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Ordnungsamt und Polizei wollen gemeinsam in Konz patrouillieren

Ordnung : Patrouillen fürs Sicherheitsgefühl

Polizei und Ordnungsamt in Konz gehen gemeinsam auf Streife, um Schulwege zu sichern. Sie wollen auch eingreifen, wenn es zum Beispiel Beschwerden über Lärm oder Pöbeleien gibt.

Beschwerden über Lärm und Dreck auf öffentlichen Plätzen oder in Parkanlagen oder Klagen über Raser und Falschparker gibt es immer wieder in Konz. Oft werden entsprechende Diskussionen nur im privaten Bereich oder auf Facebook geführt. Die Behörden werden nicht immer eingeschaltet. So hat auch der TV kürzlich ein Thema aufgegriffen, das in Konz heiß diskutiert wurde: Müll, Dreck, Lärm und angebliche Pöbeleien am Saar-Mosel-Platz. Anwohner und Kaufland-Kunden hatten sich beschwert. Einige Wochen nach der Berichterstattung hatte sich eine Anliegerin des Saar-Mosel-Platzes erneut beim TV gemeldet, dass die Situation nach wie vor belastend für sie sei und dass weder Polizei noch Ordnungsamt etwas getan hätten.

Doch nun geschieht offensichtlich etwas. Einen Monat nach den öffentlichen Beschwerden sind vier Beamte der Polizei und des Ordnungsamts Anfang September erstmals wieder gemeinsam auf Streife in Konz gegangen. Solche Kontrollgänge seien nun regelmäßig geplant, erklärte die Polizei in einer knappen Pressemeldung am Mittwoch. Die Verantwortlichen wollten das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger stärken, heißt es da.

Der TV hat nun nachgefragt, ob die öffentlichen Bürgerbeschwerden mit zu den Streifen geführt haben und ob sich Polizei und Ordnungsamt unter anderem verstärkt um den Saar-Mosel-Platz, den Rathausplatz oder den Maierspark kümmern wollen, über die zuletzt öffentliche Diskussionen auf Facebook geführt worden waren. Gerd Herrig, Leiter der Polizeiwache Konz, beantwortet die Anfrage in Abstimmung mit dem Konzer Ordnungsamt folgendermaßen: „Insofern Beschwerden über Lärm und Pöbeleien dem Ordnungsamt oder der Polizei vorgetragen werden, überprüfen wir den Sachverhalt möglichst unmittelbar vor Ort.“ Allerdings seien die vom TV erwähnten Plätze aus polizeilicher Sicht nicht als auffällig zu bezeichnen. Ein letzter Zwischenfall – eine Pöbelei am Kaufland – sei Anfang Mai gemeldet worden.

Die Idee der gemeinsamen Streifen sei in Gesprächen zwischen dem Konzer Bürgermeister Joachim Weber, dem hauptamtlichen Beigeordneten der Verbandsgemeinde, Guido Wacht sowie dem Leiter der Polizeiinspektion Saarburg, Harald Lahr, und ihm, entstanden, sagt Herrig. Man wolle die „sehr gute Zusammenarbeit“ aufgreifen, „welche künftig auch im Bereich der Schulwegsicherheit intensiviert wird“, führt der Polizist weiter aus. So könne man gemeinsam auf die Sicherheitsbedürfnisse der Bürger eingehen.

„Nachdem die Schulen nach langer Zeit (Sommerferien und coronabedingten Einschränkungen) wieder im Normalbetrieb laufen, verfolgen wir das gemeinsame Ziel, die Schüler wieder in das Bewusstsein aller Verkehrsteilnehmer zu rücken“, sagt Herrig. Zuletzt hatte die Polizei in dem Kontext auch den morgendlichen Verkehr in der Lindenstraße kontrolliert, in der sich in der Vergangenheit mehrfach Anlieger über Verkehrs- und Parkverstöße beschwert hatten, weil frühmorgens dort vor allem der Verkehr Richtung Schulzentrum teils chaotisch sei.

Doch die Schulwegsicherheit ist aus Herrigs Sicht nicht das einzige Ziel der Kontrollgänge. Die Orte der Streifengänge seien nicht im Vorhinein festgelegt, „sondern ergeben sich spontan beziehungsweise anlassorientiert und berücksichtigen auch die Meldungen und Beschwerden von Bürgern.“ Es kämen diverse öffentliche Plätze und Treffpunkte in Frage, wo sich vermehrt Personengruppen aufhielten. Das seien Dorf- oder Spielplätze, Grünflächen, Parkanlagen und eben die Schulwege.

Die Ankündigung der Kontrollen kommt prinzipiell gut an – das zeigen zumindest die Reaktionen auf Facebook in den Konz-Gruppen „Wir sind Konzer ...“ und „Konz an Saar und Mosel“. Allerdings denken einige, dass die zusätzlichen Streifen nicht ausreichen in der Stadt Konz. Konkret taucht In der Diskussion der Ruf nach mehr Polizeipräsenz auf. Diese wurde in der Vergangenheit sowohl von Bürgern als auch von Kommunalpolitikern immer wieder erfolglos gefordert: „Die Wache in Konz sollte dauerhaft besetzt sein, da hilft nur Streife fahren nicht viel weiter. Aber es ist ja mal ein Anfang“, schreibt zum Beispiel ein Facebook-Nutzer.

Die Polizeiwache Konz ist derzeit von Montag bis Freitag in der Zeit von 7 bis 21 Uhr sowie samstags von 8 bis 13 Uhr besetzt. Zu den anderen Zeiten müssen im Fall eines Notrufs Polizeibeamte aus Trier oder Saarburg anrücken. Außerhalb der Öffnungszeiten in Konz sind die Wege aus Sicht vieler Bürger zu weit.

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