch unter der Übersicht von Einzahlungen und Auszahlungen im Finanzhaushalt. Einzahlungen soll es in Höhe von knapp 120 000 Euro geben, gut 160 000 Euro werden ausgezahlt. Die Differenz: etwa 42 000 Euro.

Große Sprünge leistet sich die Gemeinde in diesem Jahr nicht. Für die Dacherneuerung des Bürgerhauses sind zunächst 2000 Euro eingeplant. Ob im Zuge der Arbeiten auch eine Photovoltaik anlage installiert werden könnte, muss noch geprüft werden.

Im Ideen-Stadium befindet sich auch das Vorhaben, für Onsdorf ein Dorfentwicklungskonzept aufstellen zu lassen. Meist seien die Konzepte in den 80er Jahren aufgesetzt worden, um festzulegen, "wo man sich hinentwickeln möchte", berichtete Alexander Queins von der Verbandsgemeindeverwaltung. Onsdorf war damals nicht dabei. Nun habe die Verwaltung vorsorglich 10 000 Euro in den Onsdorfer Haushalt gestellt, um bei Interesse die Erstellung eines solchen Konzepts einzukalkulieren.

Dorfentwicklungskonzept wird weiter diskutiert



"Es geht darum zu beraten, was man im Dorf machen kann", erläuterte Joachim Weber, Beigeordneter der Verbandsgemeinde, in der Sitzung. "Dazu gehört nicht nur die Optik, sondern auch das Zusammenwachsen der Leute, die hier leben." Dahinter stecke allerdings kein Zwang, nur das Ausloten der Möglichkeiten. "Wir müssen ja mal einen Anfang machen", sagte Ortsbürgermeister Johann Nikolaus Steffes. Demnächst wollen sich Mitglieder des Ortsgemeinderates zusammenfinden, um über erste Ansätze und Schwerpunkte des Konzepts zu diskutieren.

Gesprächsstoff für die Zukunft bietet auch das Thema DSL und die Versorgung des 144-Einwohner-Dorfes mit dem schnelleren Internet (der TV berichtete). Die Telekom hat es laut Queins vorerst abgelehnt, eine Zuleitung zum Ort mit Glasfaserkabel zu verlegen. "Man bräuchte eine kilometerlange Zuleitung von allen Seiten", sagte Queins und verwies damit auf das Problem der geografischen Lage der Gemeinde. Zudem gebe es laut einer Umfrage der Verbandsgemeindeverwaltung lediglich zehn bis 15 Kunden, die einen DSL-Anschluss nutzen würden. Das sind keine guten Aussichten für ein wirtschaftliches Arbeiten eines möglichen Anbieters. "Momentan ist keiner in Sicht, der die Leitung legt", brachte es Weber auf den Punkt. Daher gebe es nun Überlegungen für eine Funklösung. Aber auch dazu müsse noch mal der genaue Bedarf im Dorf abgefragt werden. Synergie-Effekte für die Gemeinden Mannebach und Fisch könnten nicht ausgeschlossen werden. Steffes: "Wenn es um die Entwicklung des Dorfes geht, ist die DSL-Versorgung die wichtigste überhaupt." EXTRA Rat in Kürze: Nach 15-jähriger Mitgliedschaft ist Adolf Stoffel mit Dank für sein Engagement aus dem Rat verabschiedet worden. Er erhielt eine Urkunde und einen Wappenteller der Ortsgemeinde. Beigeordneter Weber hat mitgeteilt, dass der Shuttle-Bus zum Konzer Heimat- und Weinfest nun auch die Ortschaft Onsdorf anfahren wird. Revierleiter Peter Strupp vom Forstamt Saarburg hat berichtet, dass die Arbeiten im vergangenen Jahr wie geplant durchgeführt worden sind. Im Plan 2010 wird mit Ein- und Ausgaben von rund 9000 Euro gerechnet. Die Holzeinnahmen würden zwar vermutlich steigen, die Ausgaben für die Aufarbeitung aber auch steigen. Der Rat hat die Resolution "Rettungsschirm für die Gemeinden - Schluss mit Eingriffen in die Kommunalfinanzen" (der TV berichtete) einstimmig beschlossen. (api)